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Festival „Vogel der Nacht“ vom 24. bis 27. August im Stadtpark hilft Hospiz-StiftungC - Wer auf "Offener Bühne" auftreten will, kann sich bei Organisator Harry Hegenbarth melden Bensheim (mb). Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen: „Vogel der Nacht“ heißt das Festival vom 24. bis 27. August im Bensheimer Stadtpark. Täglich können sich Künstler aller Genres auf der „offenen Bühne“ vorstellen. Dazu kann das Publikum Kurzfilme anschauen oder es sich bei Live-Musik und Feuershows gut gehen lassen. Für die kleinen Besucher wird es ein eigenes Kinderprogramm geben. Ein großes Erlebnis verspricht der Auftritt des Liedermachers Michel Suljic zu werden. Das Konzert am 26. August (Samstag) beginnt um 14 Uhr. Hinter der Idee dieses Benefiz-Festivals zugunsten der Hospiz-Stiftung Bergstraße steckt der Tausendsassa Harry Hegenbarth. Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Der freiwillige Obolus hilft der Hospiz-Stiftung, die in unmittelbarer Nähe zum Stadtpark ein stationäres Hospiz für acht todkranke Menschen bauen will. Sozusagen „Herzstück“ des bislang einmaligen Festivals ist die offene Bühne, schwärmt das Organisationstalent Hegenbarth. Jeder kann zeigen, was er kann. Es darf musiziert, gelesen, gezaubert oder was auch sonst immer gemacht werden. Eine Besonderheit ist auch die Kooperation zwischen “Vogel der Nacht” und der Hochschule für Gestaltung (hfg). Junge Nachwuchsregisseure präsentieren an zwei Tagen ihre Kurzfilm-Werke unter freiem Himmel. Die Zuschauer dürfen ihren Lieblingsfilm auswählen. Mit etwas Glück können tolle Preise gewonnen werden. Außer Konkurrenz werden am 25. August (Freitag) und 26. August (Samstag) zwei mit dem hessischen Filmpreis 2005 preisgekrönte Filme der hfg gezeigt. Zum Frühschoppen am 27. August (Sonntag) sind die „lieben Leute“ ab 11 Uhr eingeladen. Dazu spielt die Band „Swing Express“. Die achtköpfige Formation aus Bensheim und Umgebung wird beim Festival „Vogel der Nacht“ ihre neue CD vorstellen. Danach heißt es Manege frei für den Kinder-Mitmach-Zirkus von und mit dem Duo „Jomamakü“ aus Landau. Gemeinsam mit dem Kindertheater Zirkus Zampano sind die Pfälzer auch bei der Abschluss-Show zu erleben. Wer Lust am Mitmachen beim Festival „Vogel der Nacht“ hat, kann sich bei Harry Hegenbarth (Telefon 06251/855818) melden. Internet: www.vodena.de Bergsträßer
Anzeiger
Vier Tage
"Vogel der Nacht" im Bensheimer Stadtpark
Bensheim/Bergstraße. Offene Bühne, Kurzfilme, Live-Musik, Feuerartistik: Der
Bensheimer Stadtpark verwandelt sich vom 24. bis 27. August in eine große
Festivalbühne. "Vogel der Nacht - Jetzt auch am Tag" bietet ein Programm für
Jung und Alt. Der Eintritt ist frei. "Wir bitten aber um einen freiwilligen
Eintritt zugunsten der Hospiz-Stiftung", erklärt Eventgestalter Harry
Hegenbarth. Bergsträßer
Anzeiger
Offene Karten und keine
Illusionen Bergstraße.
Alles erschien logisch und normal. Plötzlich gehörte der Tod zum Leben. Wie
die Geburt. Das "ob" spielte keine Rolle mehr, es ging allein um das "wie":
Keine entwürdigende Verlängerung des Lebens, keine Überweisung in eine
fremde Umgebung und keine Illusionen. Der todkranke Vater von Marianne N.
(Anm.: Namen von der Redaktion geändert) hatte einen großen Wunsch: Er
wollte nicht ins Krankenhaus, sondern die verbleibenden Tage in der
vertrauten Gemeinschaft der Familie verbringen. Bergsträßer
Anzeiger
Stationäres
Hospiz soll Versorgungslücke schließen Bergstraße.
Die oben stehende Reportage macht die Bedeutung der Hospizarbeit deutlich,
die für eine liebevolle Begleitung von unheilbar kranken und sterbenden
Menschen sowie deren Angehörigen steht. Den Patienten soll durch Beistand
und Begleitung in der letzten Lebenszeit ein Sterben im vertrauten Umfeld
ermöglicht werden, welches die Würde und Mündigkeit des Menschen bewahrt. Südhessen
Morgen
Ein weiterer Baustein für ein stationäres Hospiz Bürstadt.
Eine Spende in Höhe von 500 Euro überreichte die Hospizinitiative im Ried
der Hospiz-Stiftung Bergstraße als weiteren Baustein auf dem Weg zum Bau des
stationären Hospizes in Bensheim. Monika Kroker, Vorsitzende der in Bürstadt
ansässigen Hospizinitiative, übergab den Spendenscheck Dr. H.W. Otto Menzel
vom Vorstand des Stiftungsbeirates. Menzel berichtete von den planerischen
Vorarbeiten, die inzwischen schon fast zur Ausschreibungsreife gediehen
sind.
Bergsträßer Anzeiger
Mit Kultur
unter schattigen Bäumen Spenden sammeln |
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Die
Bürgermeister Thorsten Herrmann (Bensheim), Klaus Jäger (Lorsch),
Philipp Bohrer (Einhausen) und Jürgen Kaltwasser (Lautertal) schlagen auf
unserem Bild in die Wette ein.
Auch Oliver Hoeppner (Lindenfels) und Dieter Kullak (Zwingenberg) machen
mit.
Bergsträßer Anzeiger
10. Juni 2006
Stationäres Hospiz braucht
625 Paten
Weitere Informationen
Patenschaftsformulare gibt es bei der Hospizstiftung, Hauptstr. 81 in
Bensheim (Tel. 06251/680 404) oder im Internet unter
www.hospiz-stiftung-bergstrasse.de
Bergstraße. Das stationäre Hospiz für den Kreis Bergstraße soll in 1a-Lage am Bensheimer Kirchberg - inmitten von Weinbergen - mit unverbaubarem Blick auf die Ebene entstehen. Das Grundstück an der Kalkgasse hat die Stadt Bensheim zur Verfügung gestellt; jetzt ist die Hospizstiftung Bergstraße gefragt, die nötigen finanziellen Mittel zum Bau und zum laufenden Unterhalt des Hauses zusammenzubringen. Läuft alles nach Plan, soll noch Ende dieses Jahres mit dem Bau begonnen werden. Zehn Architekten haben ihre Entwürfe für das stationäre Hospiz eingereicht. Der Plan von Rohde & Vogeler wurde als bester ausgewählt und am 6. Januar der Öffentlichkeit vorgestellt.
Mit Namensnennung . . .
Innerhalb des Hospizvereins hat sich im September 2005 eine Planungsgruppe (SHB-Team) gebildet, welche den Vorstand der Hospizstiftung Bergstraße bei den Vorbereitungen des Neubaus unterstützt. Zur Planung und Koordination des Neubaus wurde im Februar ein Bauausschuss eingesetzt.
. . . oder anonym
Für die Betriebskosten hat die Hopsizstiftung eine Patenschaftsaktion gestartet. Die laufenden Kosten des Hauses veranschlagen die Verantwortlichen auf rund 75 000 Euro jährlich. Gesucht werden mehr als 625 Menschen, die eine Patenschaft für das stationäre Hospiz in Form einer monatlichen Spende von zehn oder einer jährlichen Spende von 120 Euro übernehmen. Diese Spenden sind steuerlich abzugsfähig. Die Patenschaft kann jederzeit ohne Angabe von Gründen beendet werden. Bei der Sparkasse Bensheim (BLZ 509 500 68) gelten folgende Kontonummern: 2076511 (für Paten und Einzahlungen mit Namensnennung); 2076529 (für Paten und Einzahlungen anonym, ohne Namensnennung). ank
Bergsträßer Anzeiger
10. Juni 2006
Der letzte Atemzug im Arm der
Mutter
AUS DER ARBEIT DES HOSPIZVEREINS: Patientin stirbt zuhause im Kreis der
Familie und Freunde
Bergstraße. Als Christine K. nach wochenlangem Krankenhausaufenthalt nach Hause kam, kochte ihre Mutter erst einmal eine kräftige Hühnersuppe. Allerdings nicht zur Stärkung für die Tochter - die 37-Jährige konnte nicht mehr essen oder trinken, die Krebspatientin war zum Sterben nach Hause gekommen. Angehörige und Freunde brauchten Kraft für eine Aufgabe, die sie ohne den Hospizverein Bergstraße nicht hätten meistern können. Die Sterbende wollte ihre letzten Stunden in der Gemeinschaft der Familie und mit ihren Freunden verbringen.
Als sie ihren letzten Atemzug tat, waren 28 Leute im Zimmer und nahmen Abschied von einem geliebten Menschen. "Seit dem Nachmittag hatte Christine nicht mehr gesprochen, die Stimmung war traurig und gedrückt", erinnert sich ihre Mutter.
Aber dann habe sie die Besucher erinnert: "Christine will, dass wir fröhlich von ihr Abschied nehmen und nicht stumm hier herumsitzen." Ihre Tochter habe in ihren Armen noch ein leises "Ja" geseufzt und sei später friedlich eingeschlafen.
"Es war ein Kommen und Gehen, der reinste Menschenauflauf", beschreibt die Schwester die zwei letzten Tage von Christine. Viele Freunde vom Historischen Tanzkreis Bensheim, in dem die Bensheimerin eine Jugendgruppe betreut hatte, waren gekommen, schauten gemeinsam Bilder an, erinnerten sich an vergangene Erlebnisse.
Die Besucher suchten auch den körperlichen Kontakt zu ihrer Freundin. "Es war immer jemand da, der ihre Hand gehalten oder sie am Arm gestreichelt hat", beschreiben ihre Angehörigen die menschliche Nähe.
