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Presseberichte 2006


Bergsträßer Anzeiger
19. August 2006

Ein roter Renner als röhrende Werbebotschaft
HOSPIZ-STIFTUNG: Der Sportwagen von Jörg Schmidt soll für einen guten Zweck versteigert werden / Hoffen auf Nachahmer

Bergstraße. 250 Pferdestärken röhren für die Hospiz-Stiftung: Der TVR 420 SE von Vorstandsmitglied Jörg Schmidt ist ab sofort im Auftrag der guten Sache unterwegs. Der Sportwagen aus gutem englischen Hause dient der Stiftung als Werbeträger der besonderen Art. Auf der Motorhaube, an der Tür und am Heck wird auf die Vereinsarbeit und den geplanten Bau eines stationären Hospizes an der Kalkgasse in Bensheim hingewiesen.

Das rote Cabrio ist ein echtes Sammlerstück. Jörg Schmidt schätzt, dass es in Deutschland von dieser Modellreihe höchstens fünf Autos gibt. Der Flitzer befindet sich seit dreieinhalb Jahren in seinem Besitz. Im Herbst oder zum Start der neuen Cabriosaison im Frühjahr 2007 soll der TVR im Internet versteigert werden - der Erlös wandert in den Spendentopf. "Ich hätte den Wagen auch verkaufen und den Erlös an die Stiftung weiterreichen können. Aber durch diese Aktion erreichen wir mehr Aufmerksamkeit", so Schmidt.

Neue Kontakte herstellen

Denn das sportliche Gefährt wird per se nicht mit der Arbeit eines Hospiz-Vereins in Verbindung gebracht. Durch die Präsentation und die damit verbundene Öffentlichkeitswirkung hofft Schmidt, Menschen zu erreichen und über das Vorhaben zu informieren, die bisher mit der Thematik wenig anfangen konnten. "Vielleicht finden sich Nachahmer. Es gibt sicher einige Menschen, die Wertgegenstände besitzen, die für sie keinen Wert mehr haben - aber der guten Sache dienen können", betont Jörg Schmidt.

Auf die Idee kam das Vorstandsmitglied, selbst Kenner der Oldtimer-Szene, durch das Projekt eines Sammlers aus Gießen. Dieser restauriert jährlich einen Oldtimer und verlost das gute Stück. Der Erlös kommt einer Kinderkrebsklinik in Gießen zugute. Auf diese Weise kamen in den vergangen 15 Jahren Millionenbeträge zusammen.

Seinen ersten Auftritt soll der TVR beim Stadtpark-Festival "Vogel der Nacht" in Bensheim haben. Vom 24. bis 27. August wird der schicke Engländer an der großen Wiese Blicke auf sich ziehen und hoffentlich die Besucher animieren, ein paar Euro in die Spendenhäuschen zu stecken.

Schon alleine die Anfahrt des Acht-Zylinders verspricht Spektakel. Denn der satte Sound des 4,2-Liter-Motors vermittelt absolutes Rennsport-Feeling. Fahrtüchtig ist der Klassiker allemal, dennoch "braucht er ein hohes Maß an Pflege", so Schmidt. Genau richtig für einen Liebhaber, der sich mit dem Auto beschäftigen möchte. Gebaut wurde es übrigens 1987 und auch wenn der TVR nicht das Renommee eines Ferrari oder Porsche besitzt, hat er in der Szene durch kleine Stückzahlen und echte Handarbeit einen hohen Stellenwert.

Mit einem Neupreis von damals 70 000 Mark war der 420 SE kein Wagen für schmale Geldbeutel. "Er ist heute noch hochpreisig", so Schmidt, der auf einen Versteigerungserlös von 10 000 Euro hofft. Er selbst hat viel Zeit und Geld investiert, dementsprechend gut ist der Zweisitzer in Schuss. Der Tacho zeigt rund 36 000 Meilen (57 600 Kilometer), die Höchstgeschwindigkeit wird mit 250 Stundenkilometern angegeben. "Wobei ein solches Auto nicht mehr ausgefahren wird", erläutert Schmidt. Im Inneren besticht das Cabrio durch Ledersitze und Holzverkleidung.

TVR wurde 1947 vom Ingenieur Trevor Wilkinson gegründet, der sich zuvor ein extraleichtes Spezialfahrzeug gebaut hatte. Das Kürzel leitet sich vom Vornamen des Gründers ab. Firmensitz ist im englischen Blackpool. Das erste Fahrzeug mit eigens konstruierter Gitterrohrrahmen-Chassis wird - damals noch mit einem Ford-Motor - 1949 gefertigt. 2004 wurde das Unternehmen an einen russischen Multimillionär verkauft. Die Grundpreise für die aktuellen Modelle bewegen sich zwischen 60 000 und 155 000 Euro.

Der Bensheimer "Großvater" der Sportwagenreihe war damit vor 20 Jahren so gesehen ein Schnäppchen. Gerade deshalb sollte der TVR von Jörg Schmidt bei der Versteigerung einen guten Erlös erbringen. Schließlich genießt sein 420 SE fast Kultstatus und das Geld dient einer guten Sache. Bis es allerdings soweit ist, röhrt der Flitzer über Bergsträßer Straßen und macht auf das Anliegen der Hospiz-Stiftung aufmerksam. dr


aus: www.marktplatz-bergstrasse.de
18.08.2006

Einfach nur eine zauberhafte Idee

Festival „Vogel der Nacht“ vom 24. bis 27. August im Stadtpark hilft Hospiz-StiftungC - Wer auf "Offener Bühne" auftreten will, kann sich bei Organisator Harry Hegenbarth melden

Bensheim (mb). Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen: „Vogel der Nacht“ heißt das Festival vom 24. bis 27. August im Bensheimer Stadtpark. Täglich können sich Künstler aller Genres auf der „offenen Bühne“ vorstellen. Dazu kann das Publikum Kurzfilme anschauen oder es sich bei Live-Musik und Feuershows gut gehen lassen.  

Für die kleinen Besucher wird es ein eigenes Kinderprogramm geben. Ein großes Erlebnis verspricht der Auftritt des Liedermachers Michel Suljic zu werden. Das Konzert am 26. August (Samstag) beginnt um 14 Uhr. 

Hinter der Idee dieses Benefiz-Festivals zugunsten der Hospiz-Stiftung Bergstraße steckt der Tausendsassa Harry Hegenbarth. Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Der freiwillige Obolus hilft der Hospiz-Stiftung, die in unmittelbarer Nähe zum Stadtpark ein stationäres Hospiz für acht todkranke Menschen bauen will. 

Sozusagen „Herzstück“ des bislang einmaligen Festivals ist die offene Bühne, schwärmt das Organisationstalent Hegenbarth. Jeder kann zeigen, was er kann. Es darf musiziert, gelesen, gezaubert oder was auch sonst immer gemacht werden.  

Eine Besonderheit ist auch die Kooperation zwischen “Vogel der Nacht” und der Hochschule für Gestaltung (hfg). Junge Nachwuchsregisseure präsentieren an zwei Tagen ihre Kurzfilm-Werke unter freiem Himmel. Die Zuschauer dürfen ihren Lieblingsfilm auswählen. Mit etwas  Glück können tolle Preise gewonnen werden. Außer Konkurrenz werden am 25. August (Freitag) und 26. August (Samstag) zwei mit dem hessischen Filmpreis 2005 preisgekrönte Filme der hfg gezeigt. 

Zum Frühschoppen am 27. August (Sonntag) sind die „lieben Leute“ ab 11 Uhr eingeladen. Dazu spielt die Band „Swing Express“. Die achtköpfige Formation aus Bensheim und Umgebung wird beim Festival „Vogel der Nacht“ ihre neue CD vorstellen. 

Danach heißt es Manege frei für den Kinder-Mitmach-Zirkus von und mit dem Duo „Jomamakü“ aus Landau. Gemeinsam mit dem Kindertheater Zirkus Zampano sind die Pfälzer auch bei der Abschluss-Show zu erleben. 

Wer Lust am Mitmachen beim Festival „Vogel der Nacht“ hat, kann sich bei Harry Hegenbarth (Telefon 06251/855818) melden. 

Internet: www.vodena.de 


Bergsträßer Anzeiger
9. August 2006

Vier Tage "Vogel der Nacht" im Bensheimer Stadtpark
FESTIVAL: Abwechslungsreiches Programm mit Offener Bühne, Kurzfilmen und Kinderprogramm / Spende für Hospiz-Stiftung

Bensheim/Bergstraße. Offene Bühne, Kurzfilme, Live-Musik, Feuerartistik: Der Bensheimer Stadtpark verwandelt sich vom 24. bis 27. August in eine große Festivalbühne. "Vogel der Nacht - Jetzt auch am Tag" bietet ein Programm für Jung und Alt. Der Eintritt ist frei. "Wir bitten aber um einen freiwilligen Eintritt zugunsten der Hospiz-Stiftung", erklärt Eventgestalter Harry Hegenbarth.

Seine Idee von einer offenen Bühne im Stadtpark unter dem Titel "Vogel der Nacht" hatte er bereits im vergangenen Jahr erfolgreich umgesetzt. Einen Abend lang konnte sich jeder für ein paar Minuten ins Rampenlicht stellen. Das Experiment gelang, trotz widriger Witterungsbedingungen kamen viele Zuschauer in Bensheims grüne Lunge. Einer Wiederholung stand demnach nichts im Weg. Als Hegenbarth eine Anfrage des Hospiz-Vereins, sich ein Veranstaltungskonzept zu überlegen, lag die Idee vom Vier-Tage-Festival nahe.

Was der junge Bensheimer daraus gemacht hat, kann sich sehen lassen. Die Offene Bühne bleibt das Herzstück der Veranstaltung. Hier darf jeder sein Können beweisen, der akustische Musik spielen kann. Es darf jedoch auch gelesen, gezaubert "oder auf ganz andere individuelle Weise fasziniert werden", so der Organisator. Technik wird gestellt, das heißt: Einfach vorbeikommen und mitmachen.

Los geht es am 24. August (Donnerstag), von 18 bis 22 Uhr ist die Bühne freigegeben. Gleiches gilt für den 25. August von 18 bis 21 Uhr. Danach beginnt an jenem Abend eine der Hauptattraktionen von "Vogel der Nacht". Die Hochschule für Gestaltung (hfg) in Offenbach zeigt freitags von 21 bis 22.30 Uhr und samstags von 21 bis 23.30 Uhr Kurzspielfilme, Animationen, Experimentalfilme und Dokumentationen.

Nachwuchsregisseure präsentieren an diesen zwei Tagen ihre Werke unter freiem Himmel - auf einer Leinwand mit 3,30 Meter Bildschirmdiagonale. Die Zuschauer können ihren Lieblingsfilm wählen, dem dann am 27. August (Sonntag) um 18.30 Uhr der "Vogel der Nacht"-Filmpreis verliehen wird. Wer seine Stimme abgibt, nimmt automatisch an einer Verlosung teil. Außerdem werden zwei Kurzfilme gezeigt, die 2005 mit dem hessischen Hochschulpreis ausgezeichnet wurden.

Doch nicht nur die Arbeiten der Offenbacher Studenten werden zu sehen sein. Es haben sich bereits Bensheimer bei Harry Hegenbarth gemeldet, die ihre eigenen Kurzfilme präsentieren möchten.

Am Samstag und Sonntag kommen zudem die Kinder voll auf ihre Kosten. Von 14 bis 17.30 Uhr wird Kindermacher Michael Suljic seine größten Erfolge in dem Programm "Hallo Fuß, wach auf" vorstellen. Mit Hilfe der Figuren wie dem Pinguin Fridolin, der für sein Leben gerne Cha-Cha-Cha tanzt, oder der Kuh Agatha, die gerne ein Popstar wäre, macht Michael Suljic seine kindgerechten Texte der Lieder sinnlich erfahrbar.

Zudem gibt es eine große Hüpfburg und Mitmachbasteln mit dem Bensheimer Waldkindergarten. Offen Bühne ist samstags von 17.30 bis 21 Uhr und 23.30 Uhr bis Mitternacht.

Der Sonntag (27. August) startet beschwingt mit einem Frühschoppen von 11 bis 14 Uhr. Zum gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen spielt der "Swing Express". Von 14 bis 17 Uhr haben die Kinder wieder das Sagen. Das Kindertheater "Zirkus Zampano" wird für Abwechslung sorgen. Der Kindermitmach-Zirkus ist eine Attraktion für Jung und Alt.

Offene Bühne ist sonntags von 17 bis 21.30 Uhr. Zum Abschluss von "Vogel der Nacht" wird es von 21.30 bis 22.15 Uhr ziemlich heiß. Das in der Region bekannte Duo Jomamakü zaubert ein fliegendes Lagerfeuer an den Himmel. Die 45 Minuten lange Feuershow lädt zum Mitmachen und Staunen ein.

Wichtig ist, dass die Besucher an allen vier Tagen eine Picknickdecke oder ein Sitzkissen mitbringen, um es sich auf der Wiese im Stadtpark, die sich in eine große Aula verwandeln soll, bequem zu machen.

Viele ehrenamtliche Helfer werden an den vier Tagen im Einsatz sein, um ihren Teil zum Gelingen des Festivals "und zum Ansteigen des Spendenbarometers für die Hospiz-Stiftung beizutragen", so Hegenbarth. Er verweist auf das hohe persönliche Engagement seines Teams ebenso wie auf einige lokale Unternehmen, die sich als Partner und Sponsoren in den Dienst der guten Sache stellen.

Die Hospiz-Stiftung möchte an der Kalkgasse in Bensheim ein stationäres Hospiz errichten. Dafür werden Paten gesucht und Spendengelder benötigt. Gemeinsam mit dem Bergsträßer Anzeiger hat die Stiftung deshalb eine Städtewette der Kommunen an der Bergstraße ins Leben gerufen. Jeder Bürger kann durch einen Anruf fünf Euro für das stationäre Hospiz spenden. Insgesamt wird mit dieser Aktion die Spendenmarke von 80 000 Euro angepeilt. dr


Bergsträßer Anzeiger
2. August 2006

Offene Karten und keine Illusionen
HOSPIZ-VEREIN: Todkranker Mann stirbt im Kreis der Familie

Bergstraße. Alles erschien logisch und normal. Plötzlich gehörte der Tod zum Leben. Wie die Geburt. Das "ob" spielte keine Rolle mehr, es ging allein um das "wie": Keine entwürdigende Verlängerung des Lebens, keine Überweisung in eine fremde Umgebung und keine Illusionen. Der todkranke Vater von Marianne N. (Anm.: Namen von der Redaktion geändert) hatte einen großen Wunsch: Er wollte nicht ins Krankenhaus, sondern die verbleibenden Tage in der vertrauten Gemeinschaft der Familie verbringen.

Am Ende war die Zeit knapp. Die Sterbensphase dauerte nur wenige Wochen. Im Februar kam er nach Hause. Es könne jetzt ganz schnell gehen, sagten die Ärzte. Am Karfreitag ist er gestorben. "Darüber zu sprechen und den Sterbensprozess so nah zu verfolgen, hat der ganzen Familie gut getan", sagt Marianne N.

Eine Bekannte hatte ihr von der Arbeit des Hospiz-Vereins Bergstraße erzählt. Sie ruft in der Bensheimer Geschäftsstelle an und erläutert die Situation. Kurz darauf stellen sich zwei Hospiz-Schwestern vor. Dass man sich "als Ur-Bensheimer" um wenige Ecken kannte, macht die Sache noch leichter.

Schnell entwickelt sich eine Basis tiefen Vertrauens. "Es schien so, als ob wir die einzige Familie sind, um die sich der Verein kümmert", erinnert sich Marianne N. "Niemand hat je auf die Uhr geschaut." Als ihr Vater stirbt, bleibt die Hospizschwester noch weitere acht Stunden im Haus. "Erwarten Sie das mal von einem Arzt. An einem Feiertag", sagt Marianne N.

