Hospiz-Stiftung Bergstraße (HSB)
Margot-Zindrowski-Haus
Sandstraße 11
64625 Bensheim 
Tel.: 06251-680404 
Fax: 06251-690272
post@hospiz-stiftung-bergstrasse.de

 


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Gründungsidee und Konzept

"Sie sind wichtig, weil Sie eben sind.
Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig, 
und wir werden alles tun, 
damit Sie nicht nur in Frieden sterben, 
sondern auch bis zuletzt leben können."


Cicely Saunders
Gründerin des ersten modernen Hospizes in London

 

Einführung

Es gibt in Deutschland pro 1 Mio. Einwohner 12 Hospiz-/Palliativ-Betten, in England 53 (Stand 2000, Quelle: Hospiz- und Palliativ-Führer 2002). Der errechnete Bedarf für Deutschland liegt pro 1 Mio. Einwohner bei ca. 50 Betten. Insgesamt zählt Deutschland 200 stationäre Hospize und Palliativstationen, davon kein einziges / keine einzige im Raum Bergstraße. Die der Bergstraße am nächsten gelegenen stationären Hospize befinden sich in Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg.
Insgesamt gibt es in Deutschland 1.310 ambulante Hospizdienste, davon 8 im Kreis Bergstraße.

Ziel 1: Gründung eines stationären Hospizes

Dass an der Bergstraße ein stationäres Hospiz dringend benötigt wurde, merkten die HospizhelferInnen der ambulanten Hospizdienste täglich bei ihrer Arbeit, sei es, dass die Angehörigen unheilbar kranker und sterbender Menschen überfordert oder keine Angehörigen vorhanden sind, oder weil diese Menschen wünschen, ihre letzten Tage an einem Ort zu verbringen, in dem sie sich aufgehoben fühlen und wo sie sicher sein können, dass ihr Sterben weder künstlich verlängert noch ihr Leben verkürzt wird und sie bei Bedarf mit einer angemessenen Schmerztherapie würdig sterben können.


Gründung der Hospiz-Stiftung Bergstraße

Auf Initiative des Hospiz-Vereins Bergstraße e.V. haben sich im August 2001 die 8 Hospiz-Gruppen des Kreises Bergstraße zu einer Interessensgemeinschaft zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Stiftung als finanzielle Basis für ein stationäres Hospiz zu gründen, welches in Bensheim den Standort haben sollte, denn eine entsprechend ausgestattete Stiftung sollte die Hospizarbeit auf die Dauer finanziell unabhängig vom versiegenden Tropf der Sozialhaushalte machen. Auf der anderen Seite hofften die Stiftungsgründer, dass die Konstruktion einer Stiftung für viele Bürger Motivation sein wird, Zustiftungen zu machen, da diese in ihrer Substanz auf Dauer erhalten bleiben und die Erträge nur für den vorbestimmten Zweck verwendet werden können. 

Nachahmenswert sind viele Aktionen Bergsträßer Bürger, die zu Geburtstagen und sonstigen festlichen Anlässen statt Geschenke anzunehmen, um Zustiftungen für die Hospiz-Stiftung Bergstraße bitten.


Bau des Stationären Hospizes Bergstraße

Im Dezember 2008 haben sich Hospiz-Stiftung Bergstraße und Hospiz-Verein Bergstraße e.V. gemeinsam darauf geeinigt, dass der Hospiz-Verein die Bauherrenschaft für den Neubau des Stationären Hospizes und den späteren Betrieb übernimmt. Die HSB hat die von ihr gesammelten Spendenmittel in das Bauvorhaben eingebracht, wird die Erträge aus ihrem Grundstockvermögen für die Sicherstellung des laufenden Betriebs des Stationären Hospizes einsetzen und sich weiterhin um Zustiftungen bemühen.

Der Neubau des Hospizes war ein großer Kraftakt für den Hospiz-Verein und konnte nur mit ausreichender Disziplin und der Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer und vieler Förderer gelingen.

Der erste Spatenstich für das Stationäre Hospiz Bergstraße erfolgte am 27. April 2009.
Am 25. Juni 2010 wurde das Hospiz eröffnet, im August die ersten Gäste aufgenommen. Seitdem ist das Hospiz fast durchgängig voll belegt.


Ziel 2: Intensivierung der ambulanten Hospizarbeit

Kernziel der Hospizarbeit ist es, unheilbar kranken und sterbenden Menschen ein würdevolles Leben bis zum Tod im häuslichen Umfeld zu ermöglichen, sie und die Angehörigen zu begleiten, zu stärken und zu unterstützen, sowie die Angehörigen in ihrer Trauer zu begleiten.  
Dementsprechend ist die eigentliche Hospiztätigkeit die ambulante. Wie bereits oben erwähnt, ist es jedoch nicht immer möglich, ein würdevolles Sterben zu Hause zu ermöglichen. Für diese Fälle ist das stationäre Hospiz vorgesehen.

Es gehört zum Wesen der ambulanten Sterbebegleitung, dass sie ehrenamtlich geleistet wird (im Gegensatz zur palliativmedizinischen und palliativpflegerischen Arbeit). 
Die HospizhelferInnen werden in einjährigen Kursen und Praktika auf die Sterbe- und Trauerbegleitung vorbereitet, kontinuierlich fortgebildet und supervisorisch begleitet. Alljährlich finden unter kompetenter Leitung Einkehr- und "Oasentage"  in der näheren Umgebung statt, wo die HospizhelferInnen Kraft die Hospizarbeit schöpfen können.

Wenn das Stiftungsvermögen so weit aufgestockt ist, dass der Unterhalt des stationären Hospizes gewährleistet ist, soll die ambulante Hospizarbeit im Kreis Bergstraße gefördert werden.