Auch Jugendliche der Tanzgruppe kamen zu Besuch: "Ich habe Tee gekocht und manche haben Kuchen oder Kaffeestückchen mitgebracht", sagt Frau K.. Der Raum sei immer mit Leben gefüllt gewesen. Das sei im Sinne ihrer Tochter gewesen, die immer ein fröhlicher und zufriedener Mensch gewesen sei: "Sie hat aus allem das Beste gemacht."
"Als meine Tochter erfahren hat, dass sie nicht mehr operiert werden sollte, hatte sie nur noch einen Wunsch: zu Hause sterben zu dürfen", erzählt die Mutter.
Heute ist sie sicher: "Ohne den Hospizverein hätten wir Christines letzten Wunsch nicht erfüllen können." Die Schmerztherapie wurde professionell durchgeführt, die Hospizschwester übernahm schon auf dem Heimweg vom Krankenhaus ins Wohnhaus alle notwendigen Maßnahmen und Handgriffe. "Ich war so glücklich, dass wir jemanden hatten, der sich auskennt", betont Frau K.
Die Hospizschwester betreute die Sterbende rund um die Uhr. Sie zeigte den Angehörigen einfache Handgriffe, die Christine K. Linderung verschafften, mit teegetränkten Wattebäuschen konnten sie zum Beispiel ihre Lippen befeuchten. "Von uns aus hätten wir dazu nicht die Courage aufgebracht", ist Frau K. noch heute dankbar für die souveräne und dabei immer unspektakuläre Art der Hilfe.
Dabei habe die Hospizschwester den Blick für die wichtigen Kleinigkeiten gehabt. "Sie hat die Balkontür geöffnet, man konnte das Vogelzwitschern bis zum Bett hören", berichtet Christines Schwester von scheinbar Nebensächlichem. "Sie hat das Leben von draußen ins Zimmer meiner Schwester geholt."
Die Verbindung zwischen Christine K. und ihren Freunden ist auch heute noch nicht abgerissen. "Auf ihrem Grab findet man oft kein Plätzchen mehr für einen Blumenstrauß," erzählt ihre Mutter. Bei der Beerdigung drängten sich 400 Leute an ihrem Grab.
Christine K. nahm dank der Hilfe durch den Hospizverein im Kreis ihrer Lieben Abschied vom Leben. Nach ihrem Tod trug sie zum letzten Mal ihr schönstes Tanzkleid und die dazu passenden Schuhe. In der Hand einen Biedermeierstrauß. ank
* Die Namen der Patientin und ihrer Familie wurden von der Redaktion geändert.
Bergsträßer Anzeiger
10. Juni 2006
Stiftung wurde im Jahr 2002 gegründet
Bergstraße. Am 15. Dezember 1994 wurde der Hospizverein Bergstraße zur ambulanten Begleitung unheilbarer Menschen gegründet; mit 30 Mitgliedern machten sich die Aktiven um Dr. Wolfgang Nieswandt ans Werk, die professionelle Sterbe- und Trauerbegleitung an der Bergstraße zu institutionalisieren, ein engmaschiges Versorgungsnetz zu knüpfen und das Thema aus seiner Tabu-Ecke herauszuholen.
Nach zehn Jahren hatte die Mitgliederzahl im Jahr 2004 die 300-er Grenze überschritten, mittlerweile zählt der Verein mehr als 400 Mitglieder und fünf hauptamtliche Mitarbeiter. Um das einstige Fernziel - ein stationäres Hospiz - zu verwirklichen, wurde 2002 eine Stiftung gegründet, die die Hospizarbeit unabhängig von dünnen Sozialhaushalten und schmächtigen Zuschüssen machen sollte. Gründungsmitglieder sind acht Hospizgruppen im Kreis Bergstraße, den Vorstand bilden Pfarrer Dr. Christoph Bergner, Dr. Hans W. Menzel und Jörg Schmidt.
Dr. Nieswandt, erster Vorsitzender des Hospizvereins bei der Gründungsfeier der Hospizstiftung: "Wir brauchen stationäre Strukturen, um die ambulanten mit Erfolg weiterführen zu können. In fast allen Fällen kann ein Leben in Würde beendet werden, ohne quälenden Schmerz - durch menschliche Zuwendung und durch ärztliche Kunst."
Mit einer Zustiftung des Kreistages über 250 000 Euro Startkapital und 20 500 Euro von der Stadt Bensheim hatte die Stiftung ein stabiles Fundament. Mit Spenden, Erlösen aus Grundstücksverkäufen und weiteren Zuwendungen summiert sich das Stiftungsvermögen mittlerweile auf 1,5 Millionen Euro. Gebraucht werden nach Meinung des Hospizvereins rund drei Millionen Euro, um bei Baukosten in Höhe von 1,8 Millionen den laufenden Betrieb des Hauses langfristig zu sichern. ank
Bergsträßer Anzeiger
10. Juni 2006
Hintergrund
Im Mittelpunkt der Hospizarbeit stehen sterbende Menschen und deren Angehörige mit ihren Bedürfnissen und Rechten. Sie zielt vor allem auf Schmerztherapie, lindernde Pflege und Zuwendung. Diese lebensbejahende Grundidee schließt aktive Sterbehilfe aus. Hospizarbeit zeichnet sich durch vier Schwerpunkte aus:
Die psychosoziale Begleitung umfasst die emotionale Unterstützung der Sterbenden und ihrer Angehörigen. Sie hilft bei der Verarbeitung der Gefühle, die bei der Auseinandersetzung mit dem bevorstehenden Tod auftreten. Sie unterstützt alle Betroffenen bei der Bewältigung unerledigter Probleme.
Durch spirituelle Begleitung haben Sterbende die Möglichkeit, Raum zu finden, sie selbst zu sein und ihr Leben bis zuletzt zu leben. Am Lebensende stellt sich dann oft die Sinnfrage. Verstehen kann man den Tod zwar nicht, man kann aber versuchen, diese Lebenserfahrung zu bestehen. Zur Sterbebegleitung gehört im notwendigen Umfang auch die Trauerbegleitung.
Die Aufgabe der palliativen Medizin und der palliativen Pflege ist es, Schmerzen und andere Beschwerden, die in der letzten Lebensphase auftreten können, zu behandeln und zu lindern und dadurch die Lebensqualität sterbender Menschen zu verbessern. Zu Hause zu sterben ist der Wunsch der meisten Menschen. Dies zu ermöglichen ist das vorrangige Ziel der Hospizbewegung. Entsprechend dem Grundsatz "ambulant vor stationär" verstehen sich stationäre Hospize daher als Ergänzung der ambulanten Hospizarbeit. (...)
Wesentliches Element der ambulanten Hospizarbeit ist die Sterbebegleitung durch ehrenamtliche HospizhelferInnen. Sie werden in speziellen Vorbereitungskursen geschult und selbst in regelmäßigen Treffen im Sinne einer Supervision begleitet. Sie ermöglichen durch ihre Arbeit ein Sterben zu Hause. red
Quelle: M. Müller in "Hospiz- und Palliativführer 2002"
Bergsträßer Anzeiger
2. Juni 2006
Patienten
begleiten - und zwar bis zum letzten Tag
Dr. Wolfgang Nieswandt und Doris Kellermann informierten beim Frauenbund
über die Arbeit des Hospizvereins
Lorsch. In unserer Gesellschaft ist der Tod immer noch ein Tabu. Mit dem Sterben beschäftigen wir uns erst, wenn wir im familiären Umfeld damit konfrontiert werden. Aus diesem Grund ist auch die Arbeit des Hospiz-Vereins Bergstraße in breiten Bevölkerungskreisen relativ wenig bekannt, obwohl der Verein seit über zehn Jahren tätig ist. Um diese Informationslücke aufzufüllen, hatte der Katholische Frauenbund zu einem Vortragsabend eingeladen. Vor dem interessierten Publikum informierten der Vorsitzende des Hospiz-Vereins und Bensheimer Arzt, Dr. Wolfgang Nieswandt und Hospizschwester Doris Kellermann über ihre Arbeit und das große Ziel, ein stationäres Hospiz zu gründen.
Ziel: Schmerzen lindern
In der Hospizarbeit geht es nicht darum, dem Leben Tage hinzuzufügen, sondern den letzten Tagen Leben. Leiden und Sterben soll nicht künstlich verlängert, aber auch nicht gezielt verkürzt werden. Möglich macht dies eine gezielte Schmerztherapie, die nach Aussage von Dr. Nieswandt ein "wesentlicher Pfeiler der Hospizarbeit" ist. Der Anästhesist und Schmerztherapeut spricht aus seiner ärztlichen Erfahrung. "Wenn die Nächte wegen Schmerzen zur Hölle werden" entsteht irgendwann der Wunsch, dem ein Ende zu setzen.
Das muss aber nicht sein, denn es gibt viele Möglichkeiten, Schmerzen zu reduzieren. Neben diesem medizinischen Aspekt spielt aber auch der seelische Schmerz eine große Rolle. Der sei, so Doris Kellermann, auch mit den stärksten Opiaten nicht zu verhindern. Die Palliative-Care-Fachkraft ging auf den multidisziplinären Charakter der Hospizarbeit ein, an der die unterschiedlichsten Berufsgruppen beteiligt seien. Denn Sterbebegleitung sei in keinem Beruf prüfungsrelevant.
So zeichnet sich eine Hospizschwester neben ihrer langen Berufserfahrung als Krankenschwester durch die Zusatzqualifikation in Palliative-Care aus. Wie der Heilige St. Martin seinen Reitermantel (Pallium) teilte und um den Bettler legte, so legt die Palliativmedizin einen Mantel der Geborgenheit, der Zuwendung und Nähe um den Patienten. Außerdem berät sie pflegende Angehörige, unterstützen die Hausärzte und das Pflegepersonal.