Von Anfang an hat sich der Besuch auch um die Angehörigen gekümmert. Um die Ehefrau des Patienten, um die Tochter und deren Mann sowie die beiden Enkelkinder. "Der fachliche Beistand war eine ungeheure Beruhigung", sagt Werner N.*, der den Kontakt zum Hospiz-Verein heute als "absolut richtige Entscheidung" bezeichnet. "Mein Vater ist in einem Krankenhaus weit weg von Zuhause verstorben. Ich habe schlechte Erfahrungen gemacht." Die Fachschwestern kümmern sich rund um die Uhr - eine Leistung, die im gewöhnlichen Hospitalbetrieb in einer solchen Intensität unmöglich ist. Schon am ersten Tag werden die Telefonnummern getauscht. Offene Ohren, Erfahrung und Hilfsbereitschaft sind 24 Stunden erreichbar. Das Miteinander Sprechen tut gut. "Das war ein seelischer Beistand, der uns sehr geholfen hat", sagt Marianne N. über ein gewaltiges Stück Trauerarbeit, das bei den regelmäßigen Besuchen gleichsam "nebenbei" bewältigt wurde.

Begleitung und Beistand
Die Stresslosigkeit und Ruhe der Hospizhelferinnen beeindrucken die Familie ebenso wie ihre fachliche Kompetenz. Sie zeigen den Angehörigen, wie der Patient bequem liegt und wie man mit wenigen Handgriffen viel bewirkt. Die Schmerztherapie war wesentlicher Bestandteil der Begleitung. Jedes Detail wurde genau erklärt. Auch, als es zu Ende geht, wird der Realität ins Gesicht geblickt. Am Morgen des Karfreitags geht es dem Patienten deutlich schlechter. Er beginnt, schwer zu atmen. Marianne N. ruft die Hospizschwester an. Sie bleibt den ganzen Tag, nah am Sterbenden und seiner Familie. Sie begleitet ihn bis in den Tod, bleibt noch lange Zeit am Bett sitzen. Waschen, und Anziehen, die nächsten Schritte besprechen. "Sie hat einfach die richtigen Worte gefunden", blickt Marianne N. zurück.

Der Vater blieb noch eine Nacht zu Hause. Viel Zeit für einen Abschied, der auch mit dem Abstand einiger Monate als harmonisch, friedlich und intensiv beschrieben wird. "Das war genau das Gegenteil von dem, was ich bei meinem Vater erlebt habe", sagt Werner N. Es war ein Loslassen voller Ruhe und mit einer Selbstverständlichkeit, die Marianne N. bis dahin kaum für möglich hielt. Die ganze Familie nahm Teil und erlebte das Sterben als unmittelbare Erfahrung, die von Würde, Mitgefühl und menschlicher Nähe geprägt war. Der Tod wurde als Teil des Lebens anerkannt, gemeinsam erlebt und zugelassen. tr


Bergsträßer Anzeiger
2. August 2006

Stationäres Hospiz soll Versorgungslücke schließen
Bei Städte-Wette sind Festspielkarten zu gewinnen / Spenden, Patenschaften und Spendentelefon

Bergstraße. Die oben stehende Reportage macht die Bedeutung der Hospizarbeit deutlich, die für eine liebevolle Begleitung von unheilbar kranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen steht. Den Patienten soll durch Beistand und Begleitung in der letzten Lebenszeit ein Sterben im vertrauten Umfeld ermöglicht werden, welches die Würde und Mündigkeit des Menschen bewahrt.

Der Hospizverein Bergstraße arbeitet seit zwölf Jahren im Sinne dieser Grundsätze und will jetzt mit dem Bau eines stationären Hospizes am Bensheimer Kirchberg eine Lücke im Versorgungsnetz schließen. Um dieses Vorhaben zu finanzieren, haben Hospizstiftung und Bergsträßer Anzeiger die Hospiz-Städte-Wette ins Leben gerufen, die seit Juni einlaufenden Spenden werden im Spendenbarometer ins Bild gesetzt. So hat zum Beispiel die GLB-Fraktion im Bensheimer Stadtparlament bereits reagiert und 530 Euro gespendet - möglicher Anreiz für andere politische Gruppierungen, sich zu engagieren.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich finanziell zu beteiligen: Im Kundenforum des BA und in allen Rathäusern liegen Überweisungsträger für Spenden aus, außerdem können Patenschaften abgeschlossen werden. Formulare hierzu gibt es in der Geschäftsstelle des Hospizvereins (Tel. 06251/680404). Mit einem Anruf am Spendentelefon (Tel. 0900/1226655) gehen fünf Euro an die Hospizstiftung.

Wer sich beeilt und unter den ersten 50 Spendern über 50 Euro ist, kann zwei Freikarten für die "Sonny Boys" bei den Heppenheimer Festspielen gewinnen. ank


Südhessen Morgen
29. Juli 2006

Ein weiterer Baustein für ein stationäres Hospiz
Bergsträßer Initiative spendet Erlöse aus Kuchenverkauf auf dem Bürstädter Wochenmarkt

Bürstadt. Eine Spende in Höhe von 500 Euro überreichte die Hospizinitiative im Ried der Hospiz-Stiftung Bergstraße als weiteren Baustein auf dem Weg zum Bau des stationären Hospizes in Bensheim. Monika Kroker, Vorsitzende der in Bürstadt ansässigen Hospizinitiative, übergab den Spendenscheck Dr. H.W. Otto Menzel vom Vorstand des Stiftungsbeirates. Menzel berichtete von den planerischen Vorarbeiten, die inzwischen schon fast zur Ausschreibungsreife gediehen sind.

Allerdings habe die Stiftung noch nicht ganz den finanziellen Grundstock angehäuft, aus dem die vorgesehenen Aufgaben gespeist werden können. Rund eineinhalb Millionen Euro hat die 2002 ins Leben gerufene Stiftung inzwischen schon gesammelt. Eine weitere Million Euro werde rechnerisch noch benötigt. Gier erwartet für die Stiftung einen namhaften Betrag aus einer Erbschaft, die dem Bensheimer Hospizverein zugeflossen war.

Weitere Teilbeträge könnten die 22 Kommunen des Kreises Bergstraße beisteuern; 50 Cent pro Einwohner erbittet die Hospiz-Stiftung. Sieben Bergsträßer Gemeinden haben diese Beiträge schon geleistet und Menzel hofft, dass noch alle anderen folgen werden. Und in diesen Tagen laufen zwei weitere Sammelaktionen an. Anrufer aus dem Festnetz der Deutschen Telekom können unter der Nummer 0900/12 26 65 5 mit der Telefonrechnung 5 Euro an die Hospiz-Stiftung abbuchen lassen. Oder Bergsträßer Bürger können mit einer so genannten Patenschaft regelmäßig feste Beträge überweisen.

Unterstützung erhält die Stiftung natürlich aus den Reihen der Mitglieder: Das sind die acht Hospizvereinigungen von Bergstraße, Odenwald und Ried, die Kommunen des Kreises und noch einmal gesondert die Bürgermeister-Dienstversammlung sowie die evangelischen und katholischen Dekanate. Diese Mitgliedsgemeinschaften haben einen Beirat gebildet, dessen Vorstand die Geschäfte der Stiftung führt.

Monika Kroker, die seit einiger Zeit diesem Beirat angehört, wollte jetzt mit der Spende ein Zeichen setzen für den weiteren Fortschritt auf dem Weg zum stationären Hospiz. Das Geld war gesammelt worden aus dem Erlös beim Kuchenverkauf auf dem Bürstädter Wochenmarkt. Da waren 435 Euro zusammen gekommen, die großzügig auf 500 Euro aufgerundet worden waren. eib


Bergsträßer Anzeiger
21. Juli 2006

Mit Kultur unter schattigen Bäumen Spenden sammeln
BENSHEIM AKTIV: Sechs Veranstaltungen für Bau des Hospizes


Bergstraße. "Bensheim Aktiv" unterstützt mit einem Sommerprogramm den Bau des stationären Hospizes am Kirchberg. Vom 23. Juli bis zum 27. August werden jeweils sonntags von 11 bis 13 Uhr verschiedene künstlerische Darbietungen unter den schattigen Bäumen des Walderdorffer Hofes in Bensheim geboten. Die Künstler verzichten auf ihr Honorar und hoffen, dass sie bei freiem Eintritt das Publikum zu großzügigen Spenden für den Hospizverein bewegen können.

Den Auftakt für das bunte Programm aus Lesungen und Liedern, Jazz und Oldies, Akkordeon und Flamenco machen am kommenden Sonntag (23. Juli) die beiden Bensheimer Dichter Michael Böhm und Jochen Micknat.

Böhm, der vor zwei Jahren mit seiner Familie von München nach Bensheim übersiedelte, arbeitet als IT-Fachmann. Bereits seit seiner Kindheit ist Böhm schriftstellerisch tätig. Er hat schon mehrere Bücher veröffentlicht und wird am Sonntag aus seinen Kurzkrimis lesen, die teilweise in Bensheim spielen.

Jochen Micknat, der vielseitig künstlerisch tätig ist, verdient sein Geld als Gestalt-Heiltherapeut. Das Musik- und Schauspieltalent ist viel in der Welt herumgekommen und seit einigen Jahren wieder in seiner Heimatstadt Bensheim ansässig. Micknat, der die Zuschauer gerne überrascht, wird am Sonntag neben eigenen Werken auch Texte des am 30. Juni verstorbenen Dichters und Titanic-Autors Robert Gernhardt vortragen.

Der Hospizverein wird die Gelegenheit nutzen, seine Arbeit und Ziele kurz vorzustellen.

Die Termine- und Themenfolge für den Wohltätigkeitsreigen im Überblick:

23. Juli, Literarischer Frühschoppen mit den Bensheimer Dichtern Michael Böhm und Jochen Micknat;

30. Juli, die Heimatvereinigung Oald Bensem lädt ein;

6. August, Oldies mit Pianist Rudi Olbrich und seinem elektronischen Orchester;

13. August, Konzert des Akkordeon-Club Blau-Weiss Bensheim;

20. August, Jazz-Frühschoppen mit dem Steffen-Müller-Trio;

27. August, Rumba-Flamenco-Performance von "Sol de Espagna" mit Tanja La Felina. z
 


Bergsträßer Anzeiger
20. Juli 2006

Stabiles Fundament für stationäres Hospiz
STIFTUNG: Arbeitskreis Soziales der CDU auf Informationsbesuch / Fördermöglichkeiten sondieren

Von unserem Mitarbeiter Thomas Tritsch

Bergstraße. "Die zweigleisige Hospiz-Bewegung an der Bergstraße ist vorbildlich. Verein und Stiftung leisten hervorragende Arbeit", bilanziert Anne Oppermann, Vorsitzende vom Arbeitskreis Soziales der hessischen CDU-Landtagsfraktion. Bei einem Besuch im Bensheimer Hospiz-Büro informierten sich die Sozialpolitiker gestern über Motive und Ziele der Hospiz-Familie, die sich derzeit voll auf die Finanzierung des stationären Hospizes am Kirchberg konzentriert.

Die Bergsträßer Landtagsabgeordnete Illona Dörr - ebenfalls Mitglied im Arbeitskreis - sicherte dem Vorstand ihre politische Hilfestellung zu: Mit dem Hessischen Sozialministerium soll demnächst erörtert werden, ob und, wenn ja, in welchem Ausmaß eine finanzielle Förderung der regionalen Hospiz-Arbeit möglich ist.

Vom Land hat die Stiftung bis dato noch keine Zuschüsse erhalten. Wie Anne Oppermann erklärt, könne gerade im Bereich der ambulanten Sterbebegleitung ein Schulterschluss mehrerer lokaler Vereine unter dem großen Dach des Hospiz-Vereins (HVB) sinnvoll sein. "Ein förderungswürdiger Zusammenschluss, von dem alle profitieren."

Vor allem in kleineren Ortschaften in ländlichen Gebieten fehlt es häufig an kompetenten Einrichtungen, die sich um die Beratung und Betreuung von Angehörigen kümmern. "Der Bergsträßer Verein wäre eine gute Dachorganisation mit inhaltlicher und personeller Kompetenz", so Anne Oppermann, die sich mit ihren Kollegen Rafael Reißer (Darmstadt), Roger Lenhart (Groß Gerau) und der Fachreferentin Daniela Engelhardt aus erster Hand über die regionale Hospizbewegung informierte.

Wie Jörg Schmidt aus dem Stiftungsvorstand betont, müsse das stationäre Hospiz unbedingt auf einem gesunden fianziellem Fundament gebaut werden, um einen späteren Leerlauf zu verhindern. Ohne eine stabiles Polster für die laufenden Betriebskosten sei ein Baustart unvernünftig. "Was nutzt ein schönes Haus, wenn es nicht unterhalten werden kann?" Der Vorstand geht davon aus, dass sich das derzeitige Stiftungskapital von rund 1,5 Millionen Euro verdoppeln muss, um den Betrieb der Einrichtung zu gewährleisten.

Das geplante Hospiz an der Kalkgasse verfügt auf zwei Etagen über zehn Zimmer und acht Betten. Wie ein Modell zeigt, fügt sich das Haus harmonisch in die landschaftliche Umgebung des Kirchbergs. Das gelände wurde dem Verein von der Stadt Bensheim in Erbpacht überlassen. Der Standort in Stadtnähe kam der Hospiz-Familie übrigens sehr entgegen: Das Haus sollte bewusst nicht in die Peripherie gedrängt werden, wie Jörg Schmidt erklärt. "Ein Hospiz gehört in die Mitte der Gesellschaft".

Bis zum Ende dieses Jahres wird die Baugenehmigung erwartet. Indes läufen die Spendenaktionen auf Hochtouren. Die gemeinsam mit dem Bergsträßer Anzeiger ins Leben gerufene Städte-Wette hat das regelmäßig veröffentlichte Spendenbarometer bereits kräftig in die Höhe getrieben. Mit im Boot sind Bensheim, Zwingenberg, Lindenfels, Lautertal, Lorsch und Einhausen. Ziel ist die Summe von 80 000 Euro zur Unterstützung des Hospiz-Projekts. Durch eine gesammelte Großspende aus dem Lautertal ist die Wassermarke von 30 000 Euro jüngst deutlich überschritten worden. Neben einem Spendentelefon (5 Euro je Anruf, Z 0900-1226655) können auch Patenschaften zur Finanzierung der laufenden Betriebskosten abgeschlossen werden (Formulare gibt es in der Geschäftsstelle des Hospiz-Vereins (Z 06251-680404).

Anne Oppermann lobte die Initiative als motivierende Aktion einer breiten Öffentlichkeit, ohne die ein solches Großprojekt kaum zu realisieren sei. "Die Themen Sterben und Tod müssen in der Gesellschaft endlich akzeptiert werden. Sie leisten einen erheblichen Beitrag".

Die erfolgreiche Biografie des Hospiz-Vereins, der 1994 gegründet wurde, sowie die zunehmende Resonanz auf die Planung des stationären Hospiz zeigen, dass die Bergsträßer Hospiz-Familie den Spagat zwischen moralischer Verpflichtung und wirtschaftlich adäquater Umsetzung holperlos bewältigen kann. Jörg Schmidt: "Im Vordergrund aller Bemühungen steht die Umsetzung der Hospiz-Idee. Jeder, der uns unterstützt, wird zu einem Teil dieser Motivation."


aus: www.marktplatz-bergstrasse.de
17.07.2006

Eine Million fehlt noch
Hospizinitiative Ried spendet Hospiz-Verein Bergstraße 500 Euro für das in Bensheim geplante stationäre Hospiz

Ried (mic). Die Hospizinitiative im Ried, die normalerweise selbst Spenden empfängt, ist erstmals selbst Spender: Die Vereinsvorsitzende Monika Kroker, Rechnerin Brunhilde Stehlik und Palliative Care-Kraft Margarethe Keilman haben H.W. Otto Menzel von der Hospizstiftung Bergstraße einen Scheck über 500 Euro übergeben.

Im Kreis Bergstraße gibt es acht Hospiz-Vereine und Initiativen, die sich am 30. April 2002 zu einer Interessensgemeinschaft zusammengetan haben. Der Kreis Bergstraße hat basierend auf einem Kreistagsbeschluss vom 17. Dezember 2001 einmalig 250.000 Euro als Beitrag für die Hospizstiftung und den Bau einer stationären Hospizeinrichtung in Bensheim bereitgestellt.

