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Einführung
Es gibt in Deutschland pro 1 Mio.
Einwohner 12 Hospiz-/Palliativ-Betten, in England 53 (Stand 2000,
Quelle: Hospiz- und Palliativ-Führer 2002). Der errechnete Bedarf für
Deutschland liegt pro 1 Mio. Einwohner bei ca. 50 Betten. Insgesamt
zählt Deutschland 200 stationäre Hospize und Palliativstationen, davon kein
einziges / keine einzige im Raum Bergstraße. Die der Bergstraße am nächsten gelegenen
stationären Hospize befinden sich in Frankfurt, Wiesbaden, Mainz,
Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg.
Insgesamt gibt es in Deutschland 1.310 ambulante
Hospizdienste, davon
8 im Kreis Bergstraße.
Ziel 1:
Gründung eines stationären Hospizes
Dass an der Bergstraße ein
stationäres Hospiz dringend benötigt wurde, merkten die
HospizhelferInnen der ambulanten Hospizdienste täglich bei ihrer Arbeit, sei es, dass die Angehörigen
unheilbar kranker und sterbender Menschen
überfordert oder keine Angehörigen vorhanden sind, oder weil diese Menschen wünschen, ihre letzten Tage an einem
Ort zu verbringen, in dem sie sich aufgehoben fühlen und wo sie sicher
sein können, dass ihr Sterben weder künstlich verlängert noch ihr
Leben verkürzt wird und sie bei Bedarf mit einer angemessenen
Schmerztherapie würdig sterben können.
Gründung der Hospiz-Stiftung Bergstraße
Auf Initiative des
Hospiz-Vereins Bergstraße e.V. haben sich im August 2001 die
8 Hospiz-Gruppen des Kreises Bergstraße zu
einer Interessensgemeinschaft zusammengeschlossen, um gemeinsam eine
Stiftung als finanzielle Basis für ein stationäres Hospiz zu gründen,
welches in Bensheim den Standort haben sollte, denn eine entsprechend ausgestattete
Stiftung sollte die Hospizarbeit auf die Dauer finanziell unabhängig vom
versiegenden Tropf der Sozialhaushalte machen. Auf der anderen Seite
hofften die Stiftungsgründer, dass die Konstruktion einer Stiftung für viele Bürger
Motivation sein wird, Zustiftungen zu machen, da diese in ihrer Substanz auf
Dauer erhalten bleiben und die Erträge nur für den vorbestimmten Zweck
verwendet werden können.
Nachahmenswert sind viele Aktionen Bergsträßer Bürger, die zu
Geburtstagen und sonstigen festlichen Anlässen statt Geschenke anzunehmen,
um Zustiftungen für die Hospiz-Stiftung Bergstraße bitten.
Bau des
Stationären Hospizes Bergstraße
Im Dezember 2008 haben sich Hospiz-Stiftung
Bergstraße und Hospiz-Verein Bergstraße e.V. gemeinsam darauf
geeinigt, dass der Hospiz-Verein die Bauherrenschaft für den
Neubau des Stationären Hospizes und den späteren
Betrieb übernimmt. Die HSB hat die von ihr gesammelten
Spendenmittel in das Bauvorhaben eingebracht, wird die Erträge aus
ihrem Grundstockvermögen für die Sicherstellung des laufenden
Betriebs des Stationären Hospizes einsetzen und sich weiterhin
um Zustiftungen bemühen.
Der Neubau des Hospizes war ein großer
Kraftakt für den Hospiz-Verein und konnte nur mit ausreichender
Disziplin und der Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer und
vieler Förderer gelingen.
Der erste Spatenstich für das Stationäre Hospiz
Bergstraße erfolgte am 27. April 2009.
Am 25. Juni 2010 wurde das Hospiz eröffnet, im August die
ersten Gäste aufgenommen. Seitdem ist das Hospiz fast
durchgängig voll belegt.
Ziel 2:
Intensivierung der ambulanten Hospizarbeit
Kernziel der Hospizarbeit ist es, unheilbar kranken und
sterbenden Menschen ein würdevolles Leben bis zum Tod im häuslichen Umfeld zu
ermöglichen, sie und die Angehörigen zu begleiten, zu stärken und zu
unterstützen, sowie die Angehörigen in ihrer Trauer zu begleiten.
Dementsprechend ist die eigentliche Hospiztätigkeit die ambulante. Wie bereits
oben erwähnt, ist es jedoch nicht immer möglich, ein würdevolles Sterben zu
Hause zu ermöglichen. Für diese Fälle ist das stationäre Hospiz vorgesehen.
Es gehört zum Wesen der ambulanten Sterbebegleitung, dass sie ehrenamtlich geleistet wird (im Gegensatz zur palliativmedizinischen und
palliativpflegerischen Arbeit).
Die HospizhelferInnen werden in einjährigen Kursen und Praktika auf die Sterbe-
und Trauerbegleitung vorbereitet, kontinuierlich fortgebildet und supervisorisch begleitet.
Alljährlich finden unter kompetenter Leitung Einkehr- und "Oasentage" in der näheren Umgebung statt, wo die
HospizhelferInnen Kraft die Hospizarbeit schöpfen können.
Wenn das Stiftungsvermögen so weit
aufgestockt ist, dass der Unterhalt des stationären Hospizes
gewährleistet ist, soll die ambulante Hospizarbeit im Kreis
Bergstraße gefördert werden. |