Dass Sterbebegleitung keine leichte Aufgabe ist, macht Kellermann deutlich. Um helfen zu können, müsse man Ängste und Bedürfnisse wahr und ernst nehmen und Nähe zulassen. Dass dies auch mal weh tun kann, wisse der Hospizhelfer, doch habe er auch die Kompetenz, Schmerz auszuhalten. Im vergangenen Jahr wurden durch die ehrenamtlich tätigen Helfer des Vereins 104 Patienten begleitet.
In den meisten Fällen erfolgt dies ambulant, denn nach Möglichkeit sollten Patienten bis zuletzt in vertrauter Umgebung bleiben. Angesichts zunehmender Singlehaushalte ist dies aber immer weniger realisierbar. Dies war auch mit ein Grund für das Ziel des Vereins, ein stationäres Hospiz zu gründen. Um dafür die finanzielle Basis zu schaffen, wurde 2002 durch die zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossenen acht Hospiz-Gruppen im Kreis Bergstraße die Hospiz-Stiftung Bergstraße gegründet. Das Stiftungsvermögen macht inzwischen rund 1,3 Millionen Euro aus, außerdem hat die Stadt Bensheim der Stiftung ein 1900 Quadratmeter großes Areal an der Kalkgasse zur Verfügung gestellt, auf dem das Hospiz gebaut werden soll.
Eine Fotomontage gab den Besuchern des Informationsabends einen Eindruck davon, wie harmonisch sich das Gebäude in die Kirchberg-Silhouette einfügt. Geplant ist ein Flachbau, der neben Funktionsräumen acht Patientenzimmer und zwei Appartements für Angehörige beinhaltet. Für den Bau des Hauses werden laut Dr. Nieswandt rund 1,8 Millionen Euro benötigt. Doch will man erst bei einem Stiftungsvermögen von drei Millionen Euro mit dem Projekt starten, um auch einen Betrieb auf Dauer zu gewährleisten.
Denn die Hospizarbeit erfolgt ehrenamtlich, das heißt, die Dienstleistungen des Vereins sind kostenlos und finanzieren sich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Aber nicht nur Geld ist bei der Hospiz-Stiftung willkommen, das Hospiz ist auch "Gold wert", wies Dr. Nieswandt auf eine andere Spendenmöglichkeit hin. Altes Zahngold oder defekte Schmuckstücke, für die es keine Verwendung mehr gibt, werden vom Verein gerne angenommen und gesammelt und zu Geld für die Hospiz-Stiftung gemacht.
Da die Planung für das Hospiz schon weit fortgeschritten ist, könnte das Projekt innerhalb eines Jahres realisiert werden, wenn das Kapital vorhanden ist. js
Bergsträßer Anzeiger
15.05.2006
Die
Hospiz-Stiftung sucht Paten für ihr großes Projekt
Finanzierung der laufenden Kosten sichern / Hospiz-Initiativen im
Kreis Bergstraße besichtigen Grundstück in der Kalkgasse
Bensheim/Bergstraße. Die Hospiz-Stiftung sucht Paten zur Finanzierung der
stationären Hospizarbeit. Neben der Rekrutierung weiterer Spender zur
Deckung der Baukosten in Höhe von zirka 1,8 Millionen Euro benötigt das
Projekt vor allem Unterstützung bei der Bewältigung der laufenden
Betriebskosten.
Aufgrund einer gesetzlichen Regelung müssen zehn Prozent dieser
Aufwendungen durch Spendengelder ausgeglichen werden. Beim Hospiz
Bergstraße beläuft sich der erforderliche Betrag auf rund 75 000 Euro
jährlich. Gesucht werden daher Paten, um die Zukunft der Einrichtung auf
gesunde Beine zu stellen. Alle Spenden sind steuerlich abzugsfähig.
Für den Unterhalt fehlt Geld
Am Samstag trafen sich Vertreter der acht Hosipiz-Initiativen im Kreis
Bergstraße zu einem informativen Rundgang über den Bauplatz in der
Kalkgasse in Bensheim. Wie Karl-Peter Weis vom eigens gegründeten
Hospiz-Bauausschuss mitteilt, sind für die Unterhaltung der stationären
Einrichtung pro Jahr zusätzlich etwa 150 000 Euro aus dem
Stiftungsvermögen als Zuschuss bereitzustellen, um eine stabile
Finanzierung der laufenden Kosten zu gewährleisten. "Spenden und
Patenschaften allein reichen dafür nicht aus."
Ziel ist daher, den Kapitalstamm der Stiftung auf 2,5 bis etwa 2,8
Millionen Euro aufzustocken, damit das stationäre Hospiz eine Zukunft hat.
Die Baukosten sind auf zirka 1,8 Millionen Euro veranschlagt. Die
konzeptionelle Planung steht: Mit acht Betten in zwei Geschossen fügt sich
das stationäre Hospiz harmonisch in die Umgebung der Kalkgasse ein. Die
Architektur orientiert sich an der Lage mit wunderschönem Blick auf
Bensheim und die Starkenburg. Das mittig abgeknickte Gebäude hat zwei
jeweils rund 30 Meter lange Flügel. Über eine Rampe können Patienten
direkt in die obere Etage gelangen. Im unteren Bereich sind einige
Parkplätze für Mitarbeiter und Besucher vorgesehen.
Viele Ideen für eine gute Sache
Mit der am 1. Mai gestarteten Patenschafts-Aktion will die Stiftung
regelmäßige Einnahmequellen erschließen, um so die Betriebskosten des
Hauses ein Stück weit decken zu können. Wie Hildegard Krämer, Vorsitzende
des Beirats der Hospiz-Stiftung-Bergstraße, erklärt, soll die Aktion in
eine breite Öffentlichkeit getragen werden, um möglichst viel
Unterstützung zu erfahren. Zur finanziellen Absicherung und Werbung plant
die Stiftung derzeit weitere Projekte wie die Installation eines
Spenden-Telefons, eine Tombola und weitere Broschüren. Bei Stadtfesten und
ähnlichen Veranstaltungen möchte die Stiftung über ihre Ziele informieren
und weitere Gönner finden. Mit einer speziellen Fahne am Stifungshaus in
der Hauptstraße 81 soll demnächst wirkungsvoll über den aktuellen
Spenden-Pegelstand informiert werden.
Durch die Bereitstellung eines geeigneten Grundstücks seitens der Stadt
Bensheim ist die Hospiz-Stiftung ihrem großen Ziel ein entscheidendes
Stück näher gerückt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2002 durch acht
Bergsträßer Hospiz-Initiativen hat sich die Stiftung unermüdlich für die
Realisierung des Hauses eingesetzt. Durch Zustiftungen konnte das
zweckgebundene Grundkapital auf über 1,5 Millionen Euro aufgestockt
werden.
Da außer einem Zuschuss der Kreisverwaltung sowie der Kommunen keinerlei
Finanzspritzen aus öffentlicher Hand zu erwarten sind, ist die Stiftung
auf die Unterstützung der Bürger angewiesen. Ziel ist eine finanzielle
Unabhängigkeit von den dünner werdenden Sozialhaushalten. Wie Karl-Peter
Weis erklärt, ist der Baubeginn abhängig von der finanziellen Situation
der Stiftung. "Die Mittel für den laufenden Betrieb müssen garantiert
sein."
Aktuell befindet sich die Fachgruppe mitten in der Planungsphase. Der
Bauantrag soll im Spätsommer diesen Jahres eingereicht werden. Sollte Ende
diesen Jahres genügend Geld verfügbar sein, könnte das Projekt im Frühjahr
2007 realisiert werden.
Um die Pläne zu verwirklichen, hofft die Stiftung auf eine große
Beteiligung der Bürger. Wer eine Patenschaft für das stationäre Hospiz
übernehmen möchte, kann sich direkt an die Stiftung in der Hauptstraße 81
in Bensheim wenden (Z 06251 / 680404). tr
Bergsträßer Anzeiger
23. März 2006
Expertenrat im Vorstand gefragt
Wahlen beim Hospizverein
Bergstraße
Bensheim. Mit Jennifer Bening und Karl-Peter
Weis wurden am Montag zwei neue Beisitzer in den Vorstand des
Hospiz-Vereins Bergstraße gewählt. Beide engagieren sich bereits seit
September letzten Jahres in der Planung des stationären Hospizes, das auf
einem Grundstück an der Kalkgasse entstehen wird.
Der Diplom-Ingenieur Weis koordiniert die Zusammenarbeit von Verein,
Stiftung, Architekt und Bau-Ausschuss sowie mit der Wirtschafts- und
Finanzierungsplanung. Die Juristin Jennifer Bening berät den Verein
ehrenamtlich in Rechtsfragen, unter anderem zum Thema Patientenverfügung
und bei der Vorbereitung der stationären Einrichtung.
Vorsitzender Dr. Wolfgang Nieswandt begrüßte den kompetenten
Vorstandszuwachs und bedankte sich bei den scheidenden Beisitzern für
deren geleistete Arbeit: Als Hospizhelferin und Koordinatorin wechselt
Angelika Michel vom Vorstandsteam zu den hauptamtlichen Mitarbeitern.
Evelyne Karwath-Franz ist seit 2003 als Hospizhelferin im Verein und
bietet seit zwei Jahren Beratungen zur Patientenverfügung an. Dr.
Nieswandt dankte für das Engagement im Kreise des Vorstands und die
weitere Mitarbeit in der großen Hospiz-Familie.
An der Spitze bleibt alles beim alten: Bei den Vorstandswahlen wurden Dr.
Nieswandt, der Zweite Vorsitzende Dieter Hamjediers und Kassenwart Edwin
Michel einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Schriftführerin bleibt Iris
Wilmes. Weitere Beisitzer sind wie gehabt Dr. Hans W. Menzel, Elfriede
Roman-Menzel und Stefan Wendel. tr
Bergsträßer Anzeiger
23.03.2006
Stationäres Hospiz: Das Fernziel rückt in greifbare Nähe
HOSPIZVEREIN: Gebäude an der Kalkgasse geht jetzt in die Planungsphase
/ Kosten von 1,8 Millionen / Kräftiger Spendenzuwachs
Bensheim. Über 400 Mitglieder, fünf hauptamtliche Mitarbeiter und das
einstige Fernziel in greifbarer Nähe: Seit seiner Gründung im Jahr 1994
ist der Hospiz-Verein Bergstraße auf einem beispielhaften Erfolgskurs, der
in den kommenden Monaten auf eine wichtige Etappe steuert. Mit dem Bau des
stationären Hospizes realisiert der Verein ein sichtbares Monument seiner
langjährigen Arbeit.