Das Grundstück in unmittelbarere Nähe zum Stadtpark hat die Stadt Bensheim in Erbaupacht überlassen. Um das Projekt zu realisieren, fehlt der Stiftung noch rund eine Million Euro. „Dieses Geld müssen wir bis Dezember aufbringen. Dann könnten wir sofort mit dem bau beginnen“, erklärte Menzel bei der Scheckübergabe am 13. Juli in Bürstadt.

Die 500 Euro sind ein weitere Baustein auf dem Weg zur Million. Das Geld ist der Erlös des Kuchenverkaufs einige Mitglieder der Hospizinitiative Ried beim Bürstädter Wochenmarkt im Mai. Alle können mithelfen, dass die Million Euro zusammenkommt, entweder als Pate oder durch einen Anruf beim Spendentelefon. Wer die Nummer 0900/1226655 wählt, spendet automatisch fünf Euro an die Hospiz-Stiftung Bergstraße.


Bergsträßer Anzeiger
15. Juli 2006

Schnellste Spender erhalten Karten für die Festspiele Heppenheim
HOSPIZ-SPENDENAKTION: Lautertal liegt mit über 30 000 Euro bei der Städtewette weit vorne

Bergstraße. Seit fünf Wochen läuft die Städtewette für die Hospizstiftung Bergstraße, die Bürgermeister von Bensheim, Lorsch, Einhausen, Zwingenberg, Lautertal und Lindenfels haben eingeschlagen und rühren in ihren Gemeinden die Werbetrommel für den Spendenwettbewerb.

Gebraucht wird das Geld für den Bau und Unterhalt des stationären Hospizes, das am Bensheimer Kirchberg entstehen soll. Die gemeinsam von Hospizstiftung und Bergsträßer Anzeiger ins Leben gerufenen Aktion hat eine Summe von 80 000 Euro zum Ziel. Dabei stehen die Städte und Gemeinden im sportlichen Wettbewerb nach dem Vorbild von Thomas Gottschalks Städtewette für die Aktion "Menschen für Menschen" von Karlheinz Böhm.

Pro Einwohner haben sich die Stadtoberhäupter eine Zielmarke von einem Euro gesetzt - die selbstverständlich übertroffen werden kann und darf. Und siehe da: Nach der ersten von der Hospizstiftung vorgelegten Spenderliste liegt Lautertal ganz weit vorn: Mit 30 130 Euro bei rund 7500 Einwohnern hat die Gemeinde ihr Soll bereits mehr als erfüllt. Bürgermeister Kaltwasser wird's freuen, die anderen Kommunen dürfen sich jetzt an dieser Messlatte orientieren und kräftig nachlegen. Bensheim, mit rund 40 000 Einwohner größte Stadt an der Bergstraße, liegt derzeit bei rund 6800 Euro - da besteht noch kräftig Nachholbedarf. Die Aktion steht auf mehreren Füßen:

Neben den "normalen" Spenden, für die Überweisungsträger in sämtlichen Rathäusern und im Kundeforum des Bergsträßer Anzeigers am Ritterplatz ausliegen, gibt es die Patenschaften, die vor allem die laufenden Betriebskosten des stationären Hospizes sichern sollen.

Patenschaftsformulare liegen ebenfalls aus, können aber auch direkt in der Geschäftsstelle des Hospizvereins geordert werden (Telefon 06251/680404).

Besonders unkompliziert ist eine Spende per Telefonanruf: Einfach die Rufnummer 0900/1226655 wählen und schon sind fünf Euro auf dem Konto der Hospizstiftung verbucht. Die Abrechnung erfolgt über die nächste Telefonrechnung.

Bis zum Welthospiztag am 6. Oktober 2006 läuft die Städtewette, die im nebenstehenden Spendenbarometer optisch dargestellt wird. Im Bergsträßer Anzeiger werden in den kommenden Wochen die Spenderlisten (natürlich anonym), geordnet nach den jeweiligen Ortschaften veröffentlicht. Hier wird dann deutlich, in welchen Orten noch ein wenig "nachgelegt" werden muss oder wo das Engagement der Bürger schon erfreulich hoch ist.


Bergsträßer Anzeiger
1. Juli 2006

Akzeptieren, dass der Tod zum Leben gehört
HOSPIZVEREIN: Doris Kellermann berichtet in der Heilig-Geist-Gemeinde über ihre Arbeit

Heppenheim. Die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender war am Sonntag Thema einer Matinee in der Reihe "Heil und Heilung" im evangelischen Gemeindehaus neben der Heilig-Geist-Kirche.

Pfarrer Dirk Römer hatte zu einem interessanten und nachdenklich machenden Vortrag von Doris Kellermann eingeladen. Kellermann ist eine so genannte Palliative-Care-Fachkraft beim Hospizverein Bergstraße. Gleich zu Beginn machte sie den überwiegend älteren Zuhörern klar, dass Hospizarbeit keineswegs etwas mit dem Alter zu tun habe. Menschen jeden Alters auch Kinder mit unheilbaren Krankheiten werden von den Fachkräften und ehrenamtlichen Helfern des Hospizvereins überwiegend zu Hause bis zu ihrem Tod begleitet. Im kommenden Jahr soll in Bensheim ein stationäres Hospiz mit acht Betten entstehen.

"Was ist eigentlich Gesundheit?", stellte die engagierte Pflegekraft eine Frage in den Raum, die man auf unterschiedlichste Weise beantworten kann. Die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) definiert das so: "Gesundheit ist der Zustand des völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht das Freisein von Krankheiten und Gebrechen." Ein hoher Anspruch, waren sich die Zuhörer einig. Die juristische Definition betrachtet alles nüchterner: Krankheit, so kann man in Gesetzestexten nachlesen, sei ein regelwidriger körperlicher und geistiger Zustand, dessen Eintritt entweder die Notwendigkeit der Heilbehandlung des Versicherten oder lediglich seine Arbeitsunfähigkeit oder beides zur Folge habe.

Auch für den Schmerz gibt es die unterschiedlichsten Begriffserklärungen, die sicher alle auf ihre Weise richtig sind. Doch im Hospizverein gebe es nur eine wahre Definition, so Kellermann: Schmerz sei das, was der Patient als einen solchen bezeichne. Anders als im "normalen" Leben, macht die Hospizbewegung keinen Unterschied zwischen akutem und chronischem Schmerz. Zur Erklärung: Der akute Schmerz ist in der Regel sinnvoll, oft sogar lebenserhaltend. Denn, so die Fachkraft, er sei etwa bei einem Armbruch ein Warnzeichen dafür, sich zu schonen oder einen Arzt aufzusuchen. Akuter Schmerz wird von der Umgebung des Betroffenen akzeptiert.

Schmerzen therapieren
Anders sehe es mit chronischen Schmerzen aus. Diese hätten keine Schutz- und Heilfunktion, sondern würden zu einer eigenständigen Schmerzkrankheit, die den Betroffenen physisch, psychisch und sozial zermürbe. Eine sinnvolle, frühzeitige Schmerztherapie sei hier angebracht. Das Problem: Chronische Schmerzen haben eine sehr geringe Akzeptanz durch die Mitmenschen. Wer an chronischen Schmerzen leide wie viele Schwerkranke in ihren letzten Lebenswochen, der gerate schnell ins Abseits.

Keine Sterbehilfe
Die Beziehungen und die Rollenverteilung innerhalb der Familie verschiebe sich. Durch Arbeitsunfähigkeit oder Bettlägerigkeit komme man nicht mehr vor die Tür. Freunde werden weniger, Vereinsamung droht. Und diese Einsamkeit, so weiß Doris Kellermann aus ihrer beruflichen Erfahrung, schmerze oft am meisten. Gerade an dieser Stelle können die ehrenamtlichen Helfer des Hospizvereins den Patienten beistehen, sich Zeit nehmen für ein Gespräch, ein Skatspiel oder ähnliches.

Ausdrücklich abgelehnt wird von der Hospizbewegung die aktive Sterbehilfe. Das sei zwar oft nicht leicht, weil das Sterben sehr schlimm sein könne, "doch wir töten keine Menschen, auch wenn sie uns darum bitten". Allerdings wird das Leben Todkranker auch nicht unnötig verlängert. Helfer wie Angehörige müssten akzeptieren lernen, dass das Leben zu Ende gehe.

Auf die Frage, wie Kellermann und ihre Mitstreiter es aushielten, ausschließlich Patienten zu betreuen, die sterben werden (im vergangenen Jahr waren es über 100), antwortete die Schwester: "Man soll es gar nicht aushalten. Man soll die Krankheit annehmen. Der Tod gehört zum Leben." Wenn man akzeptiere, dass ein Mensch sterbe, könne man dies auch anderen besser angstfrei vermitteln. rid


Bergsträßer Anzeiger
28. Juni 2006

Patenschaftsanträge per Post senden
Defekt beim Hospizverein

Bergstraße. Die Hospizstiftung Bergstraße arbeitet weiterhin an ihrem Ziel, den Bau und Unterhalt eines stationäres Hospizes zu finanzieren. Ein wichtiger Baustein der Kampagne sind die Patenschaftsanträge, die in allen Rathäusern, Bürgerbüros und auch im Kundenforum des Bergsträßer Anzeigers am Ritterplatz ausliegen.

Durch einen technischen Defekt am Fax-Gerät in der Geschäftsstelle des Hospizvereins sind die in der vergangenen Woche eingesandten Patenschaftsanträge aber leider unleserlich und können deshalb nicht bearbeitet werden. Die Mitarbeiterinnen bitten darum, dass diejenigen, die vom 19. bis 25. Juni einen Patenschaftsantrag gefaxt haben, diesen noch einmal per Post an den Hospizverein senden. Auch in den kommenden Tagen sollten Anträge zur Sicherheit auf dem Briefweg an folgende Adresse übermittelt werden: Hospiz-Verein Bergstraße, Hauptstraße 81, 64625 Bensheim.


Bergsträßer Anzeiger
26. Juli 2004

Auf den Tod vorbereiten
Kurs für ehrenamtliche Hospizhelfer / Leid lindern

Bergstraße. Der Hospiz-Verein Bergstraße organisierte zum sechsten Mal einen Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Hospizhelfer durch. Am 20. Juli schlossen die Teilnehmerinnen der Schulung für Sterbe- und Trauerbegleitung ihren Kurs ab.

Seit September letzten Jahres setzte sich die Gruppe unter anderem mit eigenen Verlusten und der eigenen Sterblichkeit auseinander, denn dies ist die Grundvoraussetzung, sich Menschen in deren Sterbephase liebevoll und vorurteilsfrei zuwenden zu können. Hierbei werden die Sterbephasen als gestaltungsfähige und zu gestaltende Phasen des Lebens begriffen, und den begleiteten Menschen wird ein "Leben bis zuletzt" ermöglicht.

Im Rahmen der Schulung werden Theorie und Praxis der Wahrnehmung, des Zuhörens und des tieferen Verstehens erarbeitet und erprobt, denn "die Hospizhelferinnen sind sensibel für die Not der Menschen, sie lassen sich vom Leid berühren und versuchen es nach Kräften zu lindern," wie Elfriede Roman-Menzel, die Supervisorin des Vereins und ebenfalls Kursleiterin, ergänzt.

Für Fragen und Anliegen stehen die Mitarbeiter der Geschäftsstelle täglich von 8 bis 14 Uhr sowie nachmittags nach Vereinbarung zur Verfügung. Unter Telefon: 06251-680404 ist der Verein jederzeit erreichbar.


Bergsträßer Anzeiger
21. Juni 2006

Eine Aufgabe, die Kopf und Seele fordert
HOSPIZVEREIN: Sterbebegleiterinnen berichten von ihrer Arbeit / Wirkliche Nähe bedeutet mehr als Anwesenheit


Bergstraße. "Ich kann einen Menschen im Herzen, seine Last letztlich aber nicht auf meinen Schultern tragen. Es geht darum, für jemanden da zu sein. Das bedeutet, seine Situation und sein Schicksal anzunehmen, ein Stück weit mitzugehen und versuchen, sein Leben zu erleichtern."

Rosemarie Köppner ist Sterbebegleiterin. Eine Aufgabe, die Kopf und Seele fordert. Fast alle Menschen, die sie begleitet, befinden sich in der so genannten terminalen Phase ihres Lebens: unheilbar Kranke, denen eine medizinische Versorgung nicht mehr helfen kann.

Die Hospizhelfer können. Von nun an geht es ums kostbare Leben bis zuletzt - nicht um eine Verlängerung um jeden Preis. Vor gut zehn Jahren hat sich ihr Bauchgefühl gemeldet: "Du musst etwas tun". Kurze Zeit später ist die gelernte Krankenschwester über eine Anzeige im Bergsträßer Anzeiger gestolpert, die ihr eigenes Leben verändert hat. Der Hospizverein Bergstraße bot die ersten Vorbereitungskurse für ehrenamtliche Hospizhelfer an.

Grundkurs, Praktikum, Vertiefung. Mitgehen, Zuhören und Grenzen erkennen. Die erste Begleitung war in einem Bensheimer Seniorenheim: eine alte Dame, keine Angehörige. Bewegende Momente brauchen Halt. "Ein kranker Mensch ist sehr sensibel und spürt die Präsenz des anderen". Wirkliche Nähe bedeutet mehr als bloße Anwesenheit.

Vor zehn Jahren wurden Hospizhelferinnen wie Rosemarie Köppner zur Selbstständigkeit erzogen. Die Begleitungsphasen dauerten länger, der persönliche Beistand im noch jungen Verein war weniger intensiv als heute. Als charakteristisches Mitbringsel waren Belastbarkeit, Einfühlsamkeit und Selbstvertrauen gefragt. Daran hat sich nichts geändert. Zwei Besuche die Woche sind die Regel - halb jährige Pausen ebenso. Sterbebegleitung heißt auch Selbsterfahrung: Intensive Begegnungen brauchen Ruhephasen. Den Kopf frei machen.

"Ich tue, was ich kann. Mehr kann ich nicht tun", zitiert Doris Kellermann eine Kollegin. Das Gründungsmitglied des Vereins ist eine erfahrene Palliative-Care-Fachkraft, kümmert sich also um Patienten mit einer nicht heilbaren, fortgeschrittenen Erkrankung. Schmerztherapie, menschlicher Beistand und die Entlastung der Angehörigen sind die tragenden Säulen der Palliativmedizin.

Rosemarie Köppner hat die reinigende Kraft der Kommunikation bei ihren Begleitungen unmittelbar selbst erfahren: Eine Frau aus dem Odenwald, der Ehemann im Wachkoma. Einmal die Woche fährt sie zu ihr. Beim Spazierengehen fallen die Blockaden. "Jede neue Begegnung ist eine neue Herausforderung", sagt sie als eine von 50 Hospizhelferinnen, die derzeit im Verein als Sterbe- und Trauerbegleiterinnen qualifiziert sind. Es gibt auch ein paar Männer.

Die deutsche Gesellschaft tut sich schwer mit der Integration des Unabwendbaren. Der Tod fristet ein Schattendasein. Mit durchschnittlich 60 Stunden Sterbebegleitung kommen ihm die ehrenamtlichen Hospizhelfer während ihrer knapp einjährigen Ausbildungszeit näher als jeder Medizinstudent, erklärt Doris Kellermann. Sterben ist nicht prüfungsrelevant. Die Mitarbeiter dokumentieren ihre Erlebnisse, alle vier Wochen trifft sich die Gruppe zum Erfahrungsaustausch. "Man lernt mit- und voneinander. Dabei hat Schlimmes und Schönes Platz", erklärt Elfriede Roman-Menzel, Hospizhelferin der ersten Stunde und Kursleiterin in Bensheim, Bürstadt und Pfungstadt.

Nach den Sommerferien beginnt der bisher achte Helferkurs. 20 Seminareinheiten in drei Abschnitten; das Interesse ist enorm. "Jeder Einzelne bringt Individualität in die Arbeit ein", so Elfriede Roman-Menzel. Die Aufgeschlossenheit gegenüber den Hospizhelfern ist in der Regel groß. Aber manchmal treffen die Mitarbeiter auf Hemmschwellen. "Angehörige könnten denken, sie genügen nicht den Ansprüchen", sagt Rosemarie Köppner. Dann gilt es, Vertrauen aufzubauen und den Grund für die Hilfeleistung zu betonen.