Die eigens gegründete Fachgruppe steckt mitten in der Planungsphase, noch
in dieser Woche soll der Vertrag mit dem Architekten unterzeichnet werden.
Bereits im Januar wurde die künftige Einrichtung als Modell vorgestellt
und das von der Stadt Bensheim zur Verfügung gestellte Grundstück an der
Kalkgasse von Wildwuchs befreit. Die Baugenehmigung erwartet der Verein im
Spätsommer diesen Jahres, als vorläufiges Kostenvolumen sind zirka 1,8
Millionen Euro eingeplant, berichtet Karl-Peter Weis zu den aktuellen
Fortschritten des Projekts.
"Der Baubeginn ist von unserem finanziellen Status abhängig", betonte Weis
bei der Hauptversammlung in der Eulervilla des Caritasheims St. Elisabeth.
Das Vermögen der angeschlossenen Hospiz-Stiftung Bergstraße soll den Bau
und laufenden Betrieb des Hauses ermöglichen. Nach der großzügigen
Erbschaft einer dem Verein nahe stehenden Bensheimer Bürgerin hat sich das
Kapital der Stiftung auf knapp 1,5 Millionen Euro vergrößert. Der Vorstand
schätzt, dass rund drei Millionen Euro Stiftungskapital für eine gut
ausgestattete Sterbeeinrichtung nötig sind.
Sicher ist, dass sich die konkrete Planung des stationären Hospizes auf
die öffentliche Akzeptanz gleich in zweierlei Hinsicht auswirkt. Zum einen
wächst die Bereitschaft zur finanziellen wie personellen Unterstützung,
was sich an den wachsenden Mitgliederzahlen und ehrenamtlichen Mitarbeit
ablesen lässt. Darüber hinaus hat sich der Verein zu einer der hessenweit
größten und aktivsten ambulanten Hospizgruppen entwickelt, die das Gesicht
der regionalen Sterbe- und Trauerbegleitung aus einer lange tabuisierten
gesellschaftlichen Nische befreit hat.
Vorsitzender Dr. Wolfgang Nieswandt lobte die Hospiz-Familie als
"ehrenamtliches Humankapital", das wesentlich zum Ansehen des Vereins
beigetragen habe: "Die Bergstraße ist heute in Sachen Sterbebegleitung
kein Entwicklungsland mehr". Im Bundesdurchschnitt wurde nur 4,3 Prozent
aller verstorbenen Menschen eine ehrenamtliche psychosoziale Betreuung
durch ambulante Hospitdienst zuteil. Im Bereich der
Palliative-Care-Versorgung (Schmerzlinderung) in stationären Einrichtungen
waren es nur 2,3 Prozent. "Notwendig ist aber eine Quote von mindestens 40
Prozent", so Dr. Nieswandt, der betont, dass sich das wachsende Engagement
ehrenamtlicher Helfer nicht einschläfernd auf politisch und
gesellschaftlich forcierte Versorgungsstrukturen auswirken dürfe.
Trotz allgemein stagnierendem Versorgungsgrad ist der Bergsträßer Verein
weiterhin im Aufwärtstrend. Mit Palliativ-Fachkraft Meike Tiede und
Hospizhelferin Angelika Michel hat sich der Stamm hauptamtlicher
Mitarbeiter auf fünf Köpfe erweitert. Die Personalkosten wurden von den
Krankenkassen übernommen - eine Leistung, die nach Ansicht von Dr.
Nieswandt zukünftig keineswegs sichergestellt sei. Durch ein dickes
Rücklagenpolster könne der Verein aber auch magere Jahre gut überstehen,
so der Vorsitzende.
Im vergangenen Jahr wurden von 107 ehrenamtlichen Mitarbeitern über 400
Stunden in Weiterbildungen investiert. Die gewachsene Personaldecke hat zu
Engpässen in der rege frequentierten Bensheimer Geschäftsstelle geführt;
jetzt hofft der Vorstand, demnächst weitere Räume von der
Heilig-Geist-Hospital-Stiftung anmieten zu können. Etwa 80 Prozent der
Gesamtausgaben fließen in die Personalkosten, berichtet Kassenwart Edwin
Michel.
Die Spenden erreichten mit über 100 000 Euro in 2005 einen neuen
Höchststand. "Uns geht es nicht um Zahlen", betonte Doris Kellermann in
ihrem Bericht über die Sterbebegleitungen, deren Dauer im Durchschnitt bei
etwa zehn Wochen liegt. "Viele Menschen sind in schlechter Verfassung,
wenn sich die oft überlasteten Angehörigen an den Hospiz-Verein wenden",
so die Palliativ-Fachschwester. Auch die Trauerbegleiterin Elfriede
Roman-Menzel hält die Bilanzen im Hintergrund und unterstreicht die
Bedeutung einer reflektierenden Trauerarbeit als wesentlich für die
weitere Entwicklung der Hinterbliebenen.
"Trauer braucht Räume, um gelebt zu werden". Das stationäre Hospiz wird
ein wichtiger Ort für die Arbeit des Vereins sein. Wir sind
zuversichtlich", sagt Dr. Wolfgang Nieswandt. Die bisherige Entwicklung
schürt den Optimismus. tr
Bergsträßer Anzeiger
06.03.2006
Hospiz-Stiftung sucht
mehr als 600 Paten
INFO-STAND: Beim Bauplatz am Kirchberg für Finanzierung der laufenden
Kosten geworben
Bensheim. Unübersehbar auch für die Besucher der Weinlagenwanderung:
Bereits seit Tagen steht ein großformatiges Bau-Schild auf dem Gelände, wo
das stationäre Hospiz entstehen wird. Am Montag wartete ein Info-Stand auf
die zahlreichen Maiwanderer, die am Bauplatz an der Kalkgasse
vorbeispaziert sind. Aktuelle Botschaft: Die Stiftung sucht Paten zur
Finanzierung der stationären Hospizarbeit.
Neben der Rekrutierung weiterer Spender zur Deckung der Baukosten in Höhe
von zirka 1,8 Millionen Euro benötigt das Projekt Unterstützung zur
Finanzierung der laufenden Betriebskosten. Aufgrund einer gesetzlichen
Regelung müssen zehn Prozent dieser Aufwendungen durch Spendengelder
ausgeglichen werden.
Beim Hospiz Bergstraße beläuft sich der erforderliche Betrag auf rund 75
000 Euro jährlich - gesucht werden mehr als 625 Paten, um die Zukunft der
Einrichtung auf gesunde Beine zu stellen. Eine Patenschaft ist bereits ab
zehn Euro im Monat möglich, alle Spenden sind steuerlich abzugsfähig.
weitere informationen
Wer eine Patenschaft für das stationäre Hospiz übernehmen möchte, kann
sich direkt an die Stiftung in der Hauptstraße 81 in Bensheim wenden
(Telefon 06251/680404).
Durch die Bereitstellung eines geeigneten Grundstücks seitens der Stadt
Bensheim ist die Hospiz-Stiftung ihrem großen Ziel ein entscheidendes
Stück näher gerückt. Hell und freundlich soll sich die zweigeschossige
Herberge in die Landschaft des Kirchbergs einfügen und den Menschen ein
Sterben in privater Atmosphäre und in Anwesenheit der Angehörigen
ermöglichen.
Seit ihrer Gründung im Jahr 2002 durch acht Bergsträßer Hospiz-Initiativen
hat sich die Stiftung unermüdlich für die Realisierung des Hauses
eingesetzt; durch Zustiftungen konnte das zweckgebundene Grundkapital auf
derzeit rund 1,5 Millionen Euro aufgestockt werden. Da außer einem
Zuschuss der Kreisverwaltung sowie der Kommunen keinerlei Mittel aus
öffentlicher Hand verfügbar sind, ist die Stiftung auf die Unterstützung
der Bürger angewiesen. Ziel ist eine finanzielle Unabhängigkeit von den
dünner werdenden Sozialhaushalten.
Wie Hospizschwester Doris Kellermann erklärt, ist der Baubeginn abhängig
von der finanziellen Situation der Stiftung. Aktuell befindet sich die
eigens gegründete Fachgruppe vom Hospiz-Verein mitten in der
Planungsphase, die Baugenehmigung wird im Spätsommer dieses Jahres
erwartet - ein Baustart wäre dann umgehend möglich. Um die Pläne zu
verwirklichen, hofft die Stiftung auf eine große Beteiligung der Bürger.
tr
Bergsträßer Anzeiger
06.03.2006
Neuer Baustein für das
stationäre Hospiz
Verein erhält großzügige Spende aus dem Erbe der verstorbenen Dr.
Marie-Luise Seidenfaden
Bensheim. Der Hospiz Verein Bergstraße in Bensheim kommt auf dem Weg zum
Neubau eines stationären Hospizes Bergstraße durch ein großzügiges Erbe
einer Bensheimer Bürgerin ein großes Stück weiter.
Dr. Marie-Luise Seidenfaden hatte großes Interesse an der Hospizarbeit und
an den Zielen des Vereins, sie wurde 1997 Mitglied im Hospiz Verein. Ganz
bewusst und wohl lange geplant hat Frau Seidenfaden die Aufteilung ihres
Erbes vorgesehen, schreibt der Verein in einer Pressemitteilung. Die Stadt
Reichelsheim als Ort ihrer Kindheit erhält einen Teil mit der Auflage, damit
die Freiwillige Feuerwehr auszustatten. Der zweite Teil des Erbes fällt an
die freikirchliche Gemeinde in Offenbach. Hier hatte die Verstorbene ihre
geistige und spirituelle Heimat. Der Hospizverein ist als letzter der drei
Erben Mitte der 90er Jahre in ihr Leben eingetreten.
Das Erbe besteht aus zwei bebauten Grundstücken in schöner Lage in
Bensheim-Auerbach. In dem einen Haus wohnte Frau Dr. Seidenfaden mit ihrem
Mann, im anderen Haus ihre Eltern und eine treue alte Hausangestellte.
Dieses Haus ist heute vermietet.
Marie-Luise Seidenfaden selbst hatte die Erfahrung schwerer Erkrankung und
belastender Therapien schon gemacht als sie erfahren musste, welche
körperliche und psychische Belastung die Pflege und der Tod der eigenen
Eltern bedeuten. Um die Eltern zu versorgen, hatte sie eine hoffnungsvolle
Karriere als Chemikerin bei den Farbwerken Höchst 1961 aufgegeben.
Bei einigen Besuchen in dieser Zeit gewährte sie den Mitgliedern des
Hospizvereins Einblicke in ihr Leben. Sie erzählte über ihre Schulzeit in
einer reinen Jungenschule, dass sie eine sehr gute Schülerin war und auch
von vielen Besuchen bei den Großeltern in Reichelsheim. Chemie in der ersten
Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zu studieren, war etwas Besonderes - für
eine junge Frau umso mehr. Kaum bekannt ist, dass sie einige Patente
entwickelt hat, wie aus einem Schreiben der Farbwerke Höchst von 1961
hervorgeht, als sie die Firma verließ, um ihre Eltern und ein altes
Dienstmädchen zu pflegen.
Die Gründung des Hospiz-Verein-Bergstraße, der es sich zur Aufgabe gemacht
hat, Schwerkranke und Sterbende zu begleiten, verfolgte sie mit größtem
Interesse. Einen engen Kontakt unterhielt sie mit den Hospizhelfern Dr. Otto
Menzel und seiner Frau Elfriede Roman-Menzel, die sie regelmäßig besuchten
und sie in ihrer Krankheit auch begleiteten.
Das Erlös aus dem Erbe wird es dem Hospiz-Verein und der Hospiz-Stiftung
leichter und schneller ermöglichen ein stationäres Hospiz zu bauen. Leider
konnte sie das Grundstück in der Kalkgasse, das die Stadt Bensheim zur
Verfügung gestellt hat, nicht mehr mit eigenen Augen sehen.
Die Urne von Frau Dr. Marie-Luise Seidenfaden wurde auf dem Friedhof in
Reichelsheim am 20. Januar 2006 beigesetzt. Sie wurde 83 Jahre alt. z
aus:
www.marktplatz-bergstrasse.de
5.3.2006
Große Gönnerin
Dr. Marie-Ilse Seidenfaden vererbt dem Hospiz
Verein Bergstraße zwei bebaute Grundstücke in Bensheim-Auerbach - Wichtiger
Schritt zur Realisierung eines stationären Hospizes
Bensheim/Kreis Bergstraße (mb). Der Hospiz Verein Bergstraße (HVB) kommt dem
an der Kalkgasse in Bensheim geplanten Neubau eines stationären Hospizes
Bergstraße durch ein großzügiges Erbe von Dr. Marie-Luise Seidenfaden ein
großes Stück näher.
Die Anfang 2006 im Alter von 83 Jahren gestorbene Gönnerin hat dem HVB zwei
bebaute Grundstücken in schöner Lage in Bensheim-Auerbach vererbt. In dem
einen Haus wohnte Dr. Seidenfaden mit ihrem Mann, im anderen Haus ihre
Eltern und eine treue alte Hausangestellte. Dieses Haus ist heute vermietet,
schreibt Karl-Peter Weis in einer Pressemitteilung des HVB.
Dr. Marie-Luise Seidenfaden hatte zeitlebens großes Interesse an der
Hospizarbeit. Bei ihrem Eintritt 1997 hatte sie den verantwortlichen
Protagonisten des Hospiz Vereins versprochen, ihre Ideen und Vorhaben zu
unterstützen. Engen Kontakt unterhielt sie mit den Hospizhelfern Dr. Otto
Menzel und seiner Frau Elfriede Roman-Menzel, die sie regelmäßig besuchten
und sie in ihrer Krankheit auch begleiteten.
Der Hospiz-Verein Bergstraße hat es sich zur Aufgabe gemacht hat,
Schwerkranke und Sterbende zu begleiten, ihnen ein Sterben in Würde zu
ermöglichen und Trauernde zu begleiten. Das in Nachbarschaft zu den
Ward-Schwestern geplante Hospiz entsteht auf einem Grundstück, das die Stadt
Bensheim in Erbpacht bereitgestellt hat. Die Kosten für das Gebäude mit acht
Einzelzimmern sowie Gäste- und Funktionsräumen werden auf zwei Millionen
Euro beziffert.
Bergsträßer
Anzeiger
18.02.2006
Vorarbeiten für Hospizgebäude
Heute Helfereinsatz auf Baugelände am Kirchberg / Freilegung
Bensheim. Die Hospiz-Stiftung Bergstraße plant den Bau eines stationären
Hospiz-Gebäudes in Bensheim. Dabei wird die Stiftung auch von der Stadt
Bensheim unterstützt, die von einem städtischen Grundstück oberhalb der
Guntrum-Bebauung am Kirchberg eine Teilfläche im Erbbaurecht zur Verfügung
stellt.
Zur Vorbereitung des Bauantrags, der nach vorliegenden Informationen in
diesem Frühjahr eingereicht werden soll, ist eine exakte Höhenvermessung des
Geländes erforderlich, die aber nur möglich ist, wenn die Parzellen im
künftigen Baufeld von ihrem Bewuchs freigelegt werden.
Nachdem im Rahmen eines Ortstermins mit der Unteren Naturschutzbehörde keine
Einwände gegen den Rückschnitt der betroffenen Brombeersträucher und
Niedergehölze geäußert wurden, steht der erforderlichen Freilegung nichts
mehr im Wege. Der vom Hospiz-Verein organisierte Helfereinsatz ist für den
heutigen Samstag (18.) vorgesehen.
Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass das Gelände außerhalb des
Geltungsbereichs des Landschaftsschutzgebietes Bergstraße-Odenwald liegt und
eine förmliche Eingriffsgenehmigung nach den Hessischen Naturschutz-Gesetz
nicht erforderlich ist.
Seitens des Hospiz-Vereins wurden die Grundstücksnachbarn im Rahmen einer
Informationsveranstaltung bereits auf die anstehende Freilegungsaktion
hingewiesen. psp
Bergsträßer
Anzeiger
08.02.2006
Vier Musterbeispiele für
selbstlose Taten
Energieversorger HSE unterstützt bürgerschaftliches Engagement mit
Spendengeldern
Von unserem Redaktionsmitglied Karl-Heinz Schlitt
Bergstraße. Fast noch wichtiger als der Scheck über tausend Euro, den
gestern vier ehrenamtliche Initiativen aus dem Kreis mit nach Hause nehmen
konnten, ist für sie die öffentliche Plattform, die damit verbunden war. Der
Vorstandsvorsitzende des Darmstädter Energieversorgers HSE, Albert Filbert,
zeigte sich jedenfalls beeindruckt von dem Engagement der vier
Organisationen, denen er mit je tausend Euro unter die Arme griff.
Seit Jahren verzichtet Filberts Unternehmen auf Weihnachtspräsente für
Geschäftspartner. Mit dem eingesparten Geld beglückt die HSE Institutionen,
die es nötiger haben. Für Filbert entspricht nicht nur diese Form des
Mäzenatentums der gesellschaftspolitischen Verantwortung der Wirtschaft.
Kritik am Sponsoring, wie sie hie und da mit Blick auf die Energiepreise
laut wird, hält er für kleinkariert.
Die Nutznießer der Finanzspritzen aus Darmstadt waren von Landrat Matthias
Wilkes ausgesucht worden. Bei der Präsentation im Landratsamt geriet der
Behördenchef nachgerade ins Schwärmen - etwa für das Junge Ensemble der
Theaterspielgemeinschaft Lorsch. Seit 1997 werden alljährlich in der
Vorweihnachtszeit von Kindern und Jugendlichen Märchen für Jung und Alt
gespielt. Über tausend Besucher pro Inszenierung sind die Regel, freut sich
Tobias Diehl, der das Junge Ensemble in der Klosterstadt etabliert hat.
Die Bürgerstiftung Lautertal wurde von Heiner Neuschild vorgestellt.
Keimzelle war eine Bürgerinitiative, die sich der Geopark-Idee verschrieben
hatte. Dass die vom Landrat vorgeschlagene Stiftung nur über eine dünne
Kapitaldecke verfügt, gleicht sie mit umso mehr Manpower aus. Dies ist auch
nötig - vor allem bei den Felsenmeer-Erlebnistagen. Die größte Strahlkraft
weit in die Region hinein hat dabei das Großereignis "Felsenmeer in
Flammen". Im letzten Jahr wollten es 10 000 Besucher miterleben - eine Zahl,
die bei der Neuauflage am 23. September getoppt werden soll.
Der Hospizverein Bergstraße mit Sitz in Bensheim gilt als Vorbild für eine
soziale Arbeit, die immer mehr an Bedeutung gewinnt. Vor Ort ist sie
maßgeblich mit dem Namen Doris Kellermann verbunden. Die ambulante Betreuung
von Sterbenskranken durch sie und die vielen ehrenamtlichen Hospizhelfer
kostet die Patienten keinen Cent. Seit Jahren sammelt eine Stiftung Geld für
ein stationäres Hospiz, in das acht Personen aufgenommen werden können -
ganz bewusst nicht in der Umgebung eines Krankenhauses, wie Kellermann
erläuterte.
Für die Altrheinfreunde Lampertheim führte Dr. Andreas Müller vor Augen, was
ohne den Einsatz seines Vereins aus dem Naturparadies vor unserer Haustür
geworden wäre. 2002 war der Altrhein tot. Kein Fisch schwamm mehr in ihm,
fast alle Vögel waren verendet. Müller setzt auf sanften Tourismus: "Wenn
der Altrhein verlandet, geht er nicht nur der Menschen, sondern auch der
Tierwelt verloren." Ein Durchstich zum fließenden Strom soll dies
verhindern. 2007 wird es soweit sein, kann es Andreas Müller kaum erwarten.