Loslassen ist schwierig, weiß auch Doris Kellermann: "Es geht um das Annehmen der Situation und nicht ums Aushalten des Leids". Die andere Perspektive lässt den nahenden Tod als etwas zum Leben gehörendes erscheinen, das man sanft begleiten und nicht mit einer vermeintlich unerschütterlichen Härte ertragen sollte.

Das spiegelt sich im Selbstverständnis der Mitarbeiter. Der Hospizverein Bergstraße ist kein depressiver Club, sondern ein wachsender Zusammenschluss engagierter Köpfe im Dienste von Würde und Menschlichkeit. Das unterstreicht auch Rosemarie Köppner: "Man reift und wächst manchmal über sich hinaus. Die Arbeit als Hospizhelfer bewegt etwas in einem selbst." tr


Bergsträßer Anzeiger
10. Juni 2006

Städte-Wette für das Hospiz
Stiftung und Bergsträßer Anzeiger starten Spenden-Initiative

Bergstraße. Topp, die Wette gilt! Was Thomas Gottschalk mit seiner Städtewette vorgemacht hat, will jetzt die Hospizstiftung Bergstraße gemeinsam mit dem Bergsträßer Anzeiger auf die Region übertragen. Durch einen Spenden-Wettstreit der Städte und Gemeinden an der Bergstraße soll ein weiterer Schritt zur Finanzierung des stationären Hospizes getan werden. 

Während eines Kamingesprächs in der Redaktion des Bergsträßer Anzeigers wurde die Idee der Städte-Wette geboren und in einer zweiten Runde mit den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen "festgeklopft". Jeder Bürger kann durch einen Griff zum Telefonhörer fünf Euro für das stationäre Hospiz, das am Bensheimer Kirchberg gebaut werden soll, spenden. Die Telefonnummer lautet 0900/ 1 22 66 55. 

Die eingehenden Meldungen werden den Gemeinden zugeordnet, der "Wasserstand" wird in regelmäßigen Abständen in Form eines Spendenbarometers im BA veröffentlicht. 


Bergsträßer Anzeiger
10. Juni 2006

Bürgermeister schlagen in Hospiz-Städte-Wette ein
Ziel: Jeder Einwohner spendet einen Euro für stationäres Hospiz
Von unserem Redaktionsmitglied Annette Kunz
 

Bergstraße. Topp, die Wette gilt! Was Thomas Gottschalk mit seiner Städte-Wette vorgemacht hat, will jetzt die Hospizstiftung Bergstraße gemeinsam mit dem Bergsträßer Anzeiger umsetzen und für ein Projekt der besonderen Art nutzen: Durch einen Spenden-Wettstreit der Städte und Gemeinden soll der entscheidende Schritt zu einem stationären Hospiz für die Bergstraße geschafft werden. 

Bei einem Kamingespräch in der Redaktion des Bergsträßer Anzeigers waren die Bürgermeister von der Idee begeistert und schlugen spontan in die Hospiz-Städte-Wette ein. Auch wenn die Rathauschefs bei der Aktion "als Fahnenträger voranmarschieren", Türöffner spielen und sicher so manchen hilfreiche Kontakt knüpfen - bei der Spendenaktion ist jeder Bürger gefragt. 

Ziel ist, eine Summe zusammenzubekommen, die einer Spende von einem Euro je Einwohner jeder Stadt oder Gemeinde entspricht, das heißt, in Bensheim als der größten Stadt an der Bergstraße wären dies rund 40 000 Euro, Lindenfels wäre bereits mit 5400 Euro dabei und in Zwingenberg sollten entsprechend der Einwohnerzahl rund 7100 Euro zusammenkommen - es darf natürlich auch mehr sein. 

Wie kann ich spenden? Ganz einfach, das Spendentelefon ist ab sofort geschaltet. Wer fünf Euro spenden will, greift zum Telefonhörer und wählt Z 0900/1 22 66 55. Die Abrechnung erfolgt dann problemlos über die nächste Telefonrechnung. Wichtig: Spendenanrufe dürfen nur aus dem Festnetz der Deutschen Telekom erfolgen. Bis zum Welthospiztag am 6. Oktober 2006 soll eine möglichst hohe Summe für den Unterhalt des stationären Hospizes auf dem Konto eingehen. 

Um den sportlichen Ehrgeiz anzuregen, wird der Wettkampf der Kommunen auch optisch umgesetzt, ein in regelmäßigen Abständen im Bergsträßer Anzeiger veröffentlichtes Spendenbarometer zeigt die jeweiligen "Wasserstände" der Städte und Gemeinden. Nicht nur Spenden einzelner Bürger, auch Erlöse aus Vereinsfesten, Benefizveranstaltungen oder Firmenspenden werden den Kommunen zugeordnet und erhöhen deren Spendenstand.  

Geboren wurde diese Idee bei einem ersten Redaktionsgespräch mit Vertretern der Hospizstiftung Bergstraße und Landrat Matthias Wilkes, der Ideengeber für die Städte-Wette war und anregte, den von Karl-Heinz Böhm und Thomas Gottschalk initiierten Wettbewerb auf das Anliegen der Hospizstiftung zu übertragen. "Wenn wir es schaffen, dass jeder Einwohner der Kommunen einen Euro für das stationäre Hospiz spendet, wäre das schon ein toller Erfolg", setzte Wilkes eine Zielmarke, die es jetzt zu knacken gilt. 

Auch die Bürgermeisterrunde schwor sich auf das gemeinsame Ziel ein: "Die Arbeit des Hospizvereins ist so wichtig, dass wir uns alle gemeinsam dafür ins Zeug legen müssen", fasste Lautertals Bürgermeister Jürgen Kaltwasser die positive Stimmung zusammen. Auch sein Kollege aus Einhausen, Philipp Bohrer, appellierte an die Bürger: "Es kommt auf die Initiative jedes Einzelnen an, die gute Sache zu unterstützen. Ein Hospiz für alle Bergsträßer Bürger sollte unser Ziel sein." 

Bürgermeister Klaus Jäger aus Lorsch regte an, auch die Vereine ins Boot zu holen, die einen Teil des bei ihren Sommerfesten erzielten Erlöses für die Städte-Wette einsetzen könnten. "Ich glaube, dass viele Bürger bereit sind, sich für diese Sache zu engagieren. Immerhin kann jeder einmal betroffen sein und das Angebot des Hospizvereins nutzen", sagte Jäger. Bensheims Bürgermeister Thorsten Herrmann , als Rathauschef in der größten Stadt des Kreises, hat mit der Bereitstellung des Baugeländes für das Hospiz am Kirchberg die Voraussetzung zur Realisierung des ehemaligen Fernziels geleistet. Aber auch er ist sicher: "Der Hospizverein leistet für Sterbende, Angehörige und Hinterbliebene eine wichtige Arbeit und verdient jeden Euro." 

"Der Hospizverein ermöglicht eine persönliche Begleitung der Angehörigen und Betroffenen", betonte Zwingenbergs Bürgermeister Dieter Kullak den Wert der "segensreichen Einrichtung". Die Zahl der Alleinlebenden nehme immer mehr zu. "Die städtischen Gremien sind von dieser Herzenssache überzeugt", signalisierte Kullak seine Zustimmung zur Städtewette. 

Für den erkrankten Lindenfelser Bürgermeister Dieter Hoeppner unterstrich Erster Stadtrat Günther Hunsicker das Engagement im Burgstädtchen: "Der Hospizverein ist sehr wichtig. Wir sind froh, dass im Kreis Bergstraße jetzt ein stationäres Hospiz entstehen soll und werden die Städtewette mit aller Kraft unterstützen."

 

 

 

 

 

 

 

 



 Foto:
 Dietmar Funk

Die Bürgermeister Thorsten Herrmann (Bensheim), Klaus Jäger (Lorsch),
Philipp Bohrer (Einhausen) und Jürgen Kaltwasser (Lautertal) schlagen auf unserem Bild in die Wette ein.
Auch Oliver Hoeppner (Lindenfels) und Dieter Kullak (Zwingenberg) machen mit.


Bergsträßer Anzeiger
10. Juni 2006

Stationäres Hospiz braucht 625 Paten
Weitere Informationen
Patenschaftsformulare gibt es bei der Hospizstiftung, Hauptstr. 81 in Bensheim (Tel. 06251/680 404) oder im Internet unter www.hospiz-stiftung-bergstrasse.de

Bergstraße. Das stationäre Hospiz für den Kreis Bergstraße soll in 1a-Lage am Bensheimer Kirchberg - inmitten von Weinbergen - mit unverbaubarem Blick auf die Ebene entstehen. Das Grundstück an der Kalkgasse hat die Stadt Bensheim zur Verfügung gestellt; jetzt ist die Hospizstiftung Bergstraße gefragt, die nötigen finanziellen Mittel zum Bau und zum laufenden Unterhalt des Hauses zusammenzubringen. Läuft alles nach Plan, soll noch Ende dieses Jahres mit dem Bau begonnen werden. Zehn Architekten haben ihre Entwürfe für das stationäre Hospiz eingereicht. Der Plan von Rohde & Vogeler wurde als bester ausgewählt und am 6. Januar der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mit Namensnennung . . .

Innerhalb des Hospizvereins hat sich im September 2005 eine Planungsgruppe (SHB-Team) gebildet, welche den Vorstand der Hospizstiftung Bergstraße bei den Vorbereitungen des Neubaus unterstützt. Zur Planung und Koordination des Neubaus wurde im Februar ein Bauausschuss eingesetzt.

 . . . oder anonym

Für die Betriebskosten hat die Hopsizstiftung eine Patenschaftsaktion gestartet. Die laufenden Kosten des Hauses veranschlagen die Verantwortlichen auf rund 75 000 Euro jährlich. Gesucht werden mehr als 625 Menschen, die eine Patenschaft für das stationäre Hospiz in Form einer monatlichen Spende von zehn oder einer jährlichen Spende von 120 Euro übernehmen. Diese Spenden sind steuerlich abzugsfähig. Die Patenschaft kann jederzeit ohne Angabe von Gründen beendet werden. Bei der Sparkasse Bensheim (BLZ 509 500 68) gelten folgende Kontonummern: 2076511 (für Paten und Einzahlungen mit Namensnennung); 2076529 (für Paten und Einzahlungen anonym, ohne Namensnennung). ank


Bergsträßer Anzeiger
10. Juni 2006

Der letzte Atemzug im Arm der Mutter
AUS DER ARBEIT DES HOSPIZVEREINS: Patientin stirbt zuhause im Kreis der Familie und Freunde

Bergstraße. Als Christine K. nach wochenlangem Krankenhausaufenthalt nach Hause kam, kochte ihre Mutter erst einmal eine kräftige Hühnersuppe. Allerdings nicht zur Stärkung für die Tochter - die 37-Jährige konnte nicht mehr essen oder trinken, die Krebspatientin war zum Sterben nach Hause gekommen. Angehörige und Freunde brauchten Kraft für eine Aufgabe, die sie ohne den Hospizverein Bergstraße nicht hätten meistern können. Die Sterbende wollte ihre letzten Stunden in der Gemeinschaft der Familie und mit ihren Freunden verbringen.

Als sie ihren letzten Atemzug tat, waren 28 Leute im Zimmer und nahmen Abschied von einem geliebten Menschen. "Seit dem Nachmittag hatte Christine nicht mehr gesprochen, die Stimmung war traurig und gedrückt", erinnert sich ihre Mutter. 

Aber dann habe sie die Besucher erinnert: "Christine will, dass wir fröhlich von ihr Abschied nehmen und nicht stumm hier herumsitzen." Ihre Tochter habe in ihren Armen noch ein leises "Ja" geseufzt und sei später friedlich eingeschlafen. 

"Es war ein Kommen und Gehen, der reinste Menschenauflauf", beschreibt die Schwester die zwei letzten Tage von Christine. Viele Freunde vom Historischen Tanzkreis Bensheim, in dem die Bensheimerin eine Jugendgruppe betreut hatte, waren gekommen, schauten gemeinsam Bilder an, erinnerten sich an vergangene Erlebnisse. 

Die Besucher suchten auch den körperlichen Kontakt zu ihrer Freundin. "Es war immer jemand da, der ihre Hand gehalten oder sie am Arm gestreichelt hat", beschreiben ihre Angehörigen die menschliche Nähe. 

Auch Jugendliche der Tanzgruppe kamen zu Besuch: "Ich habe Tee gekocht und manche haben Kuchen oder Kaffeestückchen mitgebracht", sagt Frau K.. Der Raum sei immer mit Leben gefüllt gewesen. Das sei im Sinne ihrer Tochter gewesen, die immer ein fröhlicher und zufriedener Mensch gewesen sei: "Sie hat aus allem das Beste gemacht." 

"Als meine Tochter erfahren hat, dass sie nicht mehr operiert werden sollte, hatte sie nur noch einen Wunsch: zu Hause sterben zu dürfen", erzählt die Mutter. 

Heute ist sie sicher: "Ohne den Hospizverein hätten wir Christines letzten Wunsch nicht erfüllen können." Die Schmerztherapie wurde professionell durchgeführt, die Hospizschwester übernahm schon auf dem Heimweg vom Krankenhaus ins Wohnhaus alle notwendigen Maßnahmen und Handgriffe. "Ich war so glücklich, dass wir jemanden hatten, der sich auskennt", betont Frau K. 

Die Hospizschwester betreute die Sterbende rund um die Uhr. Sie zeigte den Angehörigen einfache Handgriffe, die Christine K. Linderung verschafften, mit teegetränkten Wattebäuschen konnten sie zum Beispiel ihre Lippen befeuchten. "Von uns aus hätten wir dazu nicht die Courage aufgebracht", ist Frau K. noch heute dankbar für die souveräne und dabei immer unspektakuläre Art der Hilfe. 

Dabei habe die Hospizschwester den Blick für die wichtigen Kleinigkeiten gehabt. "Sie hat die Balkontür geöffnet, man konnte das Vogelzwitschern bis zum Bett hören", berichtet Christines Schwester von scheinbar Nebensächlichem. "Sie hat das Leben von draußen ins Zimmer meiner Schwester geholt." 

Die Verbindung zwischen Christine K. und ihren Freunden ist auch heute noch nicht abgerissen. "Auf ihrem Grab findet man oft kein Plätzchen mehr für einen Blumenstrauß," erzählt ihre Mutter. Bei der Beerdigung drängten sich 400 Leute an ihrem Grab. 

Christine K. nahm dank der Hilfe durch den Hospizverein im Kreis ihrer Lieben Abschied vom Leben. Nach ihrem Tod trug sie zum letzten Mal ihr schönstes Tanzkleid und die dazu passenden Schuhe. In der Hand einen Biedermeierstrauß. ank

 * Die Namen der Patientin und ihrer Familie wurden von der Redaktion geändert.


Bergsträßer Anzeiger
10. Juni 2006

Stiftung wurde im Jahr 2002 gegründet

Bergstraße. Am 15. Dezember 1994 wurde der Hospizverein Bergstraße zur ambulanten Begleitung unheilbarer Menschen gegründet; mit 30 Mitgliedern machten sich die Aktiven um Dr. Wolfgang Nieswandt ans Werk, die professionelle Sterbe- und Trauerbegleitung an der Bergstraße zu institutionalisieren, ein engmaschiges Versorgungsnetz zu knüpfen und das Thema aus seiner Tabu-Ecke herauszuholen.                            

Nach zehn Jahren hatte die Mitgliederzahl im Jahr 2004 die 300-er Grenze überschritten, mittlerweile zählt der Verein mehr als 400 Mitglieder und fünf hauptamtliche Mitarbeiter. Um das einstige Fernziel - ein stationäres Hospiz - zu verwirklichen, wurde 2002 eine Stiftung gegründet, die die Hospizarbeit unabhängig von dünnen Sozialhaushalten und schmächtigen Zuschüssen machen sollte. Gründungsmitglieder sind acht Hospizgruppen im Kreis Bergstraße, den Vorstand bilden Pfarrer Dr. Christoph Bergner, Dr. Hans W. Menzel und Jörg Schmidt. 

Dr. Nieswandt, erster Vorsitzender des Hospizvereins bei der Gründungsfeier der Hospizstiftung: "Wir brauchen stationäre Strukturen, um die ambulanten mit Erfolg weiterführen zu können. In fast allen Fällen kann ein Leben in Würde beendet werden, ohne quälenden Schmerz - durch menschliche Zuwendung und durch ärztliche Kunst." 

Mit einer Zustiftung des Kreistages über 250 000 Euro Startkapital und 20 500 Euro von der Stadt Bensheim hatte die Stiftung ein stabiles Fundament. Mit Spenden, Erlösen aus Grundstücksverkäufen und weiteren Zuwendungen summiert sich das Stiftungsvermögen mittlerweile auf 1,5 Millionen Euro. Gebraucht werden nach Meinung des Hospizvereins rund drei Millionen Euro, um bei Baukosten in Höhe von 1,8 Millionen den laufenden Betrieb des Hauses langfristig zu sichern. ank


Bergsträßer Anzeiger
10. Juni 2006

Hintergrund

Was ist Hospizarbeit?

Im Mittelpunkt der Hospizarbeit stehen sterbende Menschen und deren Angehörige mit ihren Bedürfnissen und Rechten. Sie zielt vor allem auf Schmerztherapie, lindernde Pflege und Zuwendung. Diese lebensbejahende Grundidee schließt aktive Sterbehilfe aus. Hospizarbeit zeichnet sich durch vier Schwerpunkte aus: 

Die psychosoziale Begleitung umfasst die emotionale Unterstützung der Sterbenden und ihrer Angehörigen. Sie hilft bei der Verarbeitung der Gefühle, die bei der Auseinandersetzung mit dem bevorstehenden Tod auftreten. Sie unterstützt alle Betroffenen bei der Bewältigung unerledigter Probleme. 

Durch spirituelle Begleitung haben Sterbende die Möglichkeit, Raum zu finden, sie selbst zu sein und ihr Leben bis zuletzt zu leben. Am Lebensende stellt sich dann oft die Sinnfrage. Verstehen kann man den Tod zwar nicht, man kann aber versuchen, diese Lebenserfahrung zu bestehen. Zur Sterbebegleitung gehört im notwendigen Umfang auch die Trauerbegleitung. 

Die Aufgabe der palliativen Medizin und der palliativen Pflege ist es, Schmerzen und andere Beschwerden, die in der letzten Lebensphase auftreten können, zu behandeln und zu lindern und dadurch die Lebensqualität sterbender Menschen zu verbessern. Zu Hause zu sterben ist der Wunsch der meisten Menschen. Dies zu ermöglichen ist das vorrangige Ziel der Hospizbewegung. Entsprechend dem Grundsatz "ambulant vor stationär" verstehen sich stationäre Hospize daher als Ergänzung der ambulanten Hospizarbeit. (...) 

Wesentliches Element der ambulanten Hospizarbeit ist die Sterbebegleitung durch ehrenamtliche HospizhelferInnen. Sie werden in speziellen Vorbereitungskursen geschult und selbst in regelmäßigen Treffen im Sinne einer Supervision begleitet. Sie ermöglichen durch ihre Arbeit ein Sterben zu Hause. red

Quelle: M. Müller in "Hospiz- und Palliativführer 2002" 


Bergsträßer Anzeiger
2. Juni 2006

Patienten begleiten - und zwar bis zum letzten Tag
Dr. Wolfgang Nieswandt und Doris Kellermann informierten beim Frauenbund über die Arbeit des Hospizvereins

Lorsch. In unserer Gesellschaft ist der Tod immer noch ein Tabu. Mit dem Sterben beschäftigen wir uns erst, wenn wir im familiären Umfeld damit konfrontiert werden. Aus diesem Grund ist auch die Arbeit des Hospiz-Vereins Bergstraße in breiten Bevölkerungskreisen relativ wenig bekannt, obwohl der Verein seit über zehn Jahren tätig ist. Um diese Informationslücke aufzufüllen, hatte der Katholische Frauenbund zu einem Vortragsabend eingeladen. Vor dem interessierten Publikum informierten der Vorsitzende des Hospiz-Vereins und Bensheimer Arzt, Dr. Wolfgang Nieswandt und Hospizschwester Doris Kellermann über ihre Arbeit und das große Ziel, ein stationäres Hospiz zu gründen. 

Ziel: Schmerzen lindern

In der Hospizarbeit geht es nicht darum, dem Leben Tage hinzuzufügen, sondern den letzten Tagen Leben. Leiden und Sterben soll nicht künstlich verlängert, aber auch nicht gezielt verkürzt werden. Möglich macht dies eine gezielte Schmerztherapie, die nach Aussage von Dr. Nieswandt ein "wesentlicher Pfeiler der Hospizarbeit" ist. Der Anästhesist und Schmerztherapeut spricht aus seiner ärztlichen Erfahrung. "Wenn die Nächte wegen Schmerzen zur Hölle werden" entsteht irgendwann der Wunsch, dem ein Ende zu setzen. 

Das muss aber nicht sein, denn es gibt viele Möglichkeiten, Schmerzen zu reduzieren. Neben diesem medizinischen Aspekt spielt aber auch der seelische Schmerz eine große Rolle. Der sei, so Doris Kellermann, auch mit den stärksten Opiaten nicht zu verhindern. Die Palliative-Care-Fachkraft ging auf den multidisziplinären Charakter der Hospizarbeit ein, an der die unterschiedlichsten Berufsgruppen beteiligt seien. Denn Sterbebegleitung sei in keinem Beruf prüfungsrelevant. 

So zeichnet sich eine Hospizschwester neben ihrer langen Berufserfahrung als Krankenschwester durch die Zusatzqualifikation in Palliative-Care aus. Wie der Heilige St. Martin seinen Reitermantel (Pallium) teilte und um den Bettler legte, so legt die Palliativmedizin einen Mantel der Geborgenheit, der Zuwendung und Nähe um den Patienten. Außerdem berät sie pflegende Angehörige, unterstützen die Hausärzte und das Pflegepersonal. 

Dass Sterbebegleitung keine leichte Aufgabe ist, macht Kellermann deutlich. Um helfen zu können, müsse man Ängste und Bedürfnisse wahr und ernst nehmen und Nähe zulassen. Dass dies auch mal weh tun kann, wisse der Hospizhelfer, doch habe er auch die Kompetenz, Schmerz auszuhalten. Im vergangenen Jahr wurden durch die ehrenamtlich tätigen Helfer des Vereins 104 Patienten begleitet. 

In den meisten Fällen erfolgt dies ambulant, denn nach Möglichkeit sollten Patienten bis zuletzt in vertrauter Umgebung bleiben. Angesichts zunehmender Singlehaushalte ist dies aber immer weniger realisierbar. Dies war auch mit ein Grund für das Ziel des Vereins, ein stationäres Hospiz zu gründen. Um dafür die finanzielle Basis zu schaffen, wurde 2002 durch die zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossenen acht Hospiz-Gruppen im Kreis Bergstraße die Hospiz-Stiftung Bergstraße gegründet. Das Stiftungsvermögen macht inzwischen rund 1,3 Millionen Euro aus, außerdem hat die Stadt Bensheim der Stiftung ein 1900 Quadratmeter großes Areal an der Kalkgasse zur Verfügung gestellt, auf dem das Hospiz gebaut werden soll. 

Eine Fotomontage gab den Besuchern des Informationsabends einen Eindruck davon, wie harmonisch sich das Gebäude in die Kirchberg-Silhouette einfügt. Geplant ist ein Flachbau, der neben Funktionsräumen acht Patientenzimmer und zwei Appartements für Angehörige beinhaltet. Für den Bau des Hauses werden laut Dr. Nieswandt rund 1,8 Millionen Euro benötigt. Doch will man erst bei einem Stiftungsvermögen von drei Millionen Euro mit dem Projekt starten, um auch einen Betrieb auf Dauer zu gewährleisten. 

Zahngold willkommen

Denn die Hospizarbeit erfolgt ehrenamtlich, das heißt, die Dienstleistungen des Vereins sind kostenlos und finanzieren sich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Aber nicht nur Geld ist bei der Hospiz-Stiftung willkommen, das Hospiz ist auch "Gold wert", wies Dr. Nieswandt auf eine andere Spendenmöglichkeit hin. Altes Zahngold oder defekte Schmuckstücke, für die es keine Verwendung mehr gibt, werden vom Verein gerne angenommen und gesammelt und zu Geld für die Hospiz-Stiftung gemacht. 

Da die Planung für das Hospiz schon weit fortgeschritten ist, könnte das Projekt innerhalb eines Jahres realisiert werden, wenn das Kapital vorhanden ist. js


Bergsträßer Anzeiger
15.05.2006

Die Hospiz-Stiftung sucht Paten für ihr großes Projekt
Finanzierung der laufenden Kosten sichern / Hospiz-Initiativen im Kreis Bergstraße besichtigen Grundstück in der Kalkgasse

Bensheim/Bergstraße. Die Hospiz-Stiftung sucht Paten zur Finanzierung der stationären Hospizarbeit. Neben der Rekrutierung weiterer Spender zur Deckung der Baukosten in Höhe von zirka 1,8 Millionen Euro benötigt das Projekt vor allem Unterstützung bei der Bewältigung der laufenden Betriebskosten.

Aufgrund einer gesetzlichen Regelung müssen zehn Prozent dieser Aufwendungen durch Spendengelder ausgeglichen werden. Beim Hospiz Bergstraße beläuft sich der erforderliche Betrag auf rund 75 000 Euro jährlich. Gesucht werden daher Paten, um die Zukunft der Einrichtung auf gesunde Beine zu stellen. Alle Spenden sind steuerlich abzugsfähig.

Für den Unterhalt fehlt Geld

Am Samstag trafen sich Vertreter der acht Hosipiz-Initiativen im Kreis Bergstraße zu einem informativen Rundgang über den Bauplatz in der Kalkgasse in Bensheim. Wie Karl-Peter Weis vom eigens gegründeten Hospiz-Bauausschuss mitteilt, sind für die Unterhaltung der stationären Einrichtung pro Jahr zusätzlich etwa 150 000 Euro aus dem Stiftungsvermögen als Zuschuss bereitzustellen, um eine stabile Finanzierung der laufenden Kosten zu gewährleisten. "Spenden und Patenschaften allein reichen dafür nicht aus."

Ziel ist daher, den Kapitalstamm der Stiftung auf 2,5 bis etwa 2,8 Millionen Euro aufzustocken, damit das stationäre Hospiz eine Zukunft hat.

Die Baukosten sind auf zirka 1,8 Millionen Euro veranschlagt. Die konzeptionelle Planung steht: Mit acht Betten in zwei Geschossen fügt sich das stationäre Hospiz harmonisch in die Umgebung der Kalkgasse ein. Die Architektur orientiert sich an der Lage mit wunderschönem Blick auf Bensheim und die Starkenburg. Das mittig abgeknickte Gebäude hat zwei jeweils rund 30 Meter lange Flügel. Über eine Rampe können Patienten direkt in die obere Etage gelangen. Im unteren Bereich sind einige Parkplätze für Mitarbeiter und Besucher vorgesehen.

Viele Ideen für eine gute Sache

Mit der am 1. Mai gestarteten Patenschafts-Aktion will die Stiftung regelmäßige Einnahmequellen erschließen, um so die Betriebskosten des Hauses ein Stück weit decken zu können. Wie Hildegard Krämer, Vorsitzende des Beirats der Hospiz-Stiftung-Bergstraße, erklärt, soll die Aktion in eine breite Öffentlichkeit getragen werden, um möglichst viel Unterstützung zu erfahren. Zur finanziellen Absicherung und Werbung plant die Stiftung derzeit weitere Projekte wie die Installation eines Spenden-Telefons, eine Tombola und weitere Broschüren. Bei Stadtfesten und ähnlichen Veranstaltungen möchte die Stiftung über ihre Ziele informieren und weitere Gönner finden. Mit einer speziellen Fahne am Stifungshaus in der Hauptstraße 81 soll demnächst wirkungsvoll über den aktuellen Spenden-Pegelstand informiert werden.

Durch die Bereitstellung eines geeigneten Grundstücks seitens der Stadt Bensheim ist die Hospiz-Stiftung ihrem großen Ziel ein entscheidendes Stück näher gerückt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2002 durch acht Bergsträßer Hospiz-Initiativen hat sich die Stiftung unermüdlich für die Realisierung des Hauses eingesetzt. Durch Zustiftungen konnte das zweckgebundene Grundkapital auf über 1,5 Millionen Euro aufgestockt werden.

Da außer einem Zuschuss der Kreisverwaltung sowie der Kommunen keinerlei Finanzspritzen aus öffentlicher Hand zu erwarten sind, ist die Stiftung auf die Unterstützung der Bürger angewiesen. Ziel ist eine finanzielle Unabhängigkeit von den dünner werdenden Sozialhaushalten. Wie Karl-Peter Weis erklärt, ist der Baubeginn abhängig von der finanziellen Situation der Stiftung. "Die Mittel für den laufenden Betrieb müssen garantiert sein."

Aktuell befindet sich die Fachgruppe mitten in der Planungsphase. Der Bauantrag soll im Spätsommer diesen Jahres eingereicht werden. Sollte Ende diesen Jahres genügend Geld verfügbar sein, könnte das Projekt im Frühjahr 2007 realisiert werden.

Um die Pläne zu verwirklichen, hofft die Stiftung auf eine große Beteiligung der Bürger. Wer eine Patenschaft für das stationäre Hospiz übernehmen möchte, kann sich direkt an die Stiftung in der Hauptstraße 81 in Bensheim wenden (Z 06251 / 680404). tr
 


Bergsträßer Anzeiger
23. März 2006

Expertenrat im Vorstand gefragt
Wahlen beim Hospizverein Bergstraße

Bensheim. Mit Jennifer Bening und Karl-Peter Weis wurden am Montag zwei neue Beisitzer in den Vorstand des Hospiz-Vereins Bergstraße gewählt. Beide engagieren sich bereits seit September letzten Jahres in der Planung des stationären Hospizes, das auf einem Grundstück an der Kalkgasse entstehen wird.

Der Diplom-Ingenieur Weis koordiniert die Zusammenarbeit von Verein, Stiftung, Architekt und Bau-Ausschuss sowie mit der Wirtschafts- und Finanzierungsplanung. Die Juristin Jennifer Bening berät den Verein ehrenamtlich in Rechtsfragen, unter anderem zum Thema Patientenverfügung und bei der Vorbereitung der stationären Einrichtung.

Vorsitzender Dr. Wolfgang Nieswandt begrüßte den kompetenten Vorstandszuwachs und bedankte sich bei den scheidenden Beisitzern für deren geleistete Arbeit: Als Hospizhelferin und Koordinatorin wechselt Angelika Michel vom Vorstandsteam zu den hauptamtlichen Mitarbeitern. Evelyne Karwath-Franz ist seit 2003 als Hospizhelferin im Verein und bietet seit zwei Jahren Beratungen zur Patientenverfügung an. Dr. Nieswandt dankte für das Engagement im Kreise des Vorstands und die weitere Mitarbeit in der großen Hospiz-Familie.

An der Spitze bleibt alles beim alten: Bei den Vorstandswahlen wurden Dr. Nieswandt, der Zweite Vorsitzende Dieter Hamjediers und Kassenwart Edwin Michel einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Schriftführerin bleibt Iris Wilmes. Weitere Beisitzer sind wie gehabt Dr. Hans W. Menzel, Elfriede Roman-Menzel und Stefan Wendel. tr
 


Bergsträßer Anzeiger
23.03.2006

Stationäres Hospiz: Das Fernziel rückt in greifbare Nähe
HOSPIZVEREIN: Gebäude an der Kalkgasse geht jetzt in die Planungsphase / Kosten von 1,8 Millionen / Kräftiger Spendenzuwachs

Bensheim. Über 400 Mitglieder, fünf hauptamtliche Mitarbeiter und das einstige Fernziel in greifbarer Nähe: Seit seiner Gründung im Jahr 1994 ist der Hospiz-Verein Bergstraße auf einem beispielhaften Erfolgskurs, der in den kommenden Monaten auf eine wichtige Etappe steuert. Mit dem Bau des stationären Hospizes realisiert der Verein ein sichtbares Monument seiner langjährigen Arbeit.