Damit der Altrhein die richtige Tiefe hat, werden vorher die Bagger
anrücken. sl
Bergsträßer
Anzeiger
02.02.2006
Das Hospiz kommt ein Stück näher
Sparkassenstiftung übergab Spende von 7500 Euro
Heppenheim. Ende des vergangenen Jahres veranstaltete die Sparkassenstiftung
Starkenburg ein Benefiz-Weihnachtskonzert in Sankt Peter in Heppenheim (wir
haben berichtet). David Plüss (Piano), Helmut Kandert (Percussion), Jean
Pierre Rudolph (Violine) und Lara Herrmann (Sängerin) verzauberten gemeinsam
mit Clemens Bittlinger ihr Publikum und stimmten es mit ihren "Bildern der
Weihnacht" auf das bevorstehende Fest ein. Den Erlös in Höhe von 7500 Euro
übergab Direktor Hans Adler, Vorsitzender der Sparkassenstiftung
Starkenburg, an den früheren Bensheimer Bürgermeister Georg Stolle,
Vorstandsmitglied der Hospiz-Stiftung Bergstraße.
Durch diese und viele weitere Spenden kann der Hospiz-Verein Bergstraße die
Idee eines stationären Hospizes verwirklichen. Mehrere Architekten hatten
ohne Berechnung von Kosten Pläne vorgelegt, wie dieses aussehen könnte.
Unter Beachtung von Funktionalität und Ästhetik, günstiger Baukosten und
Wirtschaftlichkeit wurde die Entscheidung getroffen.
Mit dem Bau eines stationären Hospizes entsteht an der Bergstraße eine
Herberge für unheilbar kranke und sterbende Menschen, in der sie liebevoll
umsorgt werden. Schwerstkranke und sterbende Menschen mit einer inkurablen,
fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter
Lebenserwartung, bei denen eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nicht
erforderlich und eine ambulante Betreuung nicht möglich ist, werden dort
betreut. Der Schwerpunkt liegt in der Überwachung von Schmerztherapie, der
Symptomkontrolle und in der palliativ-pflegerischen, psychosozialen und
spirituellen Betreuung. z
Bergsträßer
Anzeiger
7. Januar 2006
Gleich drei Mal Gutes getan
Frauen-Union übergab Spende an ihre Empfänger
Heppenheim. Die Heppenheimer Frauen-Union überreichte eine Spende in Höhe
von 2100 Euro. Es ist der Erlös aus dem Nikolausmarkt, an dem sich die
Frauen-Union mit einem Stand beteiligte. Die Summe teilen sich der
Heppenheimer Verein "Nachbar in Not", der Hospiz-Verein Bergstraße und die
Kinderkrebsstation Mannheim.
Vor elf Jahren hat eine kleine Gruppe mit der Arbeit angefangen, heute
zählt der Hospiz-Verein Bergstraße 400 Mitglieder. Mehr als 75 Helfer
begleiten Sterbende während ihrer letzten Tage und spenden den
Hinterbliebenen Trost. 90 Patienten wurden dieses Jahr von den
Ehrenamtlichen und zwei angestellten Hospizschwestern betreut. Eine große
Stütze des Vereins ist die vor drei Jahren gegründete Stiftung, die der
Kreis mit einem Startkapital von 250 000 Euro versehen hat. Außerdem
erfährt der Hospiz-Verein zunehmend von privater Seite Unterstützung.
An der Kalkgasse in Bensheim hat der Verein in Erbpacht ein Grundstück von
der Stadt bekommen. Darauf soll das stationäre Hospiz stehen. Zehn
Architekten, die sich bereiterklärt haben, umsonst Pläne zu erstellen,
nahmen an einem Wettbewerb teil. Wann das Hospiz gebaut wird, steht
allerdings noch nicht fest.
Bergsträßer Anzeiger
7. Januar 2006
Der Traum vom
Hospiz-Bau nimmt Gestalt an
Dr. Wolfgang Nieswand, Vorsitzender des Hospizvereins, stellte das
Modell des Gronauer Architektenbüros Rohde + Vogeler vor
Bensheim. Hell und freundlich soll es sein, sich in die Landschaft des
Kirchberges einfügen. Die Baukosten sollen sich in Grenzen halten - und
die Folgekosten auch. Wenn ein Hospiz zu planen ist, dann müssen die
Architekten auch den Spagat zwischen individuell gewünschter Stille und
unabänderlicher Betriebsamkeit schaffen. Die Vorstände von Hospizverein
und Hospizstiftung hatten klare Vorstellungen davon, was ein Hospiz
"können" soll. Doch wie soll es aussehen?
An der Findung der Form beteiligten sich zehn Architekturbüros - und zwar
ehrenamtlich. Die Planer des Gronauer Architekturbüros Rohde + Vogeler
konnten wohl die Gedanken der Vorstandsmitglieder am Besten interpretieren
und planten einen zweistöckigen Bau, dessen Erdgeschoss kleiner ausfällt,
damit hangseits nicht so starke Erdbewegungen vorgenommen werden müssen.
Das Erdgeschoss beinhaltet alle Verwaltungs- und Funktionsräume. Über
Treppe, Fahrstuhl oder Zufahrts-Rampe für Pkw kommt man in den ersten
Stock, der neben acht Zimmern für Hospiz-Patienten ein Arzt-Zimmer und
Unterbringungsmöglichkeiten für Angehörige vorsieht. Ein leicht
angehobenes Flachdach sorgt für große Fensterflächen. Jedes Zimmer im
ersten Stock hat einen Mini-Balkon. So ist gewährleistet, dass die
Patienten ohne jeden Umweg an die frische Luft kommen.
Nieswand erinnerte gestern daran, dass der Bau eines Hauses für Sterbende
vor elf Jahren, als man die Satzung für den Hospiz-Verein ausarbeitete,
als pure Utopie erschien. Diesem Fernziel ist man in den letzten Jahren
gewaltige Schritte näher gekommen.
Eine Grundvoraussetzung für den Bau des Hospizes ist seit dem Jahr 2004
gegeben, als die Bensheimer Stadtverordneten einem Erbpacht-Vertrag für
ein großes Grundstück an der Kalkgasse am Fuße des Kirchberges zustimmten.
Mit der Planung von Rohde + Vogeler hat die Idee Gestalt angenommen.
Überhaupt registrierte Nieswand in letzter Zeit einen besonderen Schwung
im Verein. Je konkreter die Ziele werden, desto mehr interessiert sich die
zunehmend spendenfreudige Öffentlichkeit für den Hospizverein mit seiner
Stiftung. Vor drei Jahren hatte zudem der Kreis Bergstraße die Stiftung
großzügig mit 250 000 Euro ausgestattet. Seitdem hat sich die Summe durch
Zustiftungen fast verdoppelt.
Nieswand stellte auch fest, dass in gewissen Kreisen das Thema Tod
enttabuisiert wurde, dass das Sterben wieder als natürlicher Vorgang
wahrgenommen wird. Nieswand und seine Mitstreiter treten dafür ein, dass
Menschen, die keine Angehörigen haben oder deren Angehörige mit der
Situation überfordert sind, in Würde aus dem Leben gehen können.
Dies geschieht seit einigen Jahren. Im Jahr 2005 wurden von Helfern des
Hospizvereins 102 Sterbende während ihrer letzten Tage begleitet. Die
übrigen Hospiz-Initiativen und -Vereine im Kreis brachten es nochmals auf
die gleiche Zahl.
Um das Hospiz bauen zu können, braucht die Stiftung Geld. Viel Geld.
Nieswand bedankte sich auf diesem Weg bei allen Stiftern, Spendern und
Initiativen. So läuft die Aktion der Zahnärzte "Hospiz ist Gold wert" seit
Jahren erfolgreich. Eine Gruppe von Zahnärzten sammelt entferntes
Zahngold.
Dank stattete Nieswand auch den Mitgliedern des Lions-Clubs ab, der vor
Weihnachten 10 000 Euro für den Bau des Hospizes überwiesen hatte, sowie
bei vielen anderen Spendern. Nieswand hofft, dass diese Spendenfreudigkeit
im neuen Jahr nicht abreißt. bj
Bergsträßer
Anzeiger
07.01.06
Hospiz: Modell vorgestellt
Zuschlag für Rohde + Vogeler
Bergstraße. Auf dem Gelände der Stadt Bensheim
an der Kalkgasse am Fuß des Kirchbergs wird die Hospiz-Stiftung Bergstraße
ihr Hospiz bauen. Mit einem Architekturwettbewerb, aus dem das Gronauer
Büro Rohde + Vogeler als Sieger hervor ging, hat die Stiftung nun ein
Modell und die Bauunterlagen für ein zweistöckiges, knapp 1100
Quadratmeter großes Sterbehaus.
Jetzt fehlt es der Hospiz-Stiftung "nur noch" am nötigen Geld, den Plan zu
verwirklichen. Hospiz-Vorstand Dr. Wolfgang Nieswand ist zuversichtlich,
dass sich in relativ kurzer Zeit etwas bewegt. Als vor elf Jahren die
Satzung für den Hospizverein geschrieben wurde, wurde der Bau eines
Hospizes als Fernziel definiert.
Nieswand und seine Mitstreiter sehen das Modell als Auftakt für eine neue
Werbe-Kampagne für den Hospizverein und die Stiftung. Ziel ist es,
möglichst viele neue Spender zu finden. Und noch eins hat der Hospizverein
erreicht: Das Thema Sterben ist kein Tabu mehr.
www.region-odenwaldkreis.de
07.01.06
Karl-Peter Weis
Unser
Ziel: Ein Haus für sterbende Menschen!
Hospiz-Verein Bergstraße
e.V. und Hospiz-Stiftung Bergstraße stellen Siegermodell für den
Neubau eines stationären Hospizes in Bensheim vor.