Die eigens gegründete Fachgruppe steckt mitten in der Planungsphase, noch in dieser Woche soll der Vertrag mit dem Architekten unterzeichnet werden. Bereits im Januar wurde die künftige Einrichtung als Modell vorgestellt und das von der Stadt Bensheim zur Verfügung gestellte Grundstück an der Kalkgasse von Wildwuchs befreit. Die Baugenehmigung erwartet der Verein im Spätsommer diesen Jahres, als vorläufiges Kostenvolumen sind zirka 1,8 Millionen Euro eingeplant, berichtet Karl-Peter Weis zu den aktuellen Fortschritten des Projekts.

"Der Baubeginn ist von unserem finanziellen Status abhängig", betonte Weis bei der Hauptversammlung in der Eulervilla des Caritasheims St. Elisabeth. Das Vermögen der angeschlossenen Hospiz-Stiftung Bergstraße soll den Bau und laufenden Betrieb des Hauses ermöglichen. Nach der großzügigen Erbschaft einer dem Verein nahe stehenden Bensheimer Bürgerin hat sich das Kapital der Stiftung auf knapp 1,5 Millionen Euro vergrößert. Der Vorstand schätzt, dass rund drei Millionen Euro Stiftungskapital für eine gut ausgestattete Sterbeeinrichtung nötig sind.

Sicher ist, dass sich die konkrete Planung des stationären Hospizes auf die öffentliche Akzeptanz gleich in zweierlei Hinsicht auswirkt. Zum einen wächst die Bereitschaft zur finanziellen wie personellen Unterstützung, was sich an den wachsenden Mitgliederzahlen und ehrenamtlichen Mitarbeit ablesen lässt. Darüber hinaus hat sich der Verein zu einer der hessenweit größten und aktivsten ambulanten Hospizgruppen entwickelt, die das Gesicht der regionalen Sterbe- und Trauerbegleitung aus einer lange tabuisierten gesellschaftlichen Nische befreit hat.

Vorsitzender Dr. Wolfgang Nieswandt lobte die Hospiz-Familie als "ehrenamtliches Humankapital", das wesentlich zum Ansehen des Vereins beigetragen habe: "Die Bergstraße ist heute in Sachen Sterbebegleitung kein Entwicklungsland mehr". Im Bundesdurchschnitt wurde nur 4,3 Prozent aller verstorbenen Menschen eine ehrenamtliche psychosoziale Betreuung durch ambulante Hospitdienst zuteil. Im Bereich der Palliative-Care-Versorgung (Schmerzlinderung) in stationären Einrichtungen waren es nur 2,3 Prozent. "Notwendig ist aber eine Quote von mindestens 40 Prozent", so Dr. Nieswandt, der betont, dass sich das wachsende Engagement ehrenamtlicher Helfer nicht einschläfernd auf politisch und gesellschaftlich forcierte Versorgungsstrukturen auswirken dürfe.

Trotz allgemein stagnierendem Versorgungsgrad ist der Bergsträßer Verein weiterhin im Aufwärtstrend. Mit Palliativ-Fachkraft Meike Tiede und Hospizhelferin Angelika Michel hat sich der Stamm hauptamtlicher Mitarbeiter auf fünf Köpfe erweitert. Die Personalkosten wurden von den Krankenkassen übernommen - eine Leistung, die nach Ansicht von Dr. Nieswandt zukünftig keineswegs sichergestellt sei. Durch ein dickes Rücklagenpolster könne der Verein aber auch magere Jahre gut überstehen, so der Vorsitzende.

Im vergangenen Jahr wurden von 107 ehrenamtlichen Mitarbeitern über 400 Stunden in Weiterbildungen investiert. Die gewachsene Personaldecke hat zu Engpässen in der rege frequentierten Bensheimer Geschäftsstelle geführt; jetzt hofft der Vorstand, demnächst weitere Räume von der Heilig-Geist-Hospital-Stiftung anmieten zu können. Etwa 80 Prozent der Gesamtausgaben fließen in die Personalkosten, berichtet Kassenwart Edwin Michel.

Die Spenden erreichten mit über 100 000 Euro in 2005 einen neuen Höchststand. "Uns geht es nicht um Zahlen", betonte Doris Kellermann in ihrem Bericht über die Sterbebegleitungen, deren Dauer im Durchschnitt bei etwa zehn Wochen liegt. "Viele Menschen sind in schlechter Verfassung, wenn sich die oft überlasteten Angehörigen an den Hospiz-Verein wenden", so die Palliativ-Fachschwester. Auch die Trauerbegleiterin Elfriede Roman-Menzel hält die Bilanzen im Hintergrund und unterstreicht die Bedeutung einer reflektierenden Trauerarbeit als wesentlich für die weitere Entwicklung der Hinterbliebenen.

"Trauer braucht Räume, um gelebt zu werden". Das stationäre Hospiz wird ein wichtiger Ort für die Arbeit des Vereins sein. Wir sind zuversichtlich", sagt Dr. Wolfgang Nieswandt. Die bisherige Entwicklung schürt den Optimismus. tr
 


Bergsträßer Anzeiger
06.03.2006

Hospiz-Stiftung sucht mehr als 600 Paten
INFO-STAND: Beim Bauplatz am Kirchberg für Finanzierung der laufenden Kosten geworben

Bensheim. Unübersehbar auch für die Besucher der Weinlagenwanderung: Bereits seit Tagen steht ein großformatiges Bau-Schild auf dem Gelände, wo das stationäre Hospiz entstehen wird. Am Montag wartete ein Info-Stand auf die zahlreichen Maiwanderer, die am Bauplatz an der Kalkgasse vorbeispaziert sind. Aktuelle Botschaft: Die Stiftung sucht Paten zur Finanzierung der stationären Hospizarbeit.

Neben der Rekrutierung weiterer Spender zur Deckung der Baukosten in Höhe von zirka 1,8 Millionen Euro benötigt das Projekt Unterstützung zur Finanzierung der laufenden Betriebskosten. Aufgrund einer gesetzlichen Regelung müssen zehn Prozent dieser Aufwendungen durch Spendengelder ausgeglichen werden.

Beim Hospiz Bergstraße beläuft sich der erforderliche Betrag auf rund 75 000 Euro jährlich - gesucht werden mehr als 625 Paten, um die Zukunft der Einrichtung auf gesunde Beine zu stellen. Eine Patenschaft ist bereits ab zehn Euro im Monat möglich, alle Spenden sind steuerlich abzugsfähig.

weitere informationen
Wer eine Patenschaft für das stationäre Hospiz übernehmen möchte, kann sich direkt an die Stiftung in der Hauptstraße 81 in Bensheim wenden (Telefon 06251/680404).

Durch die Bereitstellung eines geeigneten Grundstücks seitens der Stadt Bensheim ist die Hospiz-Stiftung ihrem großen Ziel ein entscheidendes Stück näher gerückt. Hell und freundlich soll sich die zweigeschossige Herberge in die Landschaft des Kirchbergs einfügen und den Menschen ein Sterben in privater Atmosphäre und in Anwesenheit der Angehörigen ermöglichen.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2002 durch acht Bergsträßer Hospiz-Initiativen hat sich die Stiftung unermüdlich für die Realisierung des Hauses eingesetzt; durch Zustiftungen konnte das zweckgebundene Grundkapital auf derzeit rund 1,5 Millionen Euro aufgestockt werden. Da außer einem Zuschuss der Kreisverwaltung sowie der Kommunen keinerlei Mittel aus öffentlicher Hand verfügbar sind, ist die Stiftung auf die Unterstützung der Bürger angewiesen. Ziel ist eine finanzielle Unabhängigkeit von den dünner werdenden Sozialhaushalten.

Wie Hospizschwester Doris Kellermann erklärt, ist der Baubeginn abhängig von der finanziellen Situation der Stiftung. Aktuell befindet sich die eigens gegründete Fachgruppe vom Hospiz-Verein mitten in der Planungsphase, die Baugenehmigung wird im Spätsommer dieses Jahres erwartet - ein Baustart wäre dann umgehend möglich. Um die Pläne zu verwirklichen, hofft die Stiftung auf eine große Beteiligung der Bürger. tr
 


Bergsträßer Anzeiger
06.03.2006

Neuer Baustein für das stationäre Hospiz
Verein erhält großzügige Spende aus dem Erbe der verstorbenen Dr. Marie-Luise Seidenfaden


Bensheim. Der Hospiz Verein Bergstraße in Bensheim kommt auf dem Weg zum Neubau eines stationären Hospizes Bergstraße durch ein großzügiges Erbe einer Bensheimer Bürgerin ein großes Stück weiter.

Dr. Marie-Luise Seidenfaden hatte großes Interesse an der Hospizarbeit und an den Zielen des Vereins, sie wurde 1997 Mitglied im Hospiz Verein. Ganz bewusst und wohl lange geplant hat Frau Seidenfaden die Aufteilung ihres Erbes vorgesehen, schreibt der Verein in einer Pressemitteilung. Die Stadt Reichelsheim als Ort ihrer Kindheit erhält einen Teil mit der Auflage, damit die Freiwillige Feuerwehr auszustatten. Der zweite Teil des Erbes fällt an die freikirchliche Gemeinde in Offenbach. Hier hatte die Verstorbene ihre geistige und spirituelle Heimat. Der Hospizverein ist als letzter der drei Erben Mitte der 90er Jahre in ihr Leben eingetreten.

Das Erbe besteht aus zwei bebauten Grundstücken in schöner Lage in Bensheim-Auerbach. In dem einen Haus wohnte Frau Dr. Seidenfaden mit ihrem Mann, im anderen Haus ihre Eltern und eine treue alte Hausangestellte. Dieses Haus ist heute vermietet.

Marie-Luise Seidenfaden selbst hatte die Erfahrung schwerer Erkrankung und belastender Therapien schon gemacht als sie erfahren musste, welche körperliche und psychische Belastung die Pflege und der Tod der eigenen Eltern bedeuten. Um die Eltern zu versorgen, hatte sie eine hoffnungsvolle Karriere als Chemikerin bei den Farbwerken Höchst 1961 aufgegeben.

Bei einigen Besuchen in dieser Zeit gewährte sie den Mitgliedern des Hospizvereins Einblicke in ihr Leben. Sie erzählte über ihre Schulzeit in einer reinen Jungenschule, dass sie eine sehr gute Schülerin war und auch von vielen Besuchen bei den Großeltern in Reichelsheim. Chemie in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zu studieren, war etwas Besonderes - für eine junge Frau umso mehr. Kaum bekannt ist, dass sie einige Patente entwickelt hat, wie aus einem Schreiben der Farbwerke Höchst von 1961 hervorgeht, als sie die Firma verließ, um ihre Eltern und ein altes Dienstmädchen zu pflegen.

Die Gründung des Hospiz-Verein-Bergstraße, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Schwerkranke und Sterbende zu begleiten, verfolgte sie mit größtem Interesse. Einen engen Kontakt unterhielt sie mit den Hospizhelfern Dr. Otto Menzel und seiner Frau Elfriede Roman-Menzel, die sie regelmäßig besuchten und sie in ihrer Krankheit auch begleiteten.

Das Erlös aus dem Erbe wird es dem Hospiz-Verein und der Hospiz-Stiftung leichter und schneller ermöglichen ein stationäres Hospiz zu bauen. Leider konnte sie das Grundstück in der Kalkgasse, das die Stadt Bensheim zur Verfügung gestellt hat, nicht mehr mit eigenen Augen sehen.

Die Urne von Frau Dr. Marie-Luise Seidenfaden wurde auf dem Friedhof in Reichelsheim am 20. Januar 2006 beigesetzt. Sie wurde 83 Jahre alt. z
 


aus: www.marktplatz-bergstrasse.de
5.3.2006

Große Gönnerin
Dr. Marie-Ilse Seidenfaden vererbt dem Hospiz Verein Bergstraße zwei bebaute Grundstücke in Bensheim-Auerbach - Wichtiger Schritt zur Realisierung eines stationären Hospizes

Bensheim/Kreis Bergstraße (mb). Der Hospiz Verein Bergstraße (HVB) kommt dem an der Kalkgasse in Bensheim geplanten Neubau eines stationären Hospizes Bergstraße durch ein großzügiges Erbe von Dr. Marie-Luise Seidenfaden ein großes Stück näher.

Die Anfang 2006 im Alter von 83 Jahren gestorbene Gönnerin hat dem HVB zwei bebaute Grundstücken in schöner Lage in Bensheim-Auerbach vererbt. In dem einen Haus wohnte Dr. Seidenfaden mit ihrem Mann, im anderen Haus ihre Eltern und eine treue alte Hausangestellte. Dieses Haus ist heute vermietet, schreibt Karl-Peter Weis in einer Pressemitteilung des HVB.

Dr. Marie-Luise Seidenfaden hatte zeitlebens großes Interesse an der Hospizarbeit. Bei ihrem Eintritt 1997 hatte sie den verantwortlichen Protagonisten des Hospiz Vereins versprochen, ihre Ideen und Vorhaben zu unterstützen. Engen Kontakt unterhielt sie mit den Hospizhelfern Dr. Otto Menzel und seiner Frau Elfriede Roman-Menzel, die sie regelmäßig besuchten und sie in ihrer Krankheit auch begleiteten.

Der Hospiz-Verein Bergstraße hat es sich zur Aufgabe gemacht hat, Schwerkranke und Sterbende zu begleiten, ihnen ein Sterben in Würde zu ermöglichen und Trauernde zu begleiten. Das in Nachbarschaft zu den Ward-Schwestern geplante Hospiz entsteht auf einem Grundstück, das die Stadt Bensheim in Erbpacht bereitgestellt hat. Die Kosten für das Gebäude mit acht Einzelzimmern sowie Gäste- und Funktionsräumen werden auf zwei Millionen Euro beziffert.


Bergsträßer Anzeiger
18.02.2006

Vorarbeiten für Hospizgebäude
Heute Helfereinsatz auf Baugelände am Kirchberg / Freilegung


Bensheim. Die Hospiz-Stiftung Bergstraße plant den Bau eines stationären Hospiz-Gebäudes in Bensheim. Dabei wird die Stiftung auch von der Stadt Bensheim unterstützt, die von einem städtischen Grundstück oberhalb der Guntrum-Bebauung am Kirchberg eine Teilfläche im Erbbaurecht zur Verfügung stellt.

Zur Vorbereitung des Bauantrags, der nach vorliegenden Informationen in diesem Frühjahr eingereicht werden soll, ist eine exakte Höhenvermessung des Geländes erforderlich, die aber nur möglich ist, wenn die Parzellen im künftigen Baufeld von ihrem Bewuchs freigelegt werden.

Nachdem im Rahmen eines Ortstermins mit der Unteren Naturschutzbehörde keine Einwände gegen den Rückschnitt der betroffenen Brombeersträucher und Niedergehölze geäußert wurden, steht der erforderlichen Freilegung nichts mehr im Wege. Der vom Hospiz-Verein organisierte Helfereinsatz ist für den heutigen Samstag (18.) vorgesehen.

Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass das Gelände außerhalb des Geltungsbereichs des Landschaftsschutzgebietes Bergstraße-Odenwald liegt und eine förmliche Eingriffsgenehmigung nach den Hessischen Naturschutz-Gesetz nicht erforderlich ist.

Seitens des Hospiz-Vereins wurden die Grundstücksnachbarn im Rahmen einer Informationsveranstaltung bereits auf die anstehende Freilegungsaktion hingewiesen. psp
 


Bergsträßer Anzeiger
08.02.2006

Vier Musterbeispiele für selbstlose Taten
Energieversorger HSE unterstützt bürgerschaftliches Engagement mit Spendengeldern
Von unserem Redaktionsmitglied Karl-Heinz Schlitt

Bergstraße. Fast noch wichtiger als der Scheck über tausend Euro, den gestern vier ehrenamtliche Initiativen aus dem Kreis mit nach Hause nehmen konnten, ist für sie die öffentliche Plattform, die damit verbunden war. Der Vorstandsvorsitzende des Darmstädter Energieversorgers HSE, Albert Filbert, zeigte sich jedenfalls beeindruckt von dem Engagement der vier Organisationen, denen er mit je tausend Euro unter die Arme griff.

Seit Jahren verzichtet Filberts Unternehmen auf Weihnachtspräsente für Geschäftspartner. Mit dem eingesparten Geld beglückt die HSE Institutionen, die es nötiger haben. Für Filbert entspricht nicht nur diese Form des Mäzenatentums der gesellschaftspolitischen Verantwortung der Wirtschaft. Kritik am Sponsoring, wie sie hie und da mit Blick auf die Energiepreise laut wird, hält er für kleinkariert.

Die Nutznießer der Finanzspritzen aus Darmstadt waren von Landrat Matthias Wilkes ausgesucht worden. Bei der Präsentation im Landratsamt geriet der Behördenchef nachgerade ins Schwärmen - etwa für das Junge Ensemble der Theaterspielgemeinschaft Lorsch. Seit 1997 werden alljährlich in der Vorweihnachtszeit von Kindern und Jugendlichen Märchen für Jung und Alt gespielt. Über tausend Besucher pro Inszenierung sind die Regel, freut sich Tobias Diehl, der das Junge Ensemble in der Klosterstadt etabliert hat.

Die Bürgerstiftung Lautertal wurde von Heiner Neuschild vorgestellt. Keimzelle war eine Bürgerinitiative, die sich der Geopark-Idee verschrieben hatte. Dass die vom Landrat vorgeschlagene Stiftung nur über eine dünne Kapitaldecke verfügt, gleicht sie mit umso mehr Manpower aus. Dies ist auch nötig - vor allem bei den Felsenmeer-Erlebnistagen. Die größte Strahlkraft weit in die Region hinein hat dabei das Großereignis "Felsenmeer in Flammen". Im letzten Jahr wollten es 10 000 Besucher miterleben - eine Zahl, die bei der Neuauflage am 23. September getoppt werden soll.

Der Hospizverein Bergstraße mit Sitz in Bensheim gilt als Vorbild für eine soziale Arbeit, die immer mehr an Bedeutung gewinnt. Vor Ort ist sie maßgeblich mit dem Namen Doris Kellermann verbunden. Die ambulante Betreuung von Sterbenskranken durch sie und die vielen ehrenamtlichen Hospizhelfer kostet die Patienten keinen Cent. Seit Jahren sammelt eine Stiftung Geld für ein stationäres Hospiz, in das acht Personen aufgenommen werden können - ganz bewusst nicht in der Umgebung eines Krankenhauses, wie Kellermann erläuterte.

Für die Altrheinfreunde Lampertheim führte Dr. Andreas Müller vor Augen, was ohne den Einsatz seines Vereins aus dem Naturparadies vor unserer Haustür geworden wäre. 2002 war der Altrhein tot. Kein Fisch schwamm mehr in ihm, fast alle Vögel waren verendet. Müller setzt auf sanften Tourismus: "Wenn der Altrhein verlandet, geht er nicht nur der Menschen, sondern auch der Tierwelt verloren." Ein Durchstich zum fließenden Strom soll dies verhindern. 2007 wird es soweit sein, kann es Andreas Müller kaum erwarten. Damit der Altrhein die richtige Tiefe hat, werden vorher die Bagger anrücken. sl
 


Bergsträßer Anzeiger
02.02.2006

Das Hospiz kommt ein Stück näher
Sparkassenstiftung übergab Spende von 7500 Euro


Heppenheim. Ende des vergangenen Jahres veranstaltete die Sparkassenstiftung Starkenburg ein Benefiz-Weihnachtskonzert in Sankt Peter in Heppenheim (wir haben berichtet). David Plüss (Piano), Helmut Kandert (Percussion), Jean Pierre Rudolph (Violine) und Lara Herrmann (Sängerin) verzauberten gemeinsam mit Clemens Bittlinger ihr Publikum und stimmten es mit ihren "Bildern der Weihnacht" auf das bevorstehende Fest ein. Den Erlös in Höhe von 7500 Euro übergab Direktor Hans Adler, Vorsitzender der Sparkassenstiftung Starkenburg, an den früheren Bensheimer Bürgermeister Georg Stolle, Vorstandsmitglied der Hospiz-Stiftung Bergstraße.

Durch diese und viele weitere Spenden kann der Hospiz-Verein Bergstraße die Idee eines stationären Hospizes verwirklichen. Mehrere Architekten hatten ohne Berechnung von Kosten Pläne vorgelegt, wie dieses aussehen könnte. Unter Beachtung von Funktionalität und Ästhetik, günstiger Baukosten und Wirtschaftlichkeit wurde die Entscheidung getroffen.

Mit dem Bau eines stationären Hospizes entsteht an der Bergstraße eine Herberge für unheilbar kranke und sterbende Menschen, in der sie liebevoll umsorgt werden. Schwerstkranke und sterbende Menschen mit einer inkurablen, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung, bei denen eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nicht erforderlich und eine ambulante Betreuung nicht möglich ist, werden dort betreut. Der Schwerpunkt liegt in der Überwachung von Schmerztherapie, der Symptomkontrolle und in der palliativ-pflegerischen, psychosozialen und spirituellen Betreuung. z
 


Bergsträßer Anzeiger
7. Januar 2006

Gleich drei Mal Gutes getan
Frauen-Union übergab Spende an ihre Empfänger


Heppenheim. Die Heppenheimer Frauen-Union überreichte eine Spende in Höhe von 2100 Euro. Es ist der Erlös aus dem Nikolausmarkt, an dem sich die Frauen-Union mit einem Stand beteiligte. Die Summe teilen sich der Heppenheimer Verein "Nachbar in Not", der Hospiz-Verein Bergstraße und die Kinderkrebsstation Mannheim.

Vor elf Jahren hat eine kleine Gruppe mit der Arbeit angefangen, heute zählt der Hospiz-Verein Bergstraße 400 Mitglieder. Mehr als 75 Helfer begleiten Sterbende während ihrer letzten Tage und spenden den Hinterbliebenen Trost. 90 Patienten wurden dieses Jahr von den Ehrenamtlichen und zwei angestellten Hospizschwestern betreut. Eine große Stütze des Vereins ist die vor drei Jahren gegründete Stiftung, die der Kreis mit einem Startkapital von 250 000 Euro versehen hat. Außerdem erfährt der Hospiz-Verein zunehmend von privater Seite Unterstützung.

An der Kalkgasse in Bensheim hat der Verein in Erbpacht ein Grundstück von der Stadt bekommen. Darauf soll das stationäre Hospiz stehen. Zehn Architekten, die sich bereiterklärt haben, umsonst Pläne zu erstellen, nahmen an einem Wettbewerb teil. Wann das Hospiz gebaut wird, steht allerdings noch nicht fest.


Bergsträßer Anzeiger
7. Januar 2006

Der Traum vom Hospiz-Bau nimmt Gestalt an
Dr. Wolfgang Nieswand, Vorsitzender des Hospizvereins, stellte das Modell des Gronauer Architektenbüros Rohde + Vogeler vor


Bensheim. Hell und freundlich soll es sein, sich in die Landschaft des Kirchberges einfügen. Die Baukosten sollen sich in Grenzen halten - und die Folgekosten auch. Wenn ein Hospiz zu planen ist, dann müssen die Architekten auch den Spagat zwischen individuell gewünschter Stille und unabänderlicher Betriebsamkeit schaffen. Die Vorstände von Hospizverein und Hospizstiftung hatten klare Vorstellungen davon, was ein Hospiz "können" soll. Doch wie soll es aussehen?

An der Findung der Form beteiligten sich zehn Architekturbüros - und zwar ehrenamtlich. Die Planer des Gronauer Architekturbüros Rohde + Vogeler konnten wohl die Gedanken der Vorstandsmitglieder am Besten interpretieren und planten einen zweistöckigen Bau, dessen Erdgeschoss kleiner ausfällt, damit hangseits nicht so starke Erdbewegungen vorgenommen werden müssen.

Das Erdgeschoss beinhaltet alle Verwaltungs- und Funktionsräume. Über Treppe, Fahrstuhl oder Zufahrts-Rampe für Pkw kommt man in den ersten Stock, der neben acht Zimmern für Hospiz-Patienten ein Arzt-Zimmer und Unterbringungsmöglichkeiten für Angehörige vorsieht. Ein leicht angehobenes Flachdach sorgt für große Fensterflächen. Jedes Zimmer im ersten Stock hat einen Mini-Balkon. So ist gewährleistet, dass die Patienten ohne jeden Umweg an die frische Luft kommen.

Nieswand erinnerte gestern daran, dass der Bau eines Hauses für Sterbende vor elf Jahren, als man die Satzung für den Hospiz-Verein ausarbeitete, als pure Utopie erschien. Diesem Fernziel ist man in den letzten Jahren gewaltige Schritte näher gekommen.

Eine Grundvoraussetzung für den Bau des Hospizes ist seit dem Jahr 2004 gegeben, als die Bensheimer Stadtverordneten einem Erbpacht-Vertrag für ein großes Grundstück an der Kalkgasse am Fuße des Kirchberges zustimmten. Mit der Planung von Rohde + Vogeler hat die Idee Gestalt angenommen.

Überhaupt registrierte Nieswand in letzter Zeit einen besonderen Schwung im Verein. Je konkreter die Ziele werden, desto mehr interessiert sich die zunehmend spendenfreudige Öffentlichkeit für den Hospizverein mit seiner Stiftung. Vor drei Jahren hatte zudem der Kreis Bergstraße die Stiftung großzügig mit 250 000 Euro ausgestattet. Seitdem hat sich die Summe durch Zustiftungen fast verdoppelt.

Nieswand stellte auch fest, dass in gewissen Kreisen das Thema Tod enttabuisiert wurde, dass das Sterben wieder als natürlicher Vorgang wahrgenommen wird. Nieswand und seine Mitstreiter treten dafür ein, dass Menschen, die keine Angehörigen haben oder deren Angehörige mit der Situation überfordert sind, in Würde aus dem Leben gehen können.

Dies geschieht seit einigen Jahren. Im Jahr 2005 wurden von Helfern des Hospizvereins 102 Sterbende während ihrer letzten Tage begleitet. Die übrigen Hospiz-Initiativen und -Vereine im Kreis brachten es nochmals auf die gleiche Zahl.

Um das Hospiz bauen zu können, braucht die Stiftung Geld. Viel Geld. Nieswand bedankte sich auf diesem Weg bei allen Stiftern, Spendern und Initiativen. So läuft die Aktion der Zahnärzte "Hospiz ist Gold wert" seit Jahren erfolgreich. Eine Gruppe von Zahnärzten sammelt entferntes Zahngold.

Dank stattete Nieswand auch den Mitgliedern des Lions-Clubs ab, der vor Weihnachten 10 000 Euro für den Bau des Hospizes überwiesen hatte, sowie bei vielen anderen Spendern. Nieswand hofft, dass diese Spendenfreudigkeit im neuen Jahr nicht abreißt. bj
 


Bergsträßer Anzeiger
07.01.06

Hospiz: Modell vorgestellt
Zuschlag für Rohde + Vogeler


Bergstraße. Auf dem Gelände der Stadt Bensheim an der Kalkgasse am Fuß des Kirchbergs wird die Hospiz-Stiftung Bergstraße ihr Hospiz bauen. Mit einem Architekturwettbewerb, aus dem das Gronauer Büro Rohde + Vogeler als Sieger hervor ging, hat die Stiftung nun ein Modell und die Bauunterlagen für ein zweistöckiges, knapp 1100 Quadratmeter großes Sterbehaus.

Jetzt fehlt es der Hospiz-Stiftung "nur noch" am nötigen Geld, den Plan zu verwirklichen. Hospiz-Vorstand Dr. Wolfgang Nieswand ist zuversichtlich, dass sich in relativ kurzer Zeit etwas bewegt. Als vor elf Jahren die Satzung für den Hospizverein geschrieben wurde, wurde der Bau eines Hospizes als Fernziel definiert.

Nieswand und seine Mitstreiter sehen das Modell als Auftakt für eine neue Werbe-Kampagne für den Hospizverein und die Stiftung. Ziel ist es, möglichst viele neue Spender zu finden. Und noch eins hat der Hospizverein erreicht: Das Thema Sterben ist kein Tabu mehr.
 


www.region-odenwaldkreis.de
07.01.06
Karl-Peter Weis

Unser Ziel: Ein Haus für sterbende Menschen!
Hospiz-Verein Bergstraße e.V. und Hospiz-Stiftung Bergstraße stellen Siegermodell für den Neubau eines stationären Hospizes in Bensheim vor.
Ein eigenes Haus für die letzten Tage des Lebens!
Die Hospiz-Wüste wird bewässert: Neubau des stationären Hospizes Bergstraße in Bensheim wird konkret.


Bensheim (kpw). Endlich ein eigenes Haus für die letzten Tage des Lebens. Das ist das Ziel der Hospizstiftung (HSB) und des Hospiz-Vereins Bergstraße e.V. (HVB). Dieses Ziel ist wieder ein gutes Stück näher gekommen.


Am 06.01.2006 präsentierten der HVB und die HSB den Entwurf für den Neubau des „Stationären Hospizes Bergstraße“ (SHB).

Im Rahmen einer Auswahlverfahrens wurde aus zehn eingereichten Architektenentwürfen nach baulichen, betrieblichen und ökonomischen Gesichtspunkten der Entwurf von Büro für Architektur- und Stadtplanung Rohde & Vogeler aus Bensheim-Gronau ausgewählt.

Der Vorsitzende des HVB, Dr. Wolfgang Nieswandt (Arzt und Schmerztherapeut) machte deutlich, dass die heutige Vorstellung des Siegerentwurfes einen neuen Meilenstein in der Entwicklung und in der Arbeit des Vereins und der Stiftung markiert: In den 11 Jahren seines Bestehens hat der HVB mit seiner ambulanten Hospizarbeit sich zu einer Institution entwickelt, die nicht mehr aus dieser Region weggedacht werden kann.
Die Architekten Rohde & Vogeler erläuterten anhand der Pläne und eines Modells. Leitmotiv beim Entwurf war: „Der Gast soll eine häuslich-vertraute Atmosphäre erfahren, ein individuelles Leben in einem Raum führen zu können, in dem er sich zurückziehen kann in einer extremen und schutzbedürftigen existenziellen Situation. Zugleich gibt es neben dem individuellen Leben ein gemeinschaftliches Wohnen mit Räumen, die der Patient gut aufsuchen kann, wenn er es will und dazu in der Lage ist.“

Dazu passt sich der abgewinkelte Baukörper der schwierigen, nach zwei Seiten abfallenden Topographie des Hanggeländes, an. Alle Gästezimmer befinden sich auf einer Ebene im Obergeschoss und sind nach Süden bzw. SW orientiert. Jedes Zimmer erhält eine Loggia und einen Glaserker zur Nutzung für die warme und kalte Jahreszeit.

Jörg Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, dankte allen Ehrenamtlichen und der Stadt Bensheim, die bei der Sichtung, Bewertung und Auswahl der Entwürfe mitgeholfen haben. Als Nächstes werden die Planungen bis zur Genehmigungsreife weitergeführt. Herr Schmidt hofft, dass alle, die sich mit Spenden und Zustiftungen an dieser reizvollen Aufgabe beteiligen wollen, nun konkret erkennen, dass die Realisierung eines stationären Hospizes in greifbare Nähe gerückt ist. Vor dem Baubeginn ist es jedoch notwendig, das vorhandene Stiftungsvermögen von rund 500 T€ auf ca. 2 Mio.Euro zu vermehren. Dazu finden 2006 zahlreiche Aktivitäten statt.