Ein eigenes Haus für die
letzten Tage des Lebens!
Die Hospiz-Wüste wird bewässert: Neubau des stationären Hospizes
Bergstraße in Bensheim wird konkret.
Bensheim (kpw). Endlich ein eigenes Haus für die letzten Tage des
Lebens. Das ist das Ziel der Hospizstiftung (HSB) und des
Hospiz-Vereins Bergstraße e.V. (HVB). Dieses Ziel ist wieder ein
gutes Stück näher gekommen.
Am 06.01.2006 präsentierten der
HVB und die HSB den Entwurf für den Neubau des „Stationären
Hospizes Bergstraße“ (SHB).
Im Rahmen einer Auswahlverfahrens wurde aus zehn eingereichten
Architektenentwürfen nach baulichen, betrieblichen und ökonomischen
Gesichtspunkten der Entwurf von Büro für Architektur- und
Stadtplanung Rohde & Vogeler aus Bensheim-Gronau ausgewählt.
Der Vorsitzende des HVB, Dr. Wolfgang Nieswandt (Arzt und
Schmerztherapeut) machte deutlich, dass die heutige Vorstellung des
Siegerentwurfes einen neuen Meilenstein in der Entwicklung und in
der Arbeit des Vereins und der Stiftung markiert: In den 11 Jahren
seines Bestehens hat der HVB mit seiner ambulanten Hospizarbeit sich
zu einer Institution entwickelt, die nicht mehr aus dieser Region
weggedacht werden kann.
Die Architekten Rohde & Vogeler erläuterten anhand der Pläne
und eines Modells. Leitmotiv beim Entwurf war: „Der Gast soll eine
häuslich-vertraute Atmosphäre erfahren, ein individuelles Leben in
einem Raum führen zu können, in dem er sich zurückziehen kann in
einer extremen und schutzbedürftigen existenziellen Situation.
Zugleich gibt es neben dem individuellen Leben ein
gemeinschaftliches Wohnen mit Räumen, die der Patient gut aufsuchen
kann, wenn er es will und dazu in der Lage ist.“
Dazu passt sich der
abgewinkelte Baukörper der schwierigen, nach zwei Seiten
abfallenden Topographie des Hanggeländes, an. Alle Gästezimmer
befinden sich auf einer Ebene im Obergeschoss und sind nach Süden
bzw. SW orientiert. Jedes Zimmer erhält eine Loggia und einen
Glaserker zur Nutzung für die warme und kalte Jahreszeit.
Jörg Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, dankte allen
Ehrenamtlichen und der Stadt Bensheim, die bei der Sichtung,
Bewertung und Auswahl der Entwürfe mitgeholfen haben. Als Nächstes
werden die Planungen bis zur Genehmigungsreife weitergeführt. Herr
Schmidt hofft, dass alle, die sich mit Spenden und Zustiftungen an
dieser reizvollen Aufgabe beteiligen wollen, nun konkret erkennen,
dass die Realisierung eines stationären Hospizes in greifbare Nähe
gerückt ist. Vor dem Baubeginn ist es jedoch notwendig, das
vorhandene Stiftungsvermögen von rund 500 T€ auf ca. 2 Mio.Euro
zu vermehren. Dazu finden 2006 zahlreiche Aktivitäten statt.
Vorstellung
des ausgewählten Planes für das Stationäre Hospiz an der Bergstraße
Eröffnungsrede
von Dr. Nieswandt, Arzt, 1.Vorsitzender HVB
Sehr geehrte Damen und
Herren,
Die Vorstellung des Siegerentwurfes unseres Wettbewerbes markiert
einen neuen Meilenstein in der Entwicklung und in der Arbeit des
Hospiz Vereins Bergstraße und der Hospizstiftung: In den 11 Jahren
seines Bestehens hat der HVB mit seiner ambulanten Hospizarbeit sich
zu einer Institution entwickelt, die nicht mehr aus dieser Region
weggedacht werden kann. 102 Patienten wurden allein in diesem Jahr
von unseren Hospizhelferinnen und Hospizschwestern rein ehrenamtlich
betreut. Noch einmal die gleiche Anzahl haben die anderen
Hospizinitiativen und Vereine im Kreis erbracht. Was das an Einsatz,
Zuwendung und Solidarität bedeutet, kann nur der ermessen, der
diese Arbeit aus der Nähe beobachten kann oder dem sie –als
Betroffener oder Angehöriger - zuteil wird.
Mit dieser Arbeit und diesen Aktivitäten steht der Hospiz Verein
Bergstraße unter den Hospizvereinen in Hessen wohl mit an erster
Stelle. Diese erfolgreiche und segensreiche Entwicklung der
vergangen 11 Jahre findet ihre Fortsetzung in der hier der öffentlichkeit
vorgestellten Planung. Sie wird ihren vorläufigen Höhepunkt im Bau
eines Stationären Hospizes für den Kreis Bergstraße in Bensheim
finden.
In der Satzung vor 11 Jahren wurde ein Stationäres Hospiz als
Fernziel, als Ergänzung der ambulanten Hospizarbeit gefordert.
Die Stadt Bensheim hat ein Grundstück in hervorragender Lage
bereitgestellt und damit gezeigt, dass in unserer Stadt Tod und
Sterben nicht vor die Stadttore verbannt werden, sondern dass bei
uns bis zuletzt würdig gelebt werden kann, in einem Haus, dass
zentral und ruhig in einer privilegierten Lage liegt.
Der Kreis Bergstraße hat die Hospizstiftung mit großzügigen 250
000 € ausgestattet, die sich in 3 Jahren durch Zustiftungen fast
verdoppelt haben.
10 Architekten sind unserer Einladung und Aufforderung gefolgt und
haben ohne Berechnung von Kosten Pläne vorgelegt, die eine
intensive zeitliche und gedankliche Beschäftigung mit der
gestellten Aufgabe verraten. Gründliche Beratungen und Bewertungen
ließen einen Plan übrig, den wir Ihnen heute hier präsentieren.
Entscheidend für die Entscheidung war, dass wir nicht nur möglichst
kostengünstig bauen, sondern das Hospiz auch möglichst
wirtschaftlich in der Zukunft betreiben können.
Der Kostenfaktor spielt neben der Funktionalität und der Ästhetik
eine gleichgroße Rolle.
Wir stehen mit Ihnen am
Anfang einer Kampagne, die als nächsten Höhepunkt die Erteilung
der Baugenehmigung und den Spatenstich haben wird. Im Frühjahr
steht die Versteigerung eines Autos an. Und ich bin überzeugt, dass
die Unterstützung, die wir durch das Sammeln von Zahngold, die Erlöse
von Basaren und Wohltätigkeitsveranstaltungen bisher erfahren
haben, nicht abreißen wird, sondern sich noch steigert.
Quasi als Startschuss für die Kampagne zum Bau unseres Hospizes hat
der Lions Club durch seinen Präsidenten Dr. Konitzke im Dezember
eine große Summe übergeben und der Lions Club wird damit
hoffentlich viele Nachahmer und –Eiferer animieren. Diese Kampagne
wird versuchen, den Hospizgedanken noch breiter bekannt zu machen
und für unserer Projekt das noch fehlende Geld zu sammeln.
Am meisten Aufmerksamkeit scheint das Thema Hospiz zu finden, wenn
das Tabu - Thema Tod und Sterben mit spektakulären Aktionen
verbunden ist: In Hannover hat der „Schweizer Sterbehilfeverein“
Ende letzten Jahres seine erste deutsche Filiale eröffnet – und
damit die Debatte um den würdigen Tod wieder in die Schlagzeilen
gebracht. Interessant ist, dass Politik in Gestalt eines
hamburgischen Ministers über die holländische Gesetzgebung
hinausgehen wollte und sogar die Tötung ohne Verlangen propagiert.
Damit wird der Euthanasiegedanke nach 50 Jahren wieder in die
politische Diskussion in Deutschland eingeführt.
Etwa 400 Menschen hat der Schweizer Verein in den ca. 10 Jahren
seines Bestehens mit Gift (z.B. dem Wirkstoff Pentobarbital, in der
Schweiz unter dem Namen Eutha ® ad us. vet zur schmerzlosen Tötung
von Klein- und Großtieren zugelassen), versorgt; gegen einen
stattlichen Beitrag von etwa 3000€. Die Kosten für die Chemikalie
dürften einige Rappen betragen.
In die philosophische Diskussion um die als Begründung ins Feld geführte
Selbstbestimmung kann ich an dieser Stelle nicht einsteigen. Eigene
Erfahrung haben gezeigt, dass die meisten Wünsche nach Suizid nicht
nur wegen großer Schmerzen geäußert werden, sondern vor allem aus
einer Situation der Verlassenheit heraus. Wir sehen bei unserer
Arbeit immer wieder, dass dieser Wunsch sich auflöst, wenn der
Kranke spürt, dass er ernst genommen wird, dass er als Mensch
wahrgenommen wird. Der Philosoph Robert Spaemann sagt dazu in einem
Beitrag in der Stuttgarter Zeitung vom 26.10 05: „In diesem
Augenblick größter Schwäche und reduzierter Autonomie, wo der
Leidende nur eines braucht - nämlich Zuwendung, Solidarität und
Linderung der Schmerzen - seine fiktive Selbstbestimmung in den
Mittelpunkt zu stellen, ist eine zynische Ausrede, um sich diesen
Verpflichtungen zu entziehen.“
Es dürften weit mehr als 400 Menschen sein, die allein der Hospiz
Verein Bergstraße in den 10 Jahren seines Bestehens begleitet hat.
Viele Tausend sind es in Deutschland in den vergangen Jahren
gewesen, denen von Hospizhelfern menschliche Solidarität und
Zuwendung entgegengebracht wurde, denen geholfen wurde, die letzte
Zeit ihres Lebens würdig zu gestalten.
Praktiken der Lebensverlängerung um jeden Preis lehnen wir ab und
bewahren unsere Patienten davor. Damit hilft Hospizarbeit auch die
scheinbar zwingende Wiedereinführung des Euthanasiegedankens überflüssig
zu machen.