 

Vorstellung des ausgewählten Planes für das Stationäre Hospiz an der Bergstraße
Eröffnungsrede von Dr. Nieswandt, Arzt, 1.Vorsitzender HVB

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Vorstellung des Siegerentwurfes unseres Wettbewerbes markiert einen neuen Meilenstein in der Entwicklung und in der Arbeit des Hospiz Vereins Bergstraße und der Hospizstiftung: In den 11 Jahren seines Bestehens hat der HVB mit seiner ambulanten Hospizarbeit sich zu einer Institution entwickelt, die nicht mehr aus dieser Region weggedacht werden kann. 102 Patienten wurden allein in diesem Jahr von unseren Hospizhelferinnen und Hospizschwestern rein ehrenamtlich betreut. Noch einmal die gleiche Anzahl haben die anderen Hospizinitiativen und Vereine im Kreis erbracht. Was das an Einsatz, Zuwendung und Solidarität bedeutet, kann nur der ermessen, der diese Arbeit aus der Nähe beobachten kann oder dem sie –als Betroffener oder Angehöriger - zuteil wird.

Mit dieser Arbeit und diesen Aktivitäten steht der Hospiz Verein Bergstraße unter den Hospizvereinen in Hessen wohl mit an erster Stelle. Diese erfolgreiche und segensreiche Entwicklung der vergangen 11 Jahre findet ihre Fortsetzung in der hier der öffentlichkeit vorgestellten Planung. Sie wird ihren vorläufigen Höhepunkt im Bau eines Stationären Hospizes für den Kreis Bergstraße in Bensheim finden.

In der Satzung vor 11 Jahren wurde ein Stationäres Hospiz als Fernziel, als Ergänzung der ambulanten Hospizarbeit gefordert.

Die Stadt Bensheim hat ein Grundstück in hervorragender Lage bereitgestellt und damit gezeigt, dass in unserer Stadt Tod und Sterben nicht vor die Stadttore verbannt werden, sondern dass bei uns bis zuletzt würdig gelebt werden kann, in einem Haus, dass zentral und ruhig in einer privilegierten Lage liegt.

Der Kreis Bergstraße hat die Hospizstiftung mit großzügigen 250 000 € ausgestattet, die sich in 3 Jahren durch Zustiftungen fast verdoppelt haben.

10 Architekten sind unserer Einladung und Aufforderung gefolgt und haben ohne Berechnung von Kosten Pläne vorgelegt, die eine intensive zeitliche und gedankliche Beschäftigung mit der gestellten Aufgabe verraten. Gründliche Beratungen und Bewertungen ließen einen Plan übrig, den wir Ihnen heute hier präsentieren.

Entscheidend für die Entscheidung war, dass wir nicht nur möglichst kostengünstig bauen, sondern das Hospiz auch möglichst wirtschaftlich in der Zukunft betreiben können.
Der Kostenfaktor spielt neben der Funktionalität und der Ästhetik eine gleichgroße Rolle.

Wir stehen mit Ihnen am Anfang einer Kampagne, die als nächsten Höhepunkt die Erteilung der Baugenehmigung und den Spatenstich haben wird. Im Frühjahr steht die Versteigerung eines Autos an. Und ich bin überzeugt, dass die Unterstützung, die wir durch das Sammeln von Zahngold, die Erlöse von Basaren und Wohltätigkeitsveranstaltungen bisher erfahren haben, nicht abreißen wird, sondern sich noch steigert.

Quasi als Startschuss für die Kampagne zum Bau unseres Hospizes hat der Lions Club durch seinen Präsidenten Dr. Konitzke im Dezember eine große Summe übergeben und der Lions Club wird damit hoffentlich viele Nachahmer und –Eiferer animieren. Diese Kampagne wird versuchen, den Hospizgedanken noch breiter bekannt zu machen und für unserer Projekt das noch fehlende Geld zu sammeln.

Am meisten Aufmerksamkeit scheint das Thema Hospiz zu finden, wenn das Tabu - Thema Tod und Sterben mit spektakulären Aktionen verbunden ist: In Hannover hat der „Schweizer Sterbehilfeverein“ Ende letzten Jahres seine erste deutsche Filiale eröffnet – und damit die Debatte um den würdigen Tod wieder in die Schlagzeilen gebracht. Interessant ist, dass Politik in Gestalt eines hamburgischen Ministers über die holländische Gesetzgebung hinausgehen wollte und sogar die Tötung ohne Verlangen propagiert. Damit wird der Euthanasiegedanke nach 50 Jahren wieder in die politische Diskussion in Deutschland eingeführt.

Etwa 400 Menschen hat der Schweizer Verein in den ca. 10 Jahren seines Bestehens mit Gift (z.B. dem Wirkstoff Pentobarbital, in der Schweiz unter dem Namen Eutha ® ad us. vet zur schmerzlosen Tötung von Klein- und Großtieren zugelassen), versorgt; gegen einen stattlichen Beitrag von etwa 3000€. Die Kosten für die Chemikalie dürften einige Rappen betragen.

In die philosophische Diskussion um die als Begründung ins Feld geführte Selbstbestimmung kann ich an dieser Stelle nicht einsteigen. Eigene Erfahrung haben gezeigt, dass die meisten Wünsche nach Suizid nicht nur wegen großer Schmerzen geäußert werden, sondern vor allem aus einer Situation der Verlassenheit heraus. Wir sehen bei unserer Arbeit immer wieder, dass dieser Wunsch sich auflöst, wenn der Kranke spürt, dass er ernst genommen wird, dass er als Mensch wahrgenommen wird. Der Philosoph Robert Spaemann sagt dazu in einem Beitrag in der Stuttgarter Zeitung vom 26.10 05: „In diesem Augenblick größter Schwäche und reduzierter Autonomie, wo der Leidende nur eines braucht - nämlich Zuwendung, Solidarität und Linderung der Schmerzen - seine fiktive Selbstbestimmung in den Mittelpunkt zu stellen, ist eine zynische Ausrede, um sich diesen Verpflichtungen zu entziehen.“

Es dürften weit mehr als 400 Menschen sein, die allein der Hospiz Verein Bergstraße in den 10 Jahren seines Bestehens begleitet hat. Viele Tausend sind es in Deutschland in den vergangen Jahren gewesen, denen von Hospizhelfern menschliche Solidarität und Zuwendung entgegengebracht wurde, denen geholfen wurde, die letzte Zeit ihres Lebens würdig zu gestalten.

Praktiken der Lebensverlängerung um jeden Preis lehnen wir ab und bewahren unsere Patienten davor. Damit hilft Hospizarbeit auch die scheinbar zwingende Wiedereinführung des Euthanasiegedankens überflüssig zu machen.

Damit ist unser Handeln höchst politisch, auch wenn es sich meist verborgen in der Intimität von Krankenzimmern abspielt.

Die Gesundheitsministerin hat wohl als Antwort auf die Gründung der deutschen Filiale des schweizerischen Sterbehilfe-Vereins 600 Mio € für neue palliative Maßnahmen versprochen, die Summe ist unterdessen aber wohl auf 250 Millionen € reduziert worden. Neue palliative Maßnahmen sollen damit entworfen und eingeführt werden; alten bewährten wurde im vergangenen Jahr der finanzielle Boden entzogen: so wird z.B. schmerztherapeutisch tätigen Fachärzten in der kassenärztlichen Gebührenordnung kein Raum für eine häusliche Betreuung gegeben und ihre Vergütung für alle schmerztherapeutischen Leistungen ab diesem Jahr um 30-50% abgewertet.

Ich glaube, dass es effektiver ist, mit dem versprochenen Geld vorhandene Strukturen, wie sie zum Beispiel hier an der Bergstraße entstanden sind und sich bewährt haben, zu fördern, als neue Teams, an großen Kliniken erst aufzubauen um sie dann übers Land zu schicken.

Wir werben um Geld, um viel Geld. Potentielle Geldgeber wollen wissen, wo sie ihr Geld investieren. Lassen Sie mich das Gesagte in fünf Punkten zusammenfassen, die Sie verehrte Anwesende und andere Interessierte überzeugen werden:

Mit unserer Hospizarbeit im Kreis und dem geplanten Hospiz geben wir eine adäquate Antwort auf gravierende gesellschaftliche und medizinische Veränderungen in Deutschland und auch hier an der Bergstraße.
Spürbare Fortschritte an Humanität für Schwerstkranke und Sterbende konnten innerhalb von wenigen Jahren erzielt werden; mit einer Begrenzung des Kostenanstiegs in diesem Sektor im Gesundheitswesen.

Ambulante Hospizarbeit und Hospize haben als Schlüsselfaktoren zur Erreichung der Hospizziele zu belegbaren Verbesserungen bei der schmerztherapeutischen Versorgung und Kontrolle der Begleitsymptome bei Schwerkranken und Sterbenden beigetragen.

Die Hospizidee zur ganzheitlichen Sterbebegleitung strahlt inzwischen auch auf andere Sektoren des Gesundheitswesens aus. Sie hat außerdem in den vergangenen Jahren wesentlich dazu beigetragen, Themen wie Tod und Sterben in unserer Gesellschaft zu enttabuisieren.

Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung kommt zu dem Schluss:
Somit stellen, empirisch belegt, das Hospiz und die Hospizbewegung einen in jüngster Zeit beispiellosen Erfolgsfaktor im bundesdeutschen Gesundheitswesen dar und sind aktuell der überzeugende und innovative Entwicklungsschritt.

Warum soll und darf ein stationäres Hospiz NICHT in einem Krankenhausgebäude untergebracht werden?

1. In einem Krankenhaus oder ehemaligen Krankenhaus werden Patienten ständig an vergangene Erlebnisse in Krankenhäusern erinnert. Die meisten Krebspatienten oder Menschen mit anderen schweren chronischen Erkrankungen haben in der Regel eine lange leidvolle Krankenhauskarriere hinter sich und sollen nicht durch das Umfeld permanent an leidvolles Erleben aus der Vergangenheit erinnert werden.

2. Klinikumfeld ist für diese Menschen häufig mit Angst, Anspannung, Vorbehalten und allen psychischen Mechanismen der Übertragung belegt und führt zu mehr Schmerz, Unruhe, Angst und Verspannung als nötig.

3. Für die Bevölkerung wird ein Hospiz in den Räumen eines Krankenhauses immer ein Teil des Krankenhauses sein. Das heißt, dass alles, was sich im Klinikbetrieb abspielt (insbesondere natürlich das, was aus irgendeinem Grund nicht gut läuft) in der Meinungsbildung der Menschen auch auf das Hospiz übertragen wird.

4. Selbst Palliativstationen großer Kliniken, die finanziell, strukturell, personell und in allen anderen Be-langen zu einer Klinik gehören, sind häufig an ausgelagerter Stelle gebaut oder eingerichtet. (z. B. das „Johannes Hospiz“ am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in München, welche die Palliativstation der Klinik ist, genauso wie in Köln oder Bamberg.)
5. . Ungewollt kommt es bei einem Hospizbetrieb nahe einer Klinik immer zu äußerst unerfreulichen Situationen beim Personal. Da gibt es oft Missgunst (Warum ist es im Hospiz schöner und wohnlicher ein-gerichtet? Warum haben die mehr Personal? Wir haben doch so viel zu tun! Dann haben die auch noch Ehrenamtliche, die den Krankenschwestern die Arbeit erleichtern, sie bekommen auch mehr Anerkennung usw.) Reguläre Kliniken sind personell meist schlecht besetzt, so dass sich die Pflegekräfte nicht die Zeit nehmen können, sich so intensiv um Sterbende, geschweige denn um die Angehörigen zu kümmern, wie in einem Hospiz. Das ist nicht leicht auszuhalten, insbesondere für Pflegekräfte, denen die Sterbebegleitung am Herzen liegt.

6. Also wird nicht selten versucht, den Patienten ins Hospiz zu verlegen, was aber gar nicht so einfach ist, denn § 2 (2) SGB V RV* besagt: „Die Notwendigkeit einer stationären Hospizversorgung liegt grundsätzlich nicht bei Patienten vor, die in einer stationären Pflegeeinrichtung versorgt werden.“ Das heißt: dass Patienten, die vom häuslichen Umfeld ins Hospiz eingewiesen werden, haben Vorrang vor denen, die bereits in einer stationären Einrichtung (Krankenhaus, Pflegeheim) liegen. Eine Entlastung des Klinikpersonals findet also eher selten statt. So wird auch oft die Frustration über die schlechteren Arbeitsbedingungen auf das Hospizpersonal übertragen, das sich ungewollt in eine Rolle wiederfindet, in der es sich rechtfertigen oder fast entschuldigen muss, dass es dem Klinikpersonal kaum Entlastung von pflegerisch aufwendigen Patienten ermöglicht.

7. All diesen Punkten wurde im Gesetzestext Rechnung getragen: Lt. § 1 der Rahmenvereinbarung* nach § 39a Satz 4 SGB V sind stationäre Hospize „selbständige Einrichtungen mit dem eigenständigen Versorgungsauftrag, für Patienten mit unheilbaren Krankheiten in der letzten Lebensphase palliativ-medizinische Behandlung zu erbringen. Sie sind kleine Einrichtungen mit familiärem Charakter mit in der Regel höchstens 16 Plätzen, wobei die räumliche Gestaltung der Einrichtung auf die besonderen Bedürfnisse schwer kranker sterbender Menschen auszurichten ist.“
Und weiter heißt es in Abs. 3:
„Stationäre Hospize sind auf Grund ihres Versorgungsauftrages baulich, organisatorisch und wirtschaftlich selbständige Einrichtungen mit separatem Personal und Konzept. Es ist deshalb ausgeschlossen, dass ein stationäres Hospiz Bestandteil einer stationären Pflegeeinrichtung ist.“

*
Rahmenvereinbarungen zwischen den Spitzenverbänden der Krankenkassen und der Hospizbewegung bzw. ihren Repräsentanten nach § 39a Satz 4 SGB (Sozialgesetzbuch) V.

 


aus: www.marktplatz-bergstrasse.de
06.01.2006

Blick auf den Kirchberg und die Stadt
Architekturbüro Rohde + Vogeler hat Zuschlag für Planung
des stationären Hospizes in Bensheim erhalten

Bensheim (ofi). Das freut die Protagonisten: Der geplante Bau einer stationären Hospiz auf dem von der Stadt in Erbbaupacht bereitgestellten Grundstücks an der Kalkgasse Bensheim rückt näher. Das in Gronau ansässige Büro für Architektur- und Stadtplanung Rohde + Vogeler hat den Planungsauftrag erhalten.

Bei einer Präsentation am 6. Januar (Freitag) im Neumarkt-Center stellten die Architekten gemeinsam mit Vertretern des Hospiz-Vereins Bergstraße (HVB) und der Hospiz-Stiftung Bergstraße (HSB) das Raumprogramm samt Modell vor.

Unterhalb des Kirchbergs soll ein stationäres Hospiz mit acht Betten für Männer und Frauen entstehen, um ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Damit wäre das endlich passé, was HVB-Vorsitzender Dr. Wolfgang Nieswandt bildhaft wie drastisch als „Hospiz-Wüste“ bezeichnet. Um das große Ziel zu erreichen, haben sich am 30. April 2002 acht Institutionen in der Hospiz-Stiftung Bergstraße zusammengetan. Inzwischen hat die Stiftung knapp eine halbe Million Euro zusammen. Weitere Zustiftungen sind avisiert.

Eines ist indes klar: Der Plan für das zweigeschossige und 1,5 bis zwei Millionen Euro teure Hospiz unmittelbar neben der Anlage der Maria-Ward-Schwestern wird weiter verfeinert werden. Das steil abfallende Gelände hinter der Guntrum-Galerie ist für die Architekten zwar eine Herausforderung, macht aber zugleich den besonderen Charme des geplanten Hospiz aus. Dr. Nieswandt und seine Mitstreiter sind mit dem Entwurf jedenfalls überaus zufrieden.

Das moderne Gebäude soll sich in die sensible Umgebung einfügen und nach Vorstellungen der Planer so konzipiert werden, dass die künftigen Bewohner einen freien Rund-um-Blick auf den Kirchberg und über die Stadt haben.

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