Damit ist unser Handeln höchst politisch, auch wenn es sich meist
verborgen in der Intimität von Krankenzimmern abspielt.
Die Gesundheitsministerin hat wohl als Antwort auf die Gründung der
deutschen Filiale des schweizerischen Sterbehilfe-Vereins 600 Mio
€ für neue palliative Maßnahmen versprochen, die Summe ist
unterdessen aber wohl auf 250 Millionen € reduziert worden. Neue
palliative Maßnahmen sollen damit entworfen und eingeführt werden;
alten bewährten wurde im vergangenen Jahr der finanzielle Boden
entzogen: so wird z.B. schmerztherapeutisch tätigen Fachärzten in
der kassenärztlichen Gebührenordnung kein Raum für eine häusliche
Betreuung gegeben und ihre Vergütung für alle
schmerztherapeutischen Leistungen ab diesem Jahr um 30-50%
abgewertet.
Ich glaube, dass es effektiver ist, mit dem versprochenen Geld
vorhandene Strukturen, wie sie zum Beispiel hier an der Bergstraße
entstanden sind und sich bewährt haben, zu fördern, als neue
Teams, an großen Kliniken erst aufzubauen um sie dann übers Land
zu schicken.
Wir werben um Geld, um viel Geld. Potentielle Geldgeber wollen
wissen, wo sie ihr Geld investieren. Lassen Sie mich das Gesagte in
fünf Punkten zusammenfassen, die Sie verehrte Anwesende und andere
Interessierte überzeugen werden:
Mit unserer Hospizarbeit im Kreis und dem geplanten Hospiz geben wir
eine adäquate Antwort auf gravierende gesellschaftliche und
medizinische Veränderungen in Deutschland und auch hier an der
Bergstraße.
Spürbare Fortschritte an Humanität für Schwerstkranke und
Sterbende konnten innerhalb von wenigen Jahren erzielt werden; mit
einer Begrenzung des Kostenanstiegs in diesem Sektor im
Gesundheitswesen.
Ambulante Hospizarbeit und Hospize haben als Schlüsselfaktoren zur
Erreichung der Hospizziele zu belegbaren Verbesserungen bei der
schmerztherapeutischen Versorgung und Kontrolle der Begleitsymptome
bei Schwerkranken und Sterbenden beigetragen.
Die Hospizidee zur ganzheitlichen Sterbebegleitung strahlt
inzwischen auch auf andere Sektoren des Gesundheitswesens aus. Sie
hat außerdem in den vergangenen Jahren wesentlich dazu beigetragen,
Themen wie Tod und Sterben in unserer Gesellschaft zu
enttabuisieren.
Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung kommt zu dem Schluss:
Somit stellen, empirisch belegt, das Hospiz und die Hospizbewegung
einen in jüngster Zeit beispiellosen Erfolgsfaktor im
bundesdeutschen Gesundheitswesen dar und sind aktuell der überzeugende
und innovative Entwicklungsschritt.
Warum
soll und darf ein stationäres Hospiz NICHT in einem Krankenhausgebäude
untergebracht werden? aus:
www.marktplatz-bergstrasse.de
Bensheim (ofi). Das freut
die Protagonisten: Der geplante Bau einer stationären Hospiz auf dem von
der Stadt in Erbbaupacht bereitgestellten Grundstücks an der Kalkgasse
Bensheim rückt näher. Das in Gronau ansässige Büro für Architektur- und
Stadtplanung Rohde + Vogeler hat den Planungsauftrag erhalten.
1. In einem Krankenhaus oder ehemaligen Krankenhaus werden Patienten
ständig an vergangene Erlebnisse in Krankenhäusern erinnert. Die
meisten Krebspatienten oder Menschen mit anderen schweren
chronischen Erkrankungen haben in der Regel eine lange leidvolle
Krankenhauskarriere hinter sich und sollen nicht durch das Umfeld
permanent an leidvolles Erleben aus der Vergangenheit erinnert
werden.
2. Klinikumfeld ist für diese Menschen häufig mit Angst,
Anspannung, Vorbehalten und allen psychischen Mechanismen der Übertragung
belegt und führt zu mehr Schmerz, Unruhe, Angst und Verspannung als
nötig.
3. Für die Bevölkerung wird ein Hospiz in den Räumen eines
Krankenhauses immer ein Teil des Krankenhauses sein. Das heißt,
dass alles, was sich im Klinikbetrieb abspielt (insbesondere natürlich
das, was aus irgendeinem Grund nicht gut läuft) in der
Meinungsbildung der Menschen auch auf das Hospiz übertragen wird.
4. Selbst Palliativstationen großer Kliniken, die finanziell,
strukturell, personell und in allen anderen Be-langen zu einer
Klinik gehören, sind häufig an ausgelagerter Stelle gebaut oder
eingerichtet. (z. B. das „Johannes Hospiz“ am Krankenhaus der
Barmherzigen Brüder in München, welche die Palliativstation der
Klinik ist, genauso wie in Köln oder Bamberg.)
5. . Ungewollt kommt es bei einem Hospizbetrieb nahe einer Klinik
immer zu äußerst unerfreulichen Situationen beim Personal. Da gibt
es oft Missgunst (Warum ist es im Hospiz schöner und wohnlicher
ein-gerichtet? Warum haben die mehr Personal? Wir haben doch so viel
zu tun! Dann haben die auch noch Ehrenamtliche, die den
Krankenschwestern die Arbeit erleichtern, sie bekommen auch mehr
Anerkennung usw.) Reguläre Kliniken sind personell meist schlecht
besetzt, so dass sich die Pflegekräfte nicht die Zeit nehmen können,
sich so intensiv um Sterbende, geschweige denn um die Angehörigen
zu kümmern, wie in einem Hospiz. Das ist nicht leicht auszuhalten,
insbesondere für Pflegekräfte, denen die Sterbebegleitung am
Herzen liegt.
6. Also wird nicht selten versucht, den Patienten ins Hospiz zu
verlegen, was aber gar nicht so einfach ist, denn § 2 (2) SGB V RV*
besagt: „Die Notwendigkeit einer stationären Hospizversorgung
liegt grundsätzlich nicht bei Patienten vor, die in einer stationären
Pflegeeinrichtung versorgt werden.“ Das heißt: dass Patienten,
die vom häuslichen Umfeld ins Hospiz eingewiesen werden, haben
Vorrang vor denen, die bereits in einer stationären Einrichtung
(Krankenhaus, Pflegeheim) liegen. Eine Entlastung des
Klinikpersonals findet also eher selten statt. So wird auch oft die
Frustration über die schlechteren Arbeitsbedingungen auf das
Hospizpersonal übertragen, das sich ungewollt in eine Rolle
wiederfindet, in der es sich rechtfertigen oder fast entschuldigen
muss, dass es dem Klinikpersonal kaum Entlastung von pflegerisch
aufwendigen Patienten ermöglicht.
7. All diesen Punkten wurde im Gesetzestext Rechnung getragen: Lt.
§ 1 der Rahmenvereinbarung* nach § 39a Satz 4 SGB V sind stationäre
Hospize „selbständige Einrichtungen mit dem eigenständigen
Versorgungsauftrag, für Patienten mit unheilbaren Krankheiten in
der letzten Lebensphase palliativ-medizinische Behandlung zu
erbringen. Sie sind kleine Einrichtungen mit familiärem Charakter
mit in der Regel höchstens 16 Plätzen, wobei die räumliche
Gestaltung der Einrichtung auf die besonderen Bedürfnisse schwer
kranker sterbender Menschen auszurichten ist.“
Und weiter heißt es in Abs. 3:
„Stationäre Hospize sind auf Grund ihres Versorgungsauftrages
baulich, organisatorisch und wirtschaftlich selbständige
Einrichtungen mit separatem Personal und Konzept. Es ist deshalb
ausgeschlossen, dass ein stationäres Hospiz Bestandteil einer
stationären Pflegeeinrichtung ist.“
* Rahmenvereinbarungen zwischen
den Spitzenverbänden der Krankenkassen und der Hospizbewegung bzw.
ihren Repräsentanten nach § 39a Satz 4 SGB (Sozialgesetzbuch) V.
06.01.2006
Blick auf den
Kirchberg und die Stadt
Architekturbüro Rohde + Vogeler hat
Zuschlag für Planung
des stationären Hospizes in Bensheim erhalten

Bei einer Präsentation am 6. Januar (Freitag) im Neumarkt-Center stellten
die Architekten gemeinsam mit Vertretern des Hospiz-Vereins Bergstraße
(HVB) und der Hospiz-Stiftung Bergstraße (HSB) das Raumprogramm samt
Modell vor.
Unterhalb des Kirchbergs soll ein stationäres Hospiz mit acht Betten für
Männer und Frauen entstehen, um ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Damit
wäre das endlich passé, was HVB-Vorsitzender Dr. Wolfgang Nieswandt
bildhaft wie drastisch als „Hospiz-Wüste“ bezeichnet. Um das große Ziel zu
erreichen, haben sich am 30. April 2002 acht Institutionen in der
Hospiz-Stiftung Bergstraße zusammengetan. Inzwischen hat die Stiftung
knapp eine halbe Million Euro zusammen. Weitere Zustiftungen sind
avisiert.
Eines ist indes klar: Der Plan für das zweigeschossige und 1,5 bis zwei
Millionen Euro teure Hospiz unmittelbar neben der Anlage der
Maria-Ward-Schwestern wird weiter verfeinert werden. Das steil abfallende
Gelände hinter der Guntrum-Galerie ist für die Architekten zwar eine
Herausforderung, macht aber zugleich den besonderen Charme des geplanten
Hospiz aus. Dr. Nieswandt und seine Mitstreiter sind mit dem Entwurf
jedenfalls überaus zufrieden.
Das moderne Gebäude soll sich in die sensible Umgebung einfügen und nach
Vorstellungen der Planer so konzipiert werden, dass die künftigen Bewohner
einen freien Rund-um-Blick auf den Kirchberg und über die Stadt haben